03. Februar 2018 / 12:13 Uhr

Hannover 96: Bloß kein Mitleid mit dem Bundesliga-Dino

Hannover 96: Bloß kein Mitleid mit dem Bundesliga-Dino

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ihlas Bebou jubelt nach dem Treffer zum 2:0 im Hinspiel.
Ihlas Bebou jubelt nach dem Treffer zum 2:0 im Hinspiel. © Maike Lobback
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Am Sonntag (18 Uhr) muss Hannover 96 zum Nordderby ins Volksparkstadion des Hamburger SV reisen. Trainer André Breitenreiter ist zuversichtlich, erwartet aber einen Gegner, der "Gas geben wird." Mit einem Sieg der Roten, würde der Dino kaum noch aus dem Keller kommen.

Die Uhr läuft, nicht eine Bundesliga-Minute hat der HSV verpasst. Der letzte Dino, der schon so oft am Abgrund stand, aber noch nie runtergekippt ist in die zweite Liga. Der vormals große Hamburger Sportverein steht mal wieder tief in der Misere, freundlich formuliert. Mit dem Trainerwechsel von Markus Gisdol zu Bernd Hollerbach hat der HSV schon die letzte Patrone eingelegt.

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​"Erwarte eine Mannschaft, die Gas geben wird"

Nach seinem Einstand beim 1:1 in Leipzig trifft Hollerbach auf seinen früheren HSV-Mitspieler An­dré Breitenreiter. Siegt der 96-Trainer in dem Duell, würde der Dino kaum noch aus dem Keller kommen. Dann wäre der Effekt des Trainerwechsels schon wieder verpufft. „Der HSV hat eine große Drucksituation“, sagt Breitenreiter, „ich erwarte eine Mannschaft, die Gas geben und eine brutale Mentalität auf den Platz bringen wird.“

Die Wintertransfers von Hannover 96 von 2000 bis heute (Stand: 31. Januar 2022)

Saison 99/00 - Darlington Omodiagbe (LSK Lodz -> Hannover 96, Ablöse: 500.000 Euro) Zur Galerie
Saison 99/00 - Darlington Omodiagbe (LSK Lodz -> Hannover 96, Ablöse: 500.000 Euro) ©

​Simpler Fußball des HSV


Nach einer ersten Stilkritik rechnet Breitenreiter mit sehr simplem Fußball vom HSV: „Viele lange Bälle, Kampf um die zweiten Bälle.“ Dagegenhalten sollen die 96-Spieler – „und kühlen Kopf bewahren“. Die Hamburger „werden versuchen, Emotionen zu wecken“, vermutet der 96-Trainer, „das Spiel ist völlig offen, alles ist möglich.“

Wichtig für 96 ist, dass Niclas Füllkrug seine Grippe überstanden hat. In Hamburg will der 24-Jährige die zehn vollmachen, noch steht er bei neun Saisontoren. 96 könnte schon auf 30 Punkte kommen, das Ziel hatte die Mannschaft beim Spiel gegen Wolfsburg (0:1) verpasst.

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​"Werden mit Ruhe und Gelassenheit weiterarbeiten"

Es folgen jetzt drei Partien gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel. HSV, Freiburg und Köln. „Da erwartet der eine oder andere, dass wir da großartig punkten müssen“, meint der 96-Coach. „Das nehmen wir uns auch vor. Aber wir haben auch nachgewiesen, dass wir in den Spielen danach auch punkten können“, sagt Breitenreiter, „wenn wir ehrlich sind, hätten wir nach einem Sieg gegen Wolfsburg nur über den Europapokal reden müssen. Und jetzt machen wir uns verrückt, wenn wir in den nächsten drei Spielen vielleicht nicht ausreichend punkten, dann sind wir schon wieder fast abgestiegen.“ Breitenreiter stellt klar: „Wir werden wie gewohnt mit Ruhe und Gelassenheit weiterarbeiten.“

Das ist das Restprogramm von Hannover 96:

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Samstag, 05. Mai, 15:30 Uhr: Hannover 96 - Hertha BSC. ©
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​Tschauner im Tor


Im Tor wird wieder Kapitän Philipp Tschauner stehen, trotz seines Patzers beim Siegtor der Wolfsburger. Auch Felix Klaus bleibt im Team, obwohl er nach dem Saisonende nach Wolfsburg wechseln wird. „Felix ist ein Superkerl, der bis zum letzten Tag alles geben wird“, ist Manager Horst Heldt überzeugt.

Die Klaus-Uhr bei 96 läuft ab, aber auch für ihn gilt am Sonntag: bloß kein Mitleid mit dem HSV-Dino.

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