08. November 2019 / 08:06 Uhr

96-Interimsduo Saric und Barlemann: Erst Chefs in Heidenheim, dann arbeitslos?

96-Interimsduo Saric und Barlemann: Erst Chefs in Heidenheim, dann arbeitslos?

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wenn Hannover 96 beim 1. FC Heidenheim gastiert, werden Asif Saric und Lars Barlemann die Mannschaft als Verantwortliche betreuen. Doch wird das Gastspiel in der Voith-Arena auch ihr erstes als Cheftrainer und ihr letztes im 96-Dienst? 
Wenn Hannover 96 beim 1. FC Heidenheim gastiert, werden Asif Saric und Lars Barlemann die Mannschaft als Verantwortliche betreuen. Doch wird das Gastspiel in der Voith-Arena auch ihr erstes als Cheftrainer und ihr letztes im 96-Dienst?  © imago/Montage
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Vom Co-Trainer zum Cheftrainer in die Untätigkeit? Asif Saric und Lars Barlemann betreuen Hannover 96 hauptverantwortlich beim Spiel gegen den 1. FC Heidenheim. Sie setzen die Arbeit von Mirko Slomka fort, wie Saric betont. Das Zutrauen von Sportdirektor Jan Schlaudraff haben sie. Doch was passiert mit Ihnen, wenn ein neuer Trainer kommt?

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Asif Saric (54) wirkt recht entspannt in der ungewohnten Lage und grüßt freundlich zum Start der Pressekonferenz: „Guten Tag zusammen“, dazu ein mildes Lächeln. Der bisherige Co-Trainer von Mirko Slomka ist für ein Spiel Entscheider, am Sonntag (13.30 Uhr) in Heidenheim sind er und der andere Co Lars Barlemann (29) jeweils Halbchef – ein bisschen wider Willen.

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Verantwortung, aber kein Chefdasein

„Ich und Barle sind diejenigen, die entscheiden. Wir tragen die ganze Verantwortung“, sagt Saric, schränkt aber ein: „Wir wollen nicht die Chefrolle spielen.“ Das Duo will bei der Ein-Spiel-Aufgabe nicht allzu sehr im Vordergrund stehen. „Es ist für uns sicherlich eine besondere Situation.“ Aber: „Wir bereiten die Mannschaft auf das Spiel vor, die Hauptakteure sind die Spieler.“

Schlaudraff: "Jeder imstande, eine bessere Leistung zu zeigen"

Und die müssen zulegen, vor allem im Vergleich zum gruseligen 1:1 zuletzt gegen Sandhausen. „Jeder einzelne von den Jungs weiß, dass er imstande ist, eine bessere Leistung zu zeigen“, sagt Sportdirektor Jan Schlaudraff. „Man kann nicht alles an Mirko Slomka festmachen. Aber trotzdem ist es nun mal im Geschäft so: Wir können keine 25 Mann austauschen, wenn die Leistung nicht stimmt. Der Trainer ist nun mal oft der Leidtragende.“

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Auch für die bisherigen Co-Trainer sei es nach dem Slomka-Rauswurf eine „schwierige Situation“, verrät Saric. „Wir hatten eine hervorragende Zusammenarbeit mit Mirko. Auch die Mannschaft leidet unter der Entscheidung. Aber sie sind Profis, sie können das verkraften und bereiten sich professionell auf das Spiel vor.“ Übrigens im gewohnten Slomka-Rhythmus. Saric: „Wir haben die Arbeit von Mirko fortgesetzt, da hat sich nichts geändert. Wir bereiten die Mannschaft vor wie immer. Unser Ziel war es, in dieser Woche nicht alles über den Haufen zu werfen.“

Saric: "Auswärts haben wir eine großartige Bilanz"

Trotz zuletzt mieser Leistung traut der Kurzzeitchef seinem Team in Heidenheim was zu. „Die Mannschaft hat Mentalität und den Willen. Das ist erste Voraussetzung, dass wir die aggressive Art von Heidenheim annehmen. Wir sind sehr zuversichtlich.“ Und auswärts läuft’s ja meist: „Da haben wir eine großartige Bilanz.“

Der erfahrenere der beiden Interimschefs wird im 96-Duo vorangehen. Immerhin eine Chefstelle hat Saric in der Vita, von 2006 für zwei Jahre beim Bonner SC in der Oberliga. Als Co war er neun Jahre lang beim SC Paderborn, 2017 brachte ihn André Breitenreiter mit nach Hannover. Die Cheftrainer gingen, Saric blieb. Jetzt ist er erstmals (Interims-)Chef im Profifußball.

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Fliegen Saric und Barlemann nach dem Chef-Debüt?

Das sei auch der Situation vor der Länderspielpause geschuldet, bestätigt Schlaudraff: „Es macht keinen Sinn, jemanden zu installieren, der ein oder zwei Trainingsheiten macht, der alle kennenlernen muss, eine neue Ansprache hat.“ In das Kurzzeitduo, sagt der Sportdirektor, hat er Vertrauen. Die Heidenheim-Aufgabe „hat nichts mit abschenken zu tun“, betont er. „Asif und Barle sind die ganze Saison dabei, haben die Mannschaft intensiv begleitet. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand die Mannschaft in drei oder fünf Tagen so gut kennenlernen kann wie die beiden, die schon Jahre hier sind.“

Ob sie noch lange bleiben dürfen, ist derweil unklar. Wenn der neue Coach seine eigenen Assistenten mitbringt, könnte auf die Chefrolle am Wochenende sogar das 96-Aus kommende Woche folgen. „Das spielt gar keine Rolle“, antwortet Saric trocken. „Wir wollen die Mannschaft bestmöglich vorbereiten.“

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