22. November 2021 / 19:20 Uhr

"Jan hat unsere Unterstützung": 96-Manager Mann stellt sich hinter Zimmermann

"Jan hat unsere Unterstützung": 96-Manager Mann stellt sich hinter Zimmermann

Dirk Tietenberg und Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Manager Marcus Mann (links) saß gegen Paderborn erstmals auf der Bank - und stärkt Jan Zimmermann den Rücken.
96-Manager Marcus Mann (links) saß gegen Paderborn erstmals auf der Bank - und stärkt Jan Zimmermann den Rücken. © Florian Petrow
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Eine Trainerdebatte gibt das 0:0 gegen Paderborn nicht her. "An der Diskussion beteiligen wir uns nicht. Jan hat unsere Unterstützung", sagt 96-Manager Marcus Mann. Baustellen im Team von Coach Zimmermann gibt's aber schon. Ein Überblick.

Lukas Kwasniok gehört zu den Hyperaktiven unter den Trainern. Vor Anpfiff klatschte er auch die Gegnerbank ab, trägt T-Shirt bei zehn Grad plus und hüpft an der Seitenlinie wie ein Flummi herum. Nach dem 0:0 in Hannover rutschten ihm ein paar lockere Sprüche heraus, die sie bei 96 nicht ganz so komisch finden dürften. „Wir wollen uns oben festbeißen, oben riecht es besser“, sagte er und lachte. Das klang nach einem „Ätsch!“ in Richtung Hannover. Die Lage ist kritisch, das stinkt allen bei 96.

Die Lage

Das 0:0 mag leistungsmäßig ein Fortschritt sein. Aber in der Tabelle bringt dies nichts. Nur wegen des knappen 2:1 von Heidenheim gegen Kiel steht 96 noch über dem Strich – punktgleich mit Holstein. Manager Marcus Mann sagte zur Lage, sie sei „unverändert. Große Schritte macht man mit Siegen.“ Davon hat 96 aber erst drei erzielt.

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Der Manager

Mann saß in Düsseldorf in der zweiten Hälfte zum ersten Mal auf der Trainerbank. Gegen Paderborn zum ersten Mal von Beginn an. Er demonstriert dort Geschlossenheit, schimpft mit dem vierten Offiziellen und beobachtet ge­mein­sam mit den Co-Trainer die Leistungsdaten und taktischen Auswertungen.

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Coacht er mit? „Eingreifen?“, fragt er zurück. „Die Hauptakteure sind die Trainer, das ist in ihrer Kompetenz.“ Tatsächlich ist seine Präsenz schon ein Eingriff, der sich allerdings positiv auswirken kann. Mann geht davon aus, „dass ich auf der Bank bleibe“. Der Platzwechsel auf die Bank war allerdings vorher „mit dem Trainer abgesprochen“.

Der Trainer

Jan Zimmermann tut alles, um die Mannschaften hinter sich zu bringen. Der mutige Auftritt der ersten Hälfte spricht zumindest dafür, dass die Spieler den Vorgaben folgen. Auch den Kampf nach der Roten Karte gegen Julian Börner kann man als Signal werten. Eine erneute Trainerdiskussion gibt das 0:0 gegen Paderborn nicht her. „An der Diskussion beteiligen wir uns nicht. Jan hat unsere Unterstützung“, sagt Mann.

Die Fitness

Es liegt allgemein nicht daran, dass die Spieler nicht für die Rettung oder für Zimmermann laufen würden. Sprints, intensive Läufe, Laufstrecken, bei diesen Werten gehört 96 zur Ligaspitze. Etwas verwunderlich: Hannover hat die Könige der Lüfte in der 2. Liga – kein Team gewinnt mehr Kopfballduelle. Aber warum köpft keiner mal den Ball ins Tor?


Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Die Abwehr

Die Rotsperre für Ab­wehr­chef Julian Börner tut weh. Marcel Franke war zwar mit Muskelverletzung ausgewechselt worden, aber Mann rechnet am Samstag in Karlsruhe wieder mit dem Kapitän. „Das KSC-Spiel sollte nicht in Gefahr sein“, sagt der Manager.

Der Angriff

Das laue Lüftchen im 96-Kader. Zehn Tore in 16 Spielen sind abstiegsreif. Lukas Hinterseer wurde für Marvin Ducksch ge­holt und traf noch gar nicht. „Wir haben es einfach versäumt, ein Tor zu machen“, sagte Zimmermann zur ersten Hälfte gegen Paderborn. „Das ist zurzeit unsere Geschichte.“ Auch Torwart Martin Hansen gab zu: „Wir haben uns geärgert, dass wir in der ersten Halbzeit kein Tor erzielt haben.“

Zimmermann wird es dennoch weiter mit Hinterseer versuchen. Mann findet die Kritik am Stürmer aber nicht ganz fair: „Die Last nur auf den Stürmern abzulegen ist nicht korrekt. Er arbeitet viel.“ Hinterseer sollte seine Torschusspanik schnellstmöglich loswerden, sonst wird das nichts mit den großen Schritten aus der Abstiegszone.