25. August 2019 / 20:44 Uhr

Einigung mit Geldgebern in Sicht: Hannover 96 e. V. wendet Insolvenz ab (Update!)

Einigung mit Geldgebern in Sicht: Hannover 96 e. V. wendet Insolvenz ab (Update!)

Carsten Bergmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Investoren und Breitensport-Vorstand von Hannover 96 haben offenbar einen tragfähigen Finanzplan für die Zukunft ausgehandelt.
Investoren und Breitensport-Vorstand von Hannover 96 haben offenbar einen tragfähigen Finanzplan für die Zukunft ausgehandelt. © Florian Petrow
Anzeige

Der Breitensport-Vorstand von Hannover 96 soll sich nach SPORTBUZZER-Informationen mit den vier Geldgebern Martin Kind, Dirk Roßmann, Gregor Baum und Matthias Wilkening über einen Plan zur Abwendung der drohenden Insolvenz geeinigt haben. Dieser enthält auch eine Lösung in der komplizierten 50+1-Frage.

Anzeige
Anzeige

Es wäre die größte Kata­strophe der traditionsreichen Vereinsgeschichte gewesen: Dem Breitensportverein Hannover 96, dem größten Verein Niedersachsens, drohte die Insolvenz. Doch nach Informationen vom SPORTBUZZER ist es den Verantwortlichen gelungen, die Zahlungsunfähigkeit noch abzuwenden.

Tragfähiger Finanzplan für die Zukunft

Mehr noch: Gemeinsam mit den 96-Investoren ist offenbar ein tragfähiger Finanzplan für die Zukunft ausgehandelt worden. Offiziell bestätigen will das bei 96 niemand, eine Entscheidung wird für diese Woche erwartet.

Ausgerechnet das Leuchtturmprojekt Vereinssportzentrum Stammestraße hat den Verein mit seinem im März neu gewählten Vorstand finanziell in große Not gebracht. Die Mitgliederzahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück, auch die weitere Finanzierung war unklar. Hannover 96 konnte keine offenen Rechnungen bezahlen, Abteilungs- und Übungsleiter mussten auf ihr Geld warten und wurden unruhig.

Mehr über Hannover 96

Nun aber scheint eine Lösung nahe, am Freitag sollen bereits die Verträge unterzeichnet worden sein. Und deren Inhalt soll die Zukunft des Breitensports mit seinen 17 Abteilungen nachhaltig sichern. Die Rede ist von einem 6-Millionen-Paket, das die Hannover 96 Sales & Service GmbH (S&S) – also die Gesellschaft der vier Geldgeber Martin Kind, Dirk Roßmann, Gregor Baum und Matthias Wilkening – dem Verein zur Verfügung stellt. Als Spenden über insgesamt 25 Jahre. Auch soll ein Darlehen von rund einer halben Million Euro erlassen werden.

Rund 1,5 Millionen als Soforthilfe

Beträge, die die Lücken im Vereinssportzentrum (Betrieb jährlich rund 1,2 Millionen Euro) schließen und die Arbeit in den Abteilungen finanzieren sollen. Um den Worst Case, also die unmittelbare Insolvenz, zu verhindern, gewährt die S&S weitere Darlehen an den e. V. von fast 3 Millionen Euro, rund die Hälfte davon quasi als Soforthilfe unmittelbar.

50+1-Streit, Fanproteste und drohende DFL-Strafe: Die Hintergründe in der Chronologie

50+1-Streit, Mitgliederversammlungen und Fanproteste: Eine Chronologie der Ereignisse. Zur Galerie
50+1-Streit, Mitgliederversammlungen und Fanproteste: Eine Chronologie der Ereignisse. ©
Anzeige

Die Geldgeber wollen sich zu den Zahlen nicht äußern. Aus dem Umfeld hört man, dass sie die Insolvenz mit aller Macht verhindern wollten. Und doch schienen die Verhandlungen zäh, zogen sich über Wochen. Denn auch der Verein musste Zugeständnisse machen, und zwar beim Mitspracherecht bei den ausgegliederten Fußballprofis.

Einigung in der 50+1-Frage

Beide Parteien einigten sich in der komplizierten Fragestellung der 50+1-Regel, die den Einstieg von Investoren regelt. So soll die S&S gleichwertiges Mitspracherecht bei der Ernennung und Entlassung des Profi-Geschäftsführers haben. Heißt im Klartext: Der Verein muss sich mit der Kapitalseite einigen, alleine handlungsfähig bleibt er nicht. Dabei schreiben das die Statuten eigentlich vor. Diesen Vertragsentwurf soll auch bereits die Deutsche Profiliga (DFL), die für die Vergabe der Bundesliga-Lizenzen zuständig ist, durchgewinkt haben.

+++ UPDATE +++ 26. August +++10 Uhr +++

Hannover 96 vermeldet, dass "der Profibereich von Hannover 96 und der e.V. Vereinbarungen getroffen" haben, "die die Zukunft der beiden Säulen langfristig sichern" sollen.

In der Meldung heißt es: "In den vergangenen Monaten haben Vertreter von Hannover 96 e.V. und des Profibereichs (Wirtschaftsunternehmen Hannover 96) intensive und konstruktive Gespräche geführt. Nach Abschluss dieser Gespräche haben beide Seiten am Freitag einen Vertrag unterzeichnet, der das seit mehr als 20 Jahren erfolgreich praktizierte Zwei-Säulen-Modell bestätigt. Mit dem sogenannten Hannover-96-Vertrag sind Vereinbarungen getroffen worden, die eine erfolgreiche Entwicklung des Amateur- und Leistungssports bei Hannover 96 fördern und die Wettbewerbsfähigkeit des Profifußballs auch für die Zukunft sichern."

Bilder: Sieben Jahrzehnte Fans von Hannover 96

Bilder aus sieben Jahrzehnten 96-Fans. Zur Galerie
Bilder aus sieben Jahrzehnten 96-Fans. ©

ANZEIGE: 50% auf dein Spieler-Set! Der Deal des Monats im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus Hannover
Sport aus aller Welt