14. Juli 2021 / 20:36 Uhr

4:4 im Test bei Hertha BSC: Aber vor allem das "blöde Tor" am Ende nervt 96

4:4 im Test bei Hertha BSC: Aber vor allem das "blöde Tor" am Ende nervt 96

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96 hat in Berlin reichlich Grund zum Feiern - hier hat gerade Valmir Sulejmani (Zweiter von links) zugeschlagen.
96 hat in Berlin reichlich Grund zum Feiern - hier hat gerade Valmir Sulejmani (Zweiter von links) zugeschlagen. © IMAGO/Eibner
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Es ging hin und her beim Testspiel von Hannover 96 bei Hertha BSC. "Mir hat es grundsätzlich gefallen, auch wenn wir das Spiel gern gewonnen hätten", resümierte Trainer Jan Zimmermann nach dem 4:4 (1:3). "Wir haben uns Step-by-Step in den letzten Wochen gesteigert."

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Erst war’s die Davie-Selke-Show, dann übernahm Hannover 96 den Drücker. Das 4:4 bei Hertha BSC brachte zwar keinen Sieg, aber viel Gutes zum Vorschein beim Team von Jan Zimmermann. „Mir hat es grundsätzlich gefallen, auch wenn wir das Spiel gern gewonnen hätten“, fand der 96-Coach. „Wir haben uns Step-by-Step in den letzten Wochen gesteigert, und ich denke heute auch wieder.“ Trotz Startschwierigkeiten und eines Schrecks zum Ende. 

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Eine Minute vor Schluss blieb Talent Grace Bokake am Boden liegen, musste behandelt werden. Der Akademiespieler war heftig mit Ron-Robert Zieler zusammengerauscht, aber zum Glück ansprechbar. „Er wird wohl ein paar Tage nicht trainieren können“, vermutete Zimmermann. Womöglich eine Gehirnerschütterung, 96 wird ihn behutsam wieder ranführen. Auch für Zieler war’s ein Schock nach einem trotz vier Gegentoren eigentlich ordentlichen Spiel.

Bilder vom Testspiel zwischen Hertha BSC und Hannover 96

Die Spieler von Hannover 96 schwören sich aufs Spiel ein. Zur Galerie
Die Spieler von Hannover 96 schwören sich aufs Spiel ein. ©

Vor allem über die linke 96-Seite von Talent Jan-Erik Eichhorn wurde Hertha früh gefährlich. Der 19-Jährige war erst kurzfristig für Stammkraft Niklas Hult in die Startelf gerutscht, der nach dem Warmmachen leicht humpelte. Muskuläre Probleme. Eichhorn machte es mutig, aber eben auch fehlerhaft.

Erster Bestrafer aus Hertha-Sicht: Der Ex-Bremer Selke. Bei dessen erster Chance rettete noch Zieler (18.), der weit aus seinem Kasten lief und sich breitmachte. Bei der zweiten hatte der 96-Towart keine Chance. In Hannovers Sechzehner stimmte die Abstimmung nicht, Selke köpfte nach einer Flanke von Javairo Dilrosun (34.) unbedrängt ein.

Die Köpfe bleiben bei 96 oben

Den 96-Ausgleich besorgte fünf Minuten später Marvin Ducksch mit einer technisch starken Leistung: bei einer Dribbeleinlage hatte er sein Schussfenster eigentlich fast schon verpasst, machte es dann kompliziert gegen die eigene Laufrichtung. Aber eben stark und erfolgreich zum 1:1. 

Selke nahm’s persönlich: Sein zweites Tor schoss er volley rein, das dritte kurz vor der Pause nach einem zweifelhaften Elferpfiff. Doch trotz 1:3 blieben die 96-Köpfe oben, Hannover zeigte in der zweiten Hälfte ein anderes Gesicht. Mit sieben frischen Kräften, bei denen die offensive Abstimmung noch besser passte. Hinten räumte zudem Simon Falette auf. Im Verbund mit dem starken Talent Marc Lamti gelang nicht mal mehr Selke was.

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96 umso mehr. In der 56. Minute nutzte Sebastian Stolze seine dritte 96-Chance des Spiels für seinen ersten 96-Treffer. Nach No-look-Pass von Florent Muslija und einem Distanzversuch von Valmir Sulejmani nutzte er den Abpraller schlau, legte sich den hohen Ball noch mal mit der Brust vor, 2:3.

Den Ausgleich besorgte Muslija ebenfalls sehenswert per direktem Freistoß aus halblinker Position (59.). Da klatschten sogar die 850 Berliner Fans im Akademie-Stadion wohlwollenden Applaus. Sulejmani machte die Aufholjagd mit seinem 4:3 eine Viertelstunde vor Schluss perfekt. Das gefiel auch Zimmermann. 

Bitter aus 96-Sicht einzig der Berliner Ausgleich. Nach einem Einsteigen von Bokake pfiff der Schiri den nächsten Elfer, Jhon Cordoba verwandelte (82.). Zimmermann unzufrieden: „Ich bin kein großer Befürworter des Videobeweises, aber heute hätte ich ihn gerne gehabt. So ein blödes Tor am Ende. Das ist schade für die Jungs, weil sie sich das so verdient hatten.“