05. Oktober 2021 / 09:34 Uhr

96-Boss Martin Kind analysiert den Saisonstart: "Eine Entwicklung ist zu erkennen"

96-Boss Martin Kind analysiert den Saisonstart: "Eine Entwicklung ist zu erkennen"

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Boss Martin Kind erkennt beim Team von Jan Zimmermann schrittweise eine Entwicklung.
96-Boss Martin Kind erkennt beim Team von Jan Zimmermann schrittweise eine Entwicklung. © IMAGO/Eibner/Florian Petrow
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Das 1:2 gegen Sandhausen tut weh, doch halbwegs ist 96-Boss Kind mit dem Saisonstart zufrieden: "Schrittweise ist eine Entwicklung zu erkennen." Auf Coach Zimmermann und Manager Mann lasse er "nichts kommen, sie arbeiten gut und vertrauensvoll zusammen".

Etwa zehn Spiele wollte der Profichef von Hannover 96 abwarten, um die Trends besser einschätzen zu können. Nun sind neun Partien gelaufen, mehr als ein Viertel der Spielzeit, und Martin Kind zieht eine erste Bilanz. Ob er zufrieden ist mit der bisherigen Saison? „Jein“, sagt Kind, „wir sind aber realistisch an die Überlegungen herangegangen. Schrittweise ist eine Entwicklung zu erkennen.“

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Vom Aufstieg spricht Kind nicht. „Wir werden Zeit brauchen. In diesem Jahr wollen wir die Basis legen.“ Erst in den nächsten Jahren soll die Rückkehr in die Bundesliga angepeilt werden. Der Kind-Check im Einzelnen...

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Die Transfers

„Die Transfers werden sich bestätigen“, hofft der 96-Chef, „es ist kein erkennbarer Flop dabei, das ist ein wichtiger Baustein.“ Und auch schon mal was Neues: „Alle werden die Erwartungen erfüllen, das ist anders als im vergangenen Jahr.“

Der große Umbruch

„Elf Spieler haben wir verpflichtet, so viele wollten wir ei­gentlich nicht holen.“ Das ha­be sich aber als notwendig erwiesen: „Wir mussten ei­nen Neuaufbau einleiten. Da­für braucht es Zeit, damit sich die Mannschaft finden kann.“

Trainer und Sportchef

Mit Jan Zimmermann und Marcus Mann hat Kind zwei neue Chefs für den Sport eingestellt. „Ich lasse auf beide nichts kommen, sie arbeiten gut und vertrauensvoll zu­sam­men.“ Mann hat als Sportchef kluge Transfers eingefädelt, Zimmermann muss daraus eine Einheit formen. Den im Profibereich unerfahrenen Coach hat Kind aus Havelse und der Regionalliga geholt. Im Be­wusst­sein, dass das auch ein Risiko sein könnte: „Zimmermann braucht auch Zeit zum Lernen, manchmal hat man es beim Gegner mit abgezockten Trainern zu tun.“

So manche Ein- und Auswechslung erschließt sich nicht. Etwa wenn mit Mike Frantz ein eher defensiver Spieler in Überzahl in Nürnberg eingewechselt wird – wo doch ein Stürmer das Zeichen für den Siegeswillen gewesen wäre. Doch Kind lobt den Trainer auch: „Das sind Kleinigkeiten. Jan ist sehr strukturiert und lernwillig. Seine klare Handschrift ist bereits erkennbar.“


Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Die Tabelle

Die Startphase hat 96 verpatzt, die Heimpleite gegen Rostock (0:3), das 0:2 in Dresden und vor allem das 0:4 in Darmstadt waren Tiefschläge. „Jetzt ist alles okay“ für Kind. Sieben Punkte holte 96 aus den letzten vier Spielen, ein ordentlicher Schnitt. „Weh tun aber Niederlagen wie ge­gen Sandhausen, die Punkte fehlen.“ Das 1:6 der Sandhäuser vergangenen Sonntag gegen Darmstadt macht es nicht einfacher, das 1:2 zu erklären: „Ich bin aber hoffnungsfroh, dass wir Stabilität reinbekommen.“

Allerdings: Platz 13 ist kein Ruhekissen. „Der Blick nach unten ist kürzer als nach oben“, warnt der 96-Chef. Vier Punkte sind es nur bis zur Abstiegsrelegation – und die nächsten Gegner heißen Schalke (Platz vier) und Regensburg (Zweiter). „Ziel ist ein sicherer Platz im Mittelfeld der Tabelle“ für Kind.

Die Abgaben

Mit Marvin Ducksch hat 96 den besten Torschützen nach Bremen abgegeben, für 3,2 Millionen Euro. Der 27-Jährige wollte den zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern und hätte 96 ablösefrei verlassen. „Der Verlust schmerzt sportlich“, räumt Kind ein, „der Verkauf war aber notwendig und be­grün­det.“