10. April 2022 / 18:53 Uhr

96-Manager Mann warnt nach Auswärtssieg in Aue: „Die Rettung war das noch nicht“

96-Manager Mann warnt nach Auswärtssieg in Aue: „Die Rettung war das noch nicht“

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marcus Mann, Manager von Hannover 96, sieht nach dem 3:1 im Erzgebirge „keinen Grund, einen Schritt weniger zu machen“.
Marcus Mann, Manager von Hannover 96, sieht nach dem 3:1 im Erzgebirge „keinen Grund, einen Schritt weniger zu machen“. © IMAGO/Jan Huebner
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 „Das waren drei wichtige Punkte“, sagt Marcus Mann nach dem 3:1 bei Erzgebirge Aue. Der 96-Manager warnt aber sogleich: „Die Rettung war das definitiv noch nicht. Es wäre fatal, jetzt zu glauben, dass die Saison beendet ist.“ Fünf Zähler brauche man schon noch, um sicher zu sein.

Diesmal gab’s an der Fankurve Applaus für die 96-Profis – statt Pfiffen. Vor einer Woche lief das unversöhnlicher. Jetzt: Gratulation für die nahende Rettung in der 2. Bundesliga, auch wenn die Leistung beim 3:1 in Aue wieder nicht wirklich zufriedenstellte. „Es war das erwartete Drecksspiel“, fasste Hendrik Weydandt zusammen. Immerhin mit dem besseren Ende für Hannover in Tor- und Abstiegsfragen.

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Drei Punkte mitgenommen, endlich Raum zu den drei Kellerplätzen verschafft, die Rettung ist nur rechnerisch noch zu verspielen. Manager Marcus Mann bleibt aber naturgemäß noch vorsichtig. „Das waren drei wichtige Punkte“, bestätigt er, aber nein – „die Rettung war das definitiv noch nicht. Es wäre fatal, jetzt zu glauben, dass die Saison beendet ist.“ 40 Punkte würden wohl reichen, schätzt Mann. „Dann bräuchten wir noch fünf, um sicherzugehen.“

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96 wurschtelte sich frei gegen einen lange erschreckend schwachen Gegner. Eine überzeugende Halbzeit, die erste, reichte in Aue gerade aus. Auch 96-Trainer Christoph Da­brows­ki hatte die sichtbaren Mängel erkannt, ihm war’s aber eher egal nach zuvor fünf sieglosen Spielen. „Wir haben den Druck gespürt und lange auf ein Erfolgserlebnis gewartet. Für uns zählt nur der Sieg, das wird der Mannschaft Kraft und Mut geben.“

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Und weil Sandhausen am Sonntag noch gegen den Drittletzten Dresden (2:1) gewann, hat 96 jetzt sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz im Keller. „Wir sind erleichtert, dass das Wochenende so gelaufen ist. Trotzdem gibt es keinen Grund, jetzt einen Schritt weniger zu machen oder ein Prozent weniger zu geben“, betont Sportchef Mann. „Unserer eigener Anspruch muss sein: Nicht nur so hoch zu springen, wie wir müssen.“

Nicht nur das Wetter ist ein einziges Auf und Ab

In Aue war aber nicht nur das Wetter ein einziges Auf und Ab (Regen, Sonnenschein, Hagel), sondern auch die 96-Leistung. Der Start lief noch perfekt gegen verunsicherte Hausherren. Nach nur 153 Sekunden führte Hannover durch den Einsatz von Julian Börner nach einer Ecke, das 2:0 erzielte Hendrik Weydandt ebenfalls noch früh (23.) im Fallen. Der Videoschiri korrigierte die zuvor gepfiffene vermeintliche Abseitsstellung, der Stürmer feierte mit Verzögerung. Doch danach fehlte die Effizienz. „Wir hätten vor der Halbzeit noch das dritte Tor nachlegen können“, urteilte Trainer Dabrowski. Stattdessen schaltete sein Team nach der Pause eher einen Gang zurück. „Aue hat das sehr gut gemacht“, fand Dabrowski. Zur Wahrheit gehört aber: 96 half mit, dass die Hausherren zurück ins Spiel fanden. 

Beim Auer Anschlusstreffer (54.) war es eine Fehlerkette mit schlechtem Stellungsspiel. „Da stimmte die Grundordnung nicht“, bestätigt Mann. Erst wird Anthony Barylla im Halbfeld nicht richtig angegangen, dann wird die Flanke immer länger und kein 96-Profi ist nah genug an Nikola Trujic dran. Ein Glück, dass 96 zwar ins Schwimmen geriet, aber nicht unterging. Nach einer wackligen Viertelstunde brachte Sebastian Kerks abgefälschtes 3:1 (75.) die Entscheidung und wieder Ruhe rein ins 96-Spiel – wohl auch perspektivisch.

Bilder vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen Erzgebirge Aue und Hannover 96

Wetterkapriolen in Aue, die 96-Profis stört's offensichtlich wenig. Zur Galerie
Wetterkapriolen in Aue, die 96-Profis stört's offensichtlich wenig. ©

„Das war sicherlich gut für die Nerven“, bestätigt Mann gelöst. „Hoffentlich gibt uns das Sicherheit, dass wir so schnell wie möglich unser Ziel erreichen.“ Sein Trainer macht sich da keine Sorgen mehr. „Wir werden weiter punkten und klar unser Ziel erreichen“, sagt Da­brows­ki. Punkte gibt es schließlich auch für Drecksspiele.