23. April 2021 / 07:12 Uhr

Weiter mit Kocak und Zuber: Tappt 96-Boss Martin Kind erneut in Planungsfalle?

Weiter mit Kocak und Zuber: Tappt 96-Boss Martin Kind erneut in Planungsfalle?

Dirk Tietenberg, Andreas Willeke und Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bastian Hellberg (rechts) soll auf Wunsch von 96-Boss Martin Kind seine Expertise bei Personalfragen einbringen.
Bastian Hellberg (rechts) soll auf Wunsch von 96-Boss Martin Kind seine Expertise bei Personalfragen einbringen. © IMAGO/Sven Simon
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Bis Saisonende bleiben Trainer Kocak und Sportdirektor Zuber - und planen beim Personal mit. Und dann? Einen ähnlichen Fehler hat 96-Boss Martin Kind 2015 schon mit Dirk Dufner gemacht. Der neue Transferrat mit Bastian Hellberg soll helfen. Spielt auch Ex-Profi Sergio Pinto eine Rolle?

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Den Druck hat 96-Chef Martin Kind schon vor dem gemeinsamen Treffen am Nachmittag rausgenommen. „In den restlichen fünf Spielen geht es weiter mit Sportdirektor Gerhard Zuber und Trainer Kenan Kocak“, teilte 96 mittags mit. Kocak und Zuber konnten am Donnerstag kurz nach 14 Uhr also einigermaßen entspannt nach Großburgwedel fahren. Sie mussten nicht mehr fürchten, vor die Tür gesetzt zu werden. Vorerst jedenfalls nicht.

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Durch den 3:1-Sieg gegen Regensburg hat sich auch für Kind die Lage entspannt. Der Klassenerhalt sollte mit 39 Punkten gesichert – und damit der GAU verhindert sein. Der größte anzunehmen Unfall wäre für Kind der Abstieg. Er wäre dann wieder angekommen, wo er 1997 Präsident geworden war – in der 3. Liga.

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Hätte 96 gegen Regensburg verloren und wäre dem Abstieg näher gekommen, wären Kocak und Zuber wohl freigestellt worden. Durch die Nichtabstiegs-Sicherheit hofft Kind, Zeit zu gewinnen, um die weiteren Entscheidungen vorzubereiten. Die vorläufige Job-Bestätigung für Kocak und Zuber verbindet Kind mit „dem Ziel, kontinuierlich zu punkten und die Saison mit guten Leistungen versöhnlich abzuschließen“.

Zuber legt Liste mit potenziellen Neuen vor

Folgen erneute Niederlagen, dürfte wieder neu gedacht werden. Schließlich gehe es „auch um ein positives Signal für die kommende Spielzeit“. Wie das beim aktuellen Platz 10 noch aussehen kann, erscheint jedoch rätselhaft.

Kind hat sich jedenfalls gegen eine Zwischenlösung für die letzten fünf Partien etwa mit U23-Coach Christoph Dabrowski entschieden. Das heißt nicht, dass es zur neuen Saison definitiv auch mit Kocak und Zuber weitergeht. „Am Ende der Saison wird es eine umfassende Analyse mit allen Beteiligten geben“, kündigt Kind an.

Bis Ende Mai kann mit der Planung der neuen Mannschaft aber nicht gewartet werden. Dazu legte Zuber am Donnerstag eine Liste mit möglichen Kandidaten vor. Auch über Spieler, deren Verträge auslaufen, wurde gesprochen. Weiter ging’s um das Betreuerteam. Co-Trainer, Physios, Ärzte – es sind viele Fragen offen. „Gespräche über Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen werden in den kommenden Tagen und Wochen fortgesetzt“, erklärt Kind.

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Der 96-Chef könnte dabei wieder in die Planungsfalle tappen. Der damalige Manager Dirk Dufner durfte im Sommer 2015 noch eine Mannschaft planen, obwohl klar war, dass er gehen musste. 96 stieg prompt ab, Kind musste den „Fehler“ eingestehen.

Planungs-Sicherheit und Unabhängigkeit von Kocak und Zuber erhofft sich Kind durch den von ihm gegründeten neuen Transferrat. Aufsichtsrat Bastian Hellberg und ein noch unbekannter Experte sollen die Kocak-Zuber-Ideen durchleuchten und beurteilen.

Sergio Pinto: "Rein privater Besuch"

Nur ein Zufall, dass da Ex-96-Profi Sergio Pinto beim Spiel gegen Regensburg in der Kind-Loge auftauchte? „Das war ein rein privater Besuch“, sagte der frühere Europa-League-Kämpfer. Der 40-Jährige versicherte, er habe mit Kind nicht über einen Posten bei 96 gesprochen. Pinto arbeitet als Chefscout in Fürth. Er fühle sich jedoch „mit 96 eng verbunden“.

Das wäre ja schon mal ein Anfang. Kind hat jetzt jedenfalls Zeit, mit potenziellen Trainern, Sportchefs und Kaderplanern zu sprechen. Mögliche Alternativen können geprüft werden. Eine gute Marktkenntnis sollte vorausgesetzt werden, um Entscheidungen über die Leute treffen zu können, die 96 besser machen sollen.