09. November 2021 / 09:34 Uhr

96-Boss Kind gibt Zimmermann Rückendeckung: "Der Trainer hat unser Vertrauen"

96-Boss Kind gibt Zimmermann Rückendeckung: "Der Trainer hat unser Vertrauen"

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Boss Martin Kind (eingeklinkt) stärkt Coach Jan Zimmermann den Rücken.
96-Boss Martin Kind (eingeklinkt) stärkt Coach Jan Zimmermann den Rücken. © Florian Petrow
Anzeige

Die Lage von 96 ist gefährlich und prekär, Jan Zimmermann bekommt jedoch verbal Unterstützung von Boss Martin Kind: "Der Trainer hat unser Vertrauen", sagt er. Sportchef Marcus Mann bekräftigt: "Jan hat die volle Rückendeckung, er bleibt unser Trainer."

Es war von Chef Martin Kind „eine Risikoentscheidung mit Perspektive“, Jan Zimmermann zum Trainer von Hannover 96 zu befördern. Nach 13 Spieltagen muss Kind gemeinsam mit Sportchef Marcus Mann die Frage beantworten: Wie viel Perspektive trauen sie dem im Profifußball unerfahrenen Zimmermann noch zu in seinem Job?

Anzeige

Vor dem 1:1 in Düsseldorf hatte Mann eine Jobgarantie erst mal nur über die Partie am vergangenen Samstag hinaus ausgestellt. So konnte Zimmermann am Montag wieder das Training leiten. Er wird damit auch bei der nächsten Partie gegen Paderborn (17. November) auf der Bank sitzen. Aber für wie lange gilt die Garantie?

Mehr über Hannover 96

Darauf gibt es keine konkrete Antwort, sondern nur allgemeine Statements. „Der Trainer hat unser Vertrauen“, sagt Kind. Mann erklärt, „Jan hat die volle Rückendeckung, er bleibt unser Trainer“. Solche Aussagen haben allerdings meist ein unausgesprochenes, aber mitgedachtes Ablaufdatum. Ein Ultimatum gibt es aber nicht.


Wäre Kind nicht von Zimmermanns Persönlichkeit überzeugt, wäre der Trainer vielleicht sogar schon entlassen worden. Als „charakterlich einwandfrei“, beschreibt ihn der 77-Jährige. Dazu als „sehr selbstkritisch“ und als einen Trainer, mit dem er „gern weiter zusammenarbeiten“ würde. Bewerten werden Kind und Mann aber nicht die menschlichen Qualitäten des 42-Jährigen, sondern die sportliche Arbeit. Sind sie überzeugt, dass der Trainer die Wende schafft, müssten sie an ihm festhalten. Eine Rolle spielt dabei auch die Positionierung der Spieler.

Mannschaftsrat trifft sich mit Sportchef Mann

In der vergangenen Woche traf sich der Mannschaftsrat mit dem Sportchef in Burgwedel, Kind war teilweise dabei. Die Aussprache hat keine einheitliche Meinung zum Trainer ergeben. Zimmermann hat aber eine klare Meinung dazu: „Dass Marcus einen guten Austausch mit den Jungs hat, ist in Ordnung“, sagt er. „Wir reden miteinander und nicht übereinander. Für mich gehört das dazu, das beeinflusst mich nicht in meiner Arbeit.“

Die sportliche Lage ist jedenfalls prekär und gefährlich. Von 13 Ligaspielen hat 96 nur drei gewonnen, aber sechs verloren. Darunter sind sogar zwei Niederlagen gegen die noch unter 96 in der Tabelle rangierenden Sandhausen und Aue.

Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Platz 15 ist auch weit von dem entfernt, was als Ziel verabredet worden war. Und der Trend ist negativ: Aus den letzten sechs Spielen hat 96 von 18 möglichen Punkten drei geholt. Dass sind die Fakten, die sich mit den labilen Leistungen decken: Eine katastrophale erste Hälfte in Düsseldorf, eine ordentliche in der zweiten. Gegen Aue zuvor war es genau andersherum.

Bis zum Jahresende wird’s eher schwieriger. Heimspiele gegen Paderborn, HSV und Werder, dazwischen auswärts in Karlsruhe und Ingolstadt – es fällt angesichts der letzten Auftritte schwer, daraus auf viele Punkte zu hoffen. Die Abstiegsgefahr ist real – und das bei einem der teuersten Kader. Einsatz und Ertrag passen nicht zusammen. Es ist an Zimmermann, es passend zu machen.

Für den Ex-Havelser „geht es um Mut, Durchschlagskraft und Dynamik“. Man brauche „nicht über Systeme zu reden, wenn man den Ball nicht haben will“. Er habe keinem verboten, „jemandem auszudribbeln und ein Tor zu schießen oder im Mittelfeld einen auszuspielen und mit Tempo auf die Kette zuzulaufen“. Ob das aber perspektivisch als Vorgabe ausreicht?