25. Mai 2021 / 06:52 Uhr

"... dann ist die Tür zu": 96-Boss Kind will nicht nur auf Hübers-Entscheidung warten

"... dann ist die Tür zu": 96-Boss Kind will nicht nur auf Hübers-Entscheidung warten

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Weiß noch nicht, wo es für ihn weitergeht: Timo Hübers. Martin Kind (eingeklinkt) sieht 96 auch für den Fall eines Abgangs gerüstet. 
Weiß noch nicht, wo es für ihn weitergeht: Timo Hübers. Martin Kind (eingeklinkt) sieht 96 auch für den Fall eines Abgangs gerüstet.  © Florian Petrow
Anzeige

Wie und vor allem wo es mit Timo Hübers weitergeht, ist nach wie vor offen. Hauptkonkurrent beim Innenverteidiger scheint mittlerweile der 1. FC Köln zu sein. 96-Boss Martin Kind betont: "Wir haben Alternativen." Ist ein Ersatz verpflichtet, "dann ist die Tür zu" für das Eigengewächs.

Anzeige

Zum Abschluss trug Timo Hübers noch einmal die Kapitänsbinde. Sein Bund mit Hannover 96 hielt 13 Jahre lang, mit einem Jahr Unterbrechung bei den Kölner Amateuren. Seit der Jugend spielt der 24-Jährige bei 96. Nun, nach Abpfiff um 17.19 Uhr am Pfingstsonntag, zog er die Fußballschuhe aus. Er nahm die Binde vom Arm und ging in der Platzhälfte vor der Nordkurve der HDI-Arena hin und her. Ohne Fans, ohne Applaus.

Anzeige

Dann saß er auf dem Rasen. Allein. Nuckelte an der Trinkflasche. Das große Grübeln. Der Ex-96er Oliver Sorg hockte sich mitfühlend dazu, Philipp Ochs wuschelte aufmunternd durch seine Haare, Manager Gerhard Zuber klopfte ihm auf die Schulter. Später erzählte der Verteidiger, er sei sehr nachdenklich gewesen. Schließlich könnte das 1:2 gegen Nürnberg mit Platz 13 das letzte 96-Spiel für ihn gewesen sein. Könnte. Sein Vertrag läuft nun aus, aber seine Arbeit wirkt unvollendet.

Mehr über Hannover 96

In Düsseldorf am 21. Februar, als 96 mit dem 2:3 die Chancen auf den Aufstieg und damit offensichtlich den Appetit auf Erfolge verlor, verletzte sich auch Hübers an der Muskulatur – es folgten zwölf Spiele mit sieben Niederlagen, von Platz sechs ging es runter auf Rang 13. Als Absturz hatte sich Hübers seinen Abschied nicht vorgestellt.

Hübers gehörte am Sonntag nicht zu den sechs Spielern, die mit einer Fotocollage verabschiedet wurden. Die Chance, dass er bleibt, steht fifty-fifty.

96 bereitet Alternativen vor

Köln scheint die Stadt zu sein, die mit Hannover konkurriert. Kapitän bei 96 oder erste Liga unterm Dom? Herz oder Kopf? Hier wird Hübers sich entscheiden müssen. Sein Herz schlägt für Hannover, in seinem Kopf spielt die Karriereplanung die Hauptrolle. Die Verdienstmöglichkeiten bei anderen Klubs unterscheiden sich aber nicht großartig vom aktuellsten 96-Vorschlag. Bielefeld, Schalke, Union Berlin oder eben Köln – knapp eine halbe Million Euro könnte er hier wie dort pro Saison verdienen.

Hübers wird mit 96 noch einmal über eine Vertragsverlängerung zu den genannten Konditionen sprechen. Nach der zweiten Relegation am Samstag gegen Kiel weiß auch Hübers, ob Köln in der kommenden Saison erstklassig spielt. Aber 96 ist nicht nur abhängig von der Entscheidung des Spielers. „Wir haben Alternativen“, sagt Klubboss Martin Kind. „Wenn wir über die Alternative vorher entschieden haben, dann ist die Tür zu.“ Hübers sollte also nicht zu lange grübeln.