15. April 2020 / 07:56 Uhr

"Wollen ihn behalten": 96 wird Teuchert fest verpflichten, aber über Kaufpreis verhandeln

"Wollen ihn behalten": 96 wird Teuchert fest verpflichten, aber über Kaufpreis verhandeln

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Daumen hoch: Cedric Teuchert möchte gern in Hannover bleiben. Jetzt müssen sich nur noch 96 und Schalke 04 einigen.
Daumen hoch: Cedric Teuchert möchte gern in Hannover bleiben. Jetzt müssen sich nur noch 96 und Schalke 04 einigen. © Florian Petrow
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Die Verantwortlichen von Hannover 96 sind sich bei dieser Personale einig: Cedric Teuchert soll zur nächsten Saison fest verpflichtet werden. Allerdings will Profichef Martin Kind mit dem FC Schalke 04, von dem der Stürmer ausgeliehen ist, noch über die vereinbarte Kaufoption verhandeln.

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Über ihn gibt es keine zwei Meinungen in der sportlichen Leitung bei Hannover 96 – Cedric Teuchert hat seine Probezeit bestanden, er soll auch in der nächsten Saison für die Roten stürmen. „Wir wollen ihn behalten“, bestätigt Profichef Martin Kind die Einschätzung von Trainer Kenan Kocak und Sportchef Gerhard Zuber.

"Der Ball liegt bei 96"

96 hatte Teuchert für ein Jahr von Schalke 04 ausgeliehen. Zum 30. Juni endet das Geschäft, aber schon vorher kann 96 über die Zukunft des 23-Jährigen entscheiden. „Der Ball liegt bei 96“, sagt Hannes Winzer, Teucherts Berater von der Agentur „Spielerrat“.

Es ist vertraglich festgelegt, wie das gehandhabt werden muss. 96 besitzt eine Kaufoption, für 1,5 Millionen Euro Ablöse kann sich der Zweitligist bis zum 30. April die Dienste des Stürmers sichern.

Bilder vom Training von Hannover 96 (14. April)

Simon Stehle sprintet durch den Stangenwald. Zur Galerie
Simon Stehle sprintet durch den Stangenwald. ©

Doch wie das beim zusammenbrechenden Transfermarkt nun mal unumgänglich scheint, will 96 Teucherts Preisschild, in coronafreien Zeiten angeheftet, nicht akzeptieren. „Wir wollen schon noch mal über die Summe reden“, erklärt Kind.

Angeschlagener Verhandlungspartner

Sportchef Zuber hat dabei keinen einfachen Gesprächspartner. Zwar hat er an der Seite seines Chefs Horst Heldt jahrelang beim Revierklub gearbeitet. Aber die Schalker sind auf jeden Cent angewiesen. Die finanzielle Krise trifft den Verein im schlechtesten Moment. „Die Lage ist sehr ernst und kritisch“, sagt Vorstandsmitglied Alexander Jobst. Sie ist sogar „potenziell existenzbedrohend“. Da wird es nicht leicht, einen Abschlag vom vereinbarten Kaufpreis zu bekommen. Andererseits könnte es sich Schalke auch nicht leisten, einen weiteren Spieler auf die Gehaltsliste zu setzen.

Teuchert wechselte im Januar 2018 aus Nürnberg ins Ruhrgebiet, für die Ablöse von einer Million Euro. Im Juli 2019 zog er nach Hannover weiter, für 500 000 Euro Leihgebühr. Er hat auch immer wieder betont, „ich fühle mich hier sehr wohl in Hannover“.

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Den entscheidenden Schritt zum Festvertrag machte Teuchert unter Kocak. Der Trainer wollte ihn schon in seinem ersten 96-Spiel aufstellen. Das scheiterte am Jochbeinbruch, den sich der Angreifer im Training zugezogen hatte.

Teuchert kommt bisher auf fünf Treffer

Als Teuchert wieder fit war, setzte Kocak auf den von ihm so gelobten „Qualitätsspieler, von dem im deutschen Fußball noch sehr viel zu hören sein wird“. Fünf Tore hat er schon erzielt, „zweistellig treffen wäre schön“, sagte er vor dem letzten Spiel, dem 2:0-Sieg in seiner Heimat Nürnberg.

Kocaks entscheidende Änderung: Er stellte Teuchert dahin, wo er sich am wohlsten fühlt – in den Sturm oder auch ins zen­trale offensive Mittelfeld.

Die Karriere von Cedric Teuchert in Bildern:

Der 22-jährige Cedric Teuchert begann seine Fußballkarriere beim 1.FC Nürnberg und durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften. Dort spielte er unter anderem in der U17- und U-19-Bundesliga. Zur Galerie
Der 22-jährige Cedric Teuchert begann seine Fußballkarriere beim 1.FC Nürnberg und durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften. Dort spielte er unter anderem in der U17- und U-19-Bundesliga. ©

Ex-Trainer Mirko Slomka hatte ihn meist als Außenstürmer eingesetzt. Wenn Teuchert aber zu viel nach hinten arbeiten muss, verliert er die Torgefährlichkeit. Der frühere U23-Nationalspieler ist die ideale hängende Spitze, der zweite Angreifer neben dem Strafraumstürmer. So soll er auch bei 96 künftig als zweite Spitze agieren, wunschweise neben Hendrik Weydandt – das sollte das Sturmpaar der Zukunft werden.

Weydandts Vertrag läuft ebenfalls aus, aber diesen 23-Jährigen kann 96 nicht so einfach per Option binden. Die Verhandlungen gestalten sich schwierig, er scheint in die Bundesliga zu wechseln. Dabei gibt’s auch über Weydandt keine zwei Meinungen: 96 würde ihn wie Teuchert gern halten – aber danach sieht’s nicht aus.