20. Mai 2020 / 08:27 Uhr

Hannover 96 in der Falle: Einsatz-Verbot im Juli für Profis mit auslaufenden Verträgen?

Hannover 96 in der Falle: Einsatz-Verbot im Juli für Profis mit auslaufenden Verträgen?

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wie umgehen mit Spielern, deren Verträge am 30. Juni enden - wenn im Juli noch gespielt werden muss? Diese Frage stellt sich Martin Kind. Der Vertrag mit Cedric Teuchert (eingeklinkt) soll zum Beispiel vorher verlängert werden.
Wie umgehen mit Spielern, deren Verträge am 30. Juni enden - wenn im Juli noch gespielt werden muss? Diese Frage stellt sich Martin Kind. Der Vertrag mit Cedric Teuchert (eingeklinkt) soll zum Beispiel vorher verlängert werden. © imago images / Zink
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Zwölf Verträge bei Hannover 96 laufen am 30. Juni aus. Dass die Saison in der 2. Bundesliga wie geplant zwei Tage vorher endet, scheint aber keinesfalls sicher. Was, wenn auch im Juli gespielt wird? Der Plan von Profichef Martin Kind: 96 verlängert vorher mit den Spielern - oder setzt sie nicht mehr ein. 

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Die beiden wichtigsten Männer sitzen bis 2023 im roten Ruderboot – Sportchef Gerhard Zuber und Trainer Kenan Kocak sollen Hannover 96 in eine bessere Zukunft steuern. Viel mehr ist noch nicht klar, aber Profichef Martin Kind macht jetzt Vorgaben.

Zwölf Verträge laufen aus

Spieler, deren Verträge am 30. Juni auslaufen: Die Saison soll am 28. Juni beendet sein, aber das ist keinesfalls sicher. „Zur Not sollten wir auch im Juli oder August die Saison zu Ende bringen“, wünscht sich Kind. Mit einem Spiel hängt 96 schon in der Warteschleife – die abgesagte Partie gegen Dresden ist noch nicht terminiert.

Sollten Spiele in den Juli fallen, hat 96 ein Vertragsproblem. Denn zwölf Profis wären nicht mehr gebunden, ihre Papiere laufen am 30. Juni aus – und zwar die von John Guidetti, Jannes Horn, Cedric Teuchert, Hendrik Weydandt, Julian Korb, Miiko Albornoz, Matthias Ostrzolek, Sebastian Jung, Sebastian Soto, Marlon Sündermann, Marco Stefandl und Marc Stendera.

Bilder vom Training von Hannover 96 (19. Mai)

Timo Hübers hat den Ball fest im Visier. Zur Galerie
Timo Hübers hat den Ball fest im Visier. ©

Der 96-Chef will es bei ihnen nicht auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. Es gibt Anwälte, die vermuten, dass nicht allein das Datum gilt, sondern der 30. Juni mit dem Saisonende gleichzusetzen wäre – und die Verträge damit bei Partien im Juli gültig wären. Kind will den Streit vermeiden und auch keine Kurzfristverträge abschließen.

"Ich überlege, die Verträge auslaufen zu lassen"

Sein Ausweg aus der Vertragsfalle: „Ich überlege, die Verträge auslaufen zu lassen und die Spieler dann im Juli nicht mehr einzusetzen, sofern wir einen sicheren Tabellenplatz besetzen“, sagt der 96-Boss. Er weiß aber auch, „es darf keine Wettbewerbsverzerrung geben“, etwa bei 96-Gegnern, die dann noch auf- oder absteigen können.

Weniger dramatisch wäre der Verzicht bei Ersatzkräften wie Torwart Sündermann, Stefandl oder Soto. Schon kritischer wäre es bei Albornoz oder Ostrzolek, die zwar auch nur noch sporadisch spielen, aber als Aushilfen gebraucht werden.

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Guidetti und Weydandt könnten aber nicht mehr stürmen, Stendera nicht mehr im Mittelfeld die Bälle verteilen, Jung und Korb nicht mehr rechts verteidigen – sofern sie ihre Verträge nicht bis dahin verlängern. Denn das ist offenbar der Hintergrund von Kinds Plan: Die Verträge von Profis, die 96 behalten will, sollen vorher im Mai oder Juni verlängert werden. So soll es bei den ausgeliehenen Horn (Köln) und Teuchert (Schalke) laufen.

Guidetti zu teuer, Sonderfall Weydandt

„Die beiden wollen wir behalten“, sagt Kind, „ich gehe davon aus, dass wir das bis dahin geregelt haben.“ Köln fordert für Horn utopische 2 Millionen, für Teuchert ist eine Kaufoption von 1,5 Millionen Euro vereinbart. „Wir sind im intensiven Austausch und werden eine faire Linie finden“, meint Kind. Guidetti wäre dagegen zu teuer. Ein Sonderfall ist Weydandt, den 96 halten will, aber wohl nicht kann.