22. Mai 2020 / 08:20 Uhr

"Müssen schlau genug sein": 96-Sportdirektor Zuber richtet Blick aufs Transferfenster

"Müssen schlau genug sein": 96-Sportdirektor Zuber richtet Blick aufs Transferfenster

Tobias Manzke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Sportdirektor Gerhard Zuber ist derzeit ein vielgefragter Mann. Eingeklinkt: Anstoss mal anders - Moderator Christoph
 Dannowski (links) und Dieter Schatzschneider in der Madsack-Loge in der HDI-Arena. Zugeschaltet sind Zuber (links) und SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke.
96-Sportdirektor Gerhard Zuber ist derzeit ein vielgefragter Mann. Eingeklinkt: Anstoss mal anders - Moderator Christoph Dannowski (links) und Dieter Schatzschneider in der Madsack-Loge in der HDI-Arena. Zugeschaltet sind Zuber (links) und SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke.
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Gerhard Zuber hat derzeit alle Hände voll zu tun - allein schon damit, dass Hannover 96 alle Quarantäne-Regeln einhält. Doch der Sportdirektor muss auch andere Themenfelder bearbeiten, vor allem die Personalplanung. Die war auch ein Punkt beim 121. NP-Anstoß, der zum ersten Mal ohne Zuschauer stattfand.

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Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen: Wegen der Corona-Krise fand der 121. NP-Anstoß zum ersten Mal in seiner Geschichte ohne Zuschauer statt. Moderator Christoph Dannowski führte trotz der ungewohnten Situation souverän durch den 45-Minuten-Talk aus der HDI-Loge im Stadion. Neben ihm, mit Hygenieab­stand, Dieter Schatzschneider, zugeschaltet per Videokonferenz waren SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke und Gerhard Zuber, Sportdirektor von Hannover 96.

"Das muss man auch mal bedenken"

Letzterer stellte sich aus seinem Hotelzimmer im Courtyard am Maschsee, wo sich die Mannschaft unter Quarantäne auf das Spiel in Osnabrück vorbereitet, allen Themen. „Wir freuen uns, dass es endlich wieder losgeht“, so Zuber.

Der auch gleich eine Lanze für die Profis brach im Bezug auf die Kritik, dass Fußballer in der Zeit der Pandemie privilegiert seien. „Letztendlich tun wir alles mit eiserner Disziplin, um unseren Job wieder ausüben dürfen“, sagte der Manager. „Die Spieler sind von ihren Partnern getrennt, von ihren Kindern, das ist nicht ganz ohne, das muss man auch mal bedenken.“

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Nach dem ausgefallenen Dresden-Spiel geht es am Samstag auch für 96 los – in Osnabrück. „Die haben einen Riesenvorteil, weil sie schon ein Spiel in den Knochen haben“, sagte Dieter Schatzschneider, der in Osnabrück live Ort dabei sein darf. Dennoch stehen die Chancen auf einen 96-Sieg nicht schlecht. „In den Geisterspielen haben sich bisher eher die individuell besseren Mannschaften durchgesetzt. Da sehe ich auch einen Vorteil von 96“, erklärte Andreas Willeke. In Abstiegsgefahr – und da sind sich alle einig – sollte 96 eigentlich nicht mehr geraten.

Aber läuft es mit den Planungen für die nächsten Saison? „Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge, weil keiner weiß, wie es weitergeht“, sagte Zuber. Der 96-Manager ist dafür, möglichst bald wieder vor Zuschauern zu spielen. „Wir haben jetzt genug Zeit, um uns Maßnahmen zu überlegen“, sagte er. Das ist auch „entscheidend für die Budgetplanung“. Und damit auch für neue Spieler. Der Transfermarkt wird unübersichtlich sein in diesem Jahr, kein Verein könne „jetzt große Sprünge machen“, erklärt Zuber. „Wir müssen schlau genug sein, um uns einen Vorteil zu erarbeiten.“

Daran arbeiten Zuber und Kocak, die beide ihre Verträge bis 2023 verlängert haben. „Kenan Kocak kann eine Mannschaft sehr gut führen. Der weiß selber noch gar nicht, wie gut er ist. Für mich ist er ein kleiner Mini-Kloppo“, lobt Schatzschneider. Die 96-Legende freut sich aber auch, dass „der Gerry hier ist“. Zuber hat einen „guten Austausch mit dem Trainer“, wie er selber sagt. Und der Plan für das Duo für die kommende Saison ist klar: der Aufstieg in die erste Liga. „Ich hätte nichts gegen die Bundesliga, das ist unser Anspruch“, teilte Zuber per Video mit.