27. Juli 2021 / 07:04 Uhr

Wie viel kriegt Zuber? 96 und Ex-Sportchef können sich nicht auf Abfindung einigen

Wie viel kriegt Zuber? 96 und Ex-Sportchef können sich nicht auf Abfindung einigen

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der freigestellte Sportchef Gerhard Zuber und 96 haben sich vor dem Arbeitsgericht nicht auf die große Lösung einigen können.
Der freigestellte Sportchef Gerhard Zuber und 96 haben sich vor dem Arbeitsgericht nicht auf die "große Lösung" einigen können. © Florian Petrow
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Wegen einer Gehaltskürzung ist der von Hannover 96 freigestellte Ex-Sportchef Gerhard Zuber vors Arbeitsgericht gezogen. Beim Gütetermin ging es dort schnell um die endgültige Trennung. Zu einer Einigung kam es nicht, da beide Parteien bei der Höhe der Abfindung deutlich auseinander liegen.

Weil 96 ihm mit Verweis auf die Corona-Lage rückwirkend das Gehalt gekürzt hatte, zog der freigestellte Ex-Sportchef Gerhard Zuber vors Arbeitsgericht Hannover. Am Montag stand der Gütetermin an – und dabei ging es plötzlich um die „große Lösung“: die endgültige Trennung. Doch es hakt weiter an der Abfindung für den Österreicher, und trotz langer Gespräche gab es kaum Bewegung. Die Trennung zieht sich wie ein Kaugummi.

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Die rückwirkende Corona-Kürzung des Gehalts wurde vorm Arbeitsgericht schnell zum Nebenaspekt. „Die offenen Zahlungsansprüche sind die kleine Lösung, aber eigentlich brauchen Sie etwas anderes“, machte Richterin Sylvia Bittens zu Beginn des Gütetermins deutlich: „Sie sollten schauen, ob die endgültige Trennung geht. Ein neuer Sportdirektor ist da, da kann ein gemeinsames Miteinander kaum mehr funktionieren.“

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Das sehen auch 96 und Zuber so. Der Klub könnte insgesamt Geld sparen, der 45-Jährige wäre flexibel und frei für einen neuen Arbeitgeber. Doch es hakt bei der Höhe der Abfindung, und das deutlich. „Wenn wir eine Lösung fänden, wäre das gut für beide Seiten“, bestätigte 96-Anwalt Sebastian Melz. Aber: „Wir konnten keine Summe finden, mit der beide Seiten zufrieden sind. Deswegen sitzen wir hier, aber wir sind gesprächsbereit.“

Zuber bekommt brutto 30.000 Euro monatlich und hat noch zwei Jahre Vertrag – bis zum Vertragsende würde er also noch rund 700.000 Euro kassieren. Nicht unüblich, wenn die Abfindung in etwa die Hälfte des ausstehenden Betrags umfassen würde. Allerdings: Nach SPORTBUZZER-Informationen will 96 deutlich weniger zahlen – und Zuber deutlich mehr bekommen.

Zuber-Anwalt: "Nur nur Frage des Geldes"

Ebenfalls entscheidend: „Es ist nicht nur eine Frage des Geldes, ob man sich einigt, sondern auch eine Stimmungsfrage“, erläuterte Zubers Anwalt Horst Kletke. „Wir wissen bis heute auch nicht, was Gerry Zuber falsch gemacht haben soll.“ Es gehe bei den Abfindungsgesprächen auch „um den Umgang miteinander“, sagte Kletke. Dass der 96-Geschäftsführer, also Martin Kind, neue Gesichter auf der Führungsebene sehen wolle, „das gibt es im Sport. Aber dann kann man das, gerne intern, auch ehrlich sagen. Und dann kostet es eben Geld.“

Richterin Bittens warb mit Nachdruck für ein „faires Miteinander“ und eine Lösung „mit möglichst wenig Gesichtsverlust für beide Seiten“. Doch auch eine fast einstündige Verhandlungspause mit Gesprächen zwischen 96 und der Zuber-Seite brachte kein konkretes Ergebnis. Bittens beendete die Güteverhandlung dennoch fürs Erste – 96 und Zuber sollen weiter an einer Lösung arbeiten. Ob das klappen kann? Ergebnis: offen. Eskalation: möglich. Dauern wird’s wohl auf alle Fälle noch.