18. Juni 2020 / 19:29 Uhr

„Ich weiß es einfach nicht“: Keine Planungssicherheit für Martin Kind und Hannover 96

„Ich weiß es einfach nicht“: Keine Planungssicherheit für Martin Kind und Hannover 96

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kein Ende der Geisterspiele in Sicht: Vorerst sind Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober verboten. Wenn die Saison im September startet, müsste 96 weiter 
ohne Zuschauer spielen.   
Kein Ende der Geisterspiele in Sicht: Vorerst sind Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober verboten. Wenn die Saison im September startet, müsste 96 weiter ohne Zuschauer spielen.    © Florian Petrow
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„Wir brauchen Planungssicherheit, aber es gibt zu viele Unsicherheiten bei wichtigen Stellschrauben", sagt Martin Kind. Der Saisonstart in der 2. Liga ist für den 11. September anvisiert, ob und wann allerdings wieder Zuschauer ins Stadion von Hannover 96 dürfen ist unklar.

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In neun Tagen klappt 96 die Saisonmappe zu. Das DFL-Geisterspielkonzept ist aufgegangen, die Vereine konnten das TV-Geld einsammeln. Einige Vereine sicherten so ihr Überleben. Nach jedem Spieltag überweist die DFL die entsprechende Summe an die Klubs. Für 96 werden es am Ende knapp sechs Millionen Euro sein. Das hilft dabei, über die Runden zu kommen. Aber die Frage ist längst – was kommt danach? Wann geht es wie weiter?

Immerhin „wissen wir, es wird weniger als wir hatten“

„Ich weiß es einfach nicht“, sagt 96-Chef Martin Kind. „Wir brauchen Planungssicherheit, aber es gibt zu viele Unsicherheiten bei wichtigen Stellschrauben.“ Kind zählt auf: „Spielen wir mit oder ohne Zuschauer, wie verhalten sich die Sponsoren, wie viel TV-Geld gibt es? Das wissen wir alles nicht.“

Klar ist nur, dass von Sky und Co. 150 Millionen Euro weniger als angekündigt in der nächsten Saison in die Kassen der Vereine fließen. Kind hat nun die 96-Vermarktungsagentur Sportfive beauftragt, Planrechnungen anzustellen. Immerhin „wissen wir, es wird weniger als wir hatten“.

Bilder zum Spiel der 2. Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem FC St. Pauli:

Hannovers Edgar Prib (li.) im Zweikampf mit St. Paulis Rico Benatelli.  Zur Galerie
Hannovers Edgar Prib (li.) im Zweikampf mit St. Paulis Rico Benatelli.  ©

Wie plant 96 den Urlaub und Trainingsstart?

Der Juli wird ziemlich sicher der Urlaubsmonat der Profis. Wann es dann mit der Vorbereitung wieder losgeht, hängt vom Saisonstart ab. Gerechnet wird mit sechs Wochen Vorbereitungszeit aufs erste Spiel. Trainingsauftakt dürfte demnach Anfang August sein.

Wann soll die Saison starten?

Frühest möglicher – und auch anvisierter – Termin fürs Saisoneröffnungsspiel ist Freitag, der 11. September. Kind hätte aber auch gegen einen späteren Termin nichts einzuwenden. Im Oktober wäre die Wahrscheinlichkeit größer, dass wieder mit einigen Tausend Zuschauern gespielt werden kann. Bei einer Videokonferenz will die DFL mit den 36 Profiklubs in der kommenden Woche Klarheit schaffen.

Wovon ist der Saisonstart abhängig?

Das Champions-League-Finalturnier in Lissabon ist für den 12. bis 23. August angesetzt. Bayern (wahrscheinlich) und Leipzig (sicher) werden dabei sein. In der Europa League wird vom 10. bis zum 21. August gespielt. Leverkusen, Wolfsburg und Frankfurt sind noch dabei. Die Nationalmannschaft spielt danach in der Nations League am 3. September gegen Spanien und drei Tage später in der Schweiz. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge gefallen diese Länderspielansetzungen nicht. „Wenn eine Mannschaft im Wettbewerb weit kommt, muss man garantieren, dass die Spieler anschließend mindestens zwei Wochen Urlaub haben“, forderte Rummenigge, wohl vor allem für seine Bayern.

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Wie wahrscheinlich ist es, dass wieder Zuschauer ins Stadion dürfen?

Großveranstaltungen sind nach neuestem Stand bis Ende Oktober verboten. Damit ist die zuvor bis Ende August geltende Regelung um zwei Monate verlängert worden. Allerdings ist eine Ausnahmeregelung für den Stadionbesuch im Freien denkbar.

Wer dürfte ins Stadion?

Angenommen, von den 49 000 Plätzen der HDI-Arena dürften 15 000 besetzt werden – dann müsste ein Fan-Schlüssel gefunden werden, wer rein darf. Klar ist, dass nur Sitzplätze erlaubt wären. Es müsste gesichert werden, dass sich alle Fans daran halten. Das hätte einen erheblichen organisatorischen Aufwand zur Folge, neben den ohnehin nötigen Hygienemaßnahmen. Besonders einträglich dürften diese Nicht-mehr-Geisterspiele für die Vereine nicht sein.