12. November 2020 / 07:03 Uhr

"Für seine Fähigkeiten arbeiten": Ansage von 96-Coach Kocak in Richtung Linton Maina

"Für seine Fähigkeiten arbeiten": Ansage von 96-Coach Kocak in Richtung Linton Maina

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kenan Kocak (eingeklinkt) weiß um das Talent von Linton Maina, aber auch um die fehlende Konstanz.
Kenan Kocak (eingeklinkt) weiß um das Talent von Linton Maina, aber auch um die fehlende Konstanz. © Florian Petrow
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Momentan ist bei Hannover 96 von Linton Maina auf dem Platz (zu) wenig zu sehen. Trainer Kenan Kocak weiß, dass der 21-Jährige zuletzt immer mal wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde, macht aber auch eine Ansage: "Er muss noch lernen, dass er für seine Fähigkeiten arbeiten muss."

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Wenn über die Problemzonen bei Hannover 96 diskutiert wird, geht’s gerade vor allem um die Spieler in der vordersten Linie. Marvin Ducksch bekommt zu hören und zu lesen, dass er allerbeste Torchancen versiebt. Hendrik Weydandt hat erst gar nichts zum Versieben.

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Unter dem Radar bleibt dagegen meist Linton Maina, obwohl der 21-Jährige auch sinnbildlich für die Schwächephase des Teams steht. Laut transfermarkt.de ist Maina schließlich der wertvollste Spieler der 2. Liga. Sein Marktwert wird auf 7,5 Millionen Euro taxiert. Auf dem Platz ist davon zurzeit wenig zu sehen. Maina wirkt eigentümlich unbeteiligt, er läuft so nebenher. Das sei nicht nur bei ihm so, sagt Kenan Kocak. Aber von Maina darf sich 96 ein bisschen mehr erhoffen. „Der Junge hat brutale Qualitäten“, weiß sein Trainer, „aber er muss noch lernen, dass er für seine Fähigkeiten arbeiten muss.“

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Das ist nicht das beste Mentalitätszeugnis und ein klarer Auftrag, den der unbedingten Einsatz und Leidenschaft fordernde Kocak seinem teuersten Spieler erteilt. „Wir arbeiten daran, dass wir Konstanz in seine Leistungen bekommen“, erklärt der Trainer. „Wir dürfen nicht vergessen, er war immer mal wieder verletzt und ist zurückgeworfen worden.“

Nur auf Abruf bei der U21

Diese Rückschläge haben Maina auch um den ersten Einsatz in der U21-Nationalmannschaft gebracht. Viermal musste er Stefan Kuntz absagen. Auf die fünfte Einladung für den Doppelpack in Braunschweig wartete Maina vergeblich. Auch Kuntz wird registriert haben, dass Maina im Leistungstief steckt.

Am Donnerstag testet die U21 gegen Slowenien, am Dienstag soll gegen Wales die EM-Teilnahme perfekt gemacht werden. Immerhin steht Maina noch auf Abruf bereit. Falls es vor dem Wales-Spiel zu Corona-Fällen im DFB-Team kommen sollte, „stünde eine komplette Mannschaft auf Abruf bereit“, verriet Kuntz. Maina könnte so kurzfristig als Corona-Nothilfe nach Braunschweig beordert werden.

Seinen nächsten Einsatz hat Maina aber am Samstag beim Test gegen den Klub, der ihn vor der Saison umworben hat – und bei dem seine Personalie zum Streit zwischen Trainer und Sportboss führte. „Eines unserer Transferziele war es, einen Spieler mit Tempo und Tiefgang zu holen. Das haben wir halt nicht geschafft“, sagte Wolfsburgs Coach Oliver Glasner. Maina dürfte zumindest einer dieser Spieler gewesen sein.

Das ist Hannovers 96-Rakete Linton Maina:

Der 19-jährige Linton Maina spielt seit Juli 2014 bei Hannover 96. Er wechselte mit 15 Jahren von seinem Jugendverein SV Empor Berlin zur U17 der Roten.  Zur Galerie
Der 19-jährige Linton Maina spielt seit Juli 2014 bei Hannover 96. Er wechselte mit 15 Jahren von seinem Jugendverein SV Empor Berlin zur U17 der Roten.  ©

96 hätte ihn auch zum VfL ziehen lassen, wenn die Ablöse doppelt so hoch wie die gebotene Summe von etwa 3 Millionen Euro gewesen wäre. Dazu war Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadtke jedoch nicht bereit. Der Ex-96-Sportchef kanzelte Glasner harsch ab: „Das ist ja nicht Phantasialand hier.“ Es fehlt aber nicht an der Fantasie zu glauben, dass der schnelle Außen in der Bundesliga besser zurechtkommen wird als in der Zweikampfliga.

Nie über die volle Spielzeit

Zwar war Maina in allen sieben 96-Spielen dabei, aber nie über die volle Spielzeit. Eingewechselt in der 46. zuletzt gegen Aue, raus zuvor in der 46. Minute in Fürth. Es ist ein unstetes Hin und Her, trotz seiner zwei Saisontore. Er hat damit so oft getroffen wie Ducksch und Weydandt.

Kocak ist „guter Dinge, dass wir bei Linton Kontinuität reinbekommen. Er muss seine Fähigkeiten abrufen.“ Dabei wirkte Maina manchmal noch so, als spiele er für sich selbst. „Wer nicht für die Mannschaft arbeitet, hat bei uns sowieso keine Chance“, stellt Kocak klar. „Egal, wie er heißt.“