27. April 2022 / 12:32 Uhr

"Wollen ihn gerne haben": Hannover-Chef Martin Kind bestätigt Interesse an Fürth-Trainer Stefan Leitl

"Wollen ihn gerne haben": Hannover-Chef Martin Kind bestätigt Interesse an Fürth-Trainer Stefan Leitl

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hannover-Boss Martin Kind (rechts) möchte Fürth-Trainer Stefan Leitl von Greuther Fürth holen.
Hannover-Boss Martin Kind (rechts) möchte Fürth-Trainer Stefan Leitl von Greuther Fürth holen. © Getty Images/dpa (Montage)
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Auch im dritten Jahr nacheinander wird Hannover 96 die erhoffte Bundesliga-Rückkehr nicht schaffen. Sogar der Absturz in die 3. Liga ist noch möglich. Im Sommer soll aber alles besser werden: Mit einem namhaften Trainer. Martin Kind hat das Interesse an einer Verpflichtung von Trainer Stefan Leitl von Greuther Fürth bestätigt.

Hannover 96 greift noch einmal an. Nach einem seit vier Jahren anhaltenden sportlichen Absturz bis auf aktuell Platz 15 der 2. Bundesliga wollen die Niedersachsen nach dieser Saison die Voraussetzungen für eine schnellstmögliche Erstliga-Rückkehr schaffen. Neuer Trainer soll Stefan Leitl werden, der die SpVgg Greuther Fürth vor einem Jahr in die Bundesliga führte.

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"Noch haben wir ihn nicht, wir wollen ihn gerne haben", sagte Mehrheitsgesellschafter Martin Kind am Mittwoch bei Sport1 und bestätigte damit entsprechende Meldungen von Sky und Kicker. "Wir hoffen, dass bis zum Wochenende alles geklärt ist." Hintergrund dieser Aussage: Noch bis zu diesem Samstag (30. April) ist allen Medienberichten zufolge eine Ausstiegsklausel in Leitls Vertrag in Fürth wirksam. Der ist ansonsten bis 2023 gültig.

Nach weiteren Berichten stehen auch Spieler wie Phil Neumann (Holstein Kiel), Fabian Kunze (Arminia Bielefeld) und Havard Nielsen (SpVgg Greuther Fürth) vor einem Wechsel nach Hannover, die zumindest nach aktuellem Tabellenstand auch sportlich attraktivere Angebote vorliegen haben. Um Abwehrspieler Neumann zum Beispiel bemühte sich auch der Zweitliga-Aufstiegsfavorit Werder Bremen. Hannover 96 dagegen hat vor dem wichtigen Heimspiel gegen den Karlsruher SC (Freitag, 18.30 Uhr) noch nicht einmal den Klassenerhalt sicher.

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Schlüsselfigur in den Planungen ist aber der neue Trainer. Nach einem Bericht der Bild traf sich Leitl am Montag mit Sportdirektor Marcus Mann und Geschäftsführer Kind in Hannover. Laut Sky und Kicker wurde dabei bereits eine Einigung erzielt.

Manager Mann, der mit Leitl einst bei Darmstadt 98 zusammenspielte, möchte bis zur Sicherung des Klassenerhalts in der 2. Bundesliga keinerlei Personalien öffentlichen kommentieren. Aber der 38-Jährige ließ zumindest schon mehrfach durchblicken, dass er dem aktuellen Kader unter dem erst im Dezember vom Nachwuchs- zum Cheftrainer beförderten Christoph Dabrowski nicht mehr die erfolgreiche sportliche Entwicklung zutraut, die der Verein sich wünscht. "Wir stehen hier alle zwei oder drei Wochen und reden über das Gleiche", schimpfte Mann nach der jüngsten 0:3-Niederlage beim SC Paderborn.

Dabrowski will Hannover-Trainer bleiben

Dabrowski warb zwar erst Anfang der Woche in einer Medienrunde vehement für eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags ("Ich sehe, dass ich die Mannschaft in einer ganz schwierigen Situation auf dem Relegationsplatz übernommen habe und aus 16 Spielen 22 Punkte geholt habe, die überlebensnotwendig sind"). Trotzdem dürfte er im Sommer nach Mirko Slomka, Kenan Kocak und Jan Zimmermann der vierte Trainer sein, der die 96er seit dem Bundesliga-Abstieg 2019 verlassen muss.

Ermöglicht wird die kostspielige Sommer-Offensive des Traditionsklubs durch seine Gesellschafter-Struktur. Mehrheitseigner Kind sowie die beiden Mitgesellschafter Gregor Baum und Dirk Roßmann scheiterten zwar mit dem Plan, für die ausgegliederte Profifußballgesellschaft der 96er eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel im deutschen Fußball zu erhalten. Ihre Zahlungen glichen aber bereits die Verluste während der Corona-Krise aus und sorgen nun auch für ein für Zweitliga-Verhältnisse stattliches Budget.

"Der geplante Haushalt liegt bei circa 40 Millionen", sagte Kind der Bild. "Hannover 96 ist aufgrund seiner Struktur vollumfänglich handlungsfähig. Wir können mehr ausgeben als wir einnehmen, müssen die Finanzierung aber sicherstellen."