22. November 2019 / 08:00 Uhr

Keiner vergibt mehr Großchancen: Wie löst 96-Trainer Kocak das Ducksch-Problem?

Keiner vergibt mehr Großchancen: Wie löst 96-Trainer Kocak das Ducksch-Problem?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es ist zum Verzweifeln: Marvin Ducksch litt bei 96 zuletzt unter Ladehemmung.
Es ist zum Verzweifeln: Marvin Ducksch litt bei 96 zuletzt unter Ladehemmung. © imago images / Nordphoto, Steffen Kuttner / Florian Petrow
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Bei der Chancenverwertung hat Marvin Ducksch noch mächtig Luft nach oben, keiner lässt in der 2. Liga so viele Hochkaräter liegen wie der Stürmer von Hannover 96. Die Krux: Trifft Ducksch, läuft es auch für die Roten. Trainer Kenan Kocak tut also gut daran, seinen Torjäger in die Spur zu bekommen.

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Er ist nicht auf den Mund gefallen. Marvin Ducksch (25) lässt sich als Kind des Ruhrgebiets nichts gefallen, aber selbstkritisch äußert sich der 96-Stürmer außerdem. Anlass zur Kritik gibt es genug. Ducksch führt die Negativstatistik der verpassten Großchancen in der 2. Liga an. Fünfmal schoss er drüber oder vorbei, wo andere den Ball schon drin gesehen hatten. Einerseits.

Andererseits beteiligte sich Ducksch (vier Tore, vier Vorlagen) direkt an acht der nur 14 Tore. Über die Hälfte der Treffer gehen damit auf sein Konto. Der einzige Millionentransfer des vergangenen 96-Sommers (1,8 Millionen Euro) ist eine Schlüsselfigur, im positiven wie im negativen Sinn.

Trifft Ducksch, verliert 96 nicht

Fünfmal hat 96 bisher verloren, trifft Ducksch oder bereitet er ein Tor vor, verlor 96 nie. Eine einfache Formel könnte das Rätsel um die Formschwankungen des Torjägers lösen. Wenn er trifft, läuft es, und umgekehrt. Trifft er nicht …

Ducksch steht damit auch für die Probleme der Mannschaft. Gerät 96 auf die Verliererstraße wie in Hamburg, in Heidenheim oder zu Hause gegen Nürnberg, kommt kaum noch Gegenwehr. Das Stichwort des neuen Trainers Kenan Kocak heißt „Verantwortung“. „Es kann auch andersherum sein, dass wir einen Schrott zusammenkicken, ein einzelner Spieler aber das Spiel für uns entscheidet. Jedem Spieler muss bewusst sein, dass er eine Verantwortung für das große Ganze hat“, sagte Kocak.

Marvin Ducksch: seine Karriere in Bildern.

Der heute 25-jährige Marvin Ducksch begann seine Fußballkarriere mit vier Jahren beim BSV Fortuna Dortmund 58 und wurde von seinem Vater trainiert. 2002 wechselte er in die Jugend von Borussia Dortmund, welche er anschließend vollständig durchlief. Zur Galerie
Der heute 25-jährige Marvin Ducksch begann seine Fußballkarriere mit vier Jahren beim BSV Fortuna Dortmund 58 und wurde von seinem Vater trainiert. 2002 wechselte er in die Jugend von Borussia Dortmund, welche er anschließend vollständig durchlief. ©
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Körpersprache als Manko

Bei Hendrik Weydandt – mit fünf Toren bester Schütze – lässt sich diese Verantwortung spüren, bei Ducksch eher nicht, zumindest sieht es oft nicht danach aus. „Das ist ja nicht böse ge­meint von mir. Jeder weiß es jetzt, dass ich nicht die richtige Körpersprache habe, dass ich da arbeite an mir“, sagte er nach dem Sieg in Kiel (2:1).

Ändert der Ex-Dortmunder nichts am Auftritt, wird er – das lässt sich jetzt schon sagen – unter Kocak Probleme bekommen. Im Training deutete sich nicht an, dass sich Ducksch, der unter Trainer Mirko Slomka fast immer spielte, hängen ließe. Eigentlich hat er auch den richtigen Lehrer. Ducksch und Marvin Bakalorz sind gute Freunde. Körpersprache ist die größte Stärke des Kapitäns.

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Bilderstrecke: die 50 erfolgreichsten Torjäger von Hannover 96. Zur Galerie
Bilderstrecke: die 50 erfolgreichsten Torjäger von Hannover 96. ©

96 das ineffektivste Team der Liga

Kocak sprach bisher noch nicht aus, wer am Montag gegen Darmstadt für 96 stürmen darf. Weydandt? Ducksch? Oder beide. Seine besten Spiele (3:0 in Wiesbaden und in Kiel) machte er ohne Weydandt an seiner Seite. Aber beim 3:3 in Karlsruhe funktionierten beide auch zusammen in der Offensive gut. Wobei dort Ducksch nicht das einzige Problem darstellt.

96 ist – wiederum statistisch betrachtet – das ineffektivste Team der Liga. Nur die Nürnberger (64) schossen bisher häufiger aufs Tor als 96 (58), aber kein Team macht so wenig daraus. Nur 24,1 Prozent der Schüsse landen auch im Tor. Hätte Ducksch seine fünf Großchancen versenkt, wäre 96 ebenso gut (oder schlecht) wie Nürnberg (32,8 Prozent, Platz 16). Es liegt also nicht an Ducksch allein.

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Teuchert wirkt ebenfalls divenhaft

Cedric Teuchert als dritter Stürmer nutzt seine persönlichen Möglichkeiten zu selten. Teuchert wirkt ähnlich wie Ducksch divenhaft. Der Ex-Schalker beteiligte sich immerhin an vier 96-Toren (zwei Tore, zwei Vorlagen).

Für Teuchert gilt dasselbe wie für Ducksch: Schoss er Tore oder bereitete er Tore vor, verlor 96 nicht. Bei Niederlagen war von ihm wenig zu sehen. Die Schwäche, ein verloren geglaubtes Spiel abzuschenken und auf die nächste Partie zu hoffen, will Kocak abstellen. Was man vom neuen Trainer weiß, ist, dass er kein Problem damit hat, Problemfälle mit harten Personalentscheidungen zu lösen.

Die Vertragslaufzeiten der Spieler von Hannover 96

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Hendrik Weydandt (im Team seit 2018): Vertrag läuft zum Saisonende aus ©
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