17. März 2020 / 07:47 Uhr

Der 96-Notfallplan: Ausnahmegenehmigungen, abgeriegelte Trainingslager, Geisterspiele

Der 96-Notfallplan: Ausnahmegenehmigungen, abgeriegelte Trainingslager, Geisterspiele

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trainer Kenan Kocak (links) und Sportdirektor Gerhard Zuber wissen noch nicht, wie es für Hannover 96 in Zeiten des Corona-Virus weitergeht.
Trainer Kenan Kocak (links) und Sportdirektor Gerhard Zuber wissen noch nicht, wie es für Hannover 96 in Zeiten des Corona-Virus weitergeht. © Florian Petrow
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Laut DFL soll im April wieder der Ball rollen. Scheint auf den ersten Blick unrealistisch. Doch die Profivereine und damit auch Hannover 96 arbeiten an Notfallplänen. Die sehen zunächst Ausnahmegenehmigungen, dann abgeriegelte Trainingslager sowie Geisterspiele vor.

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Ist die Fortsetzung der Saison im April überhaupt realistisch? Hannover 96 müsste am 4. April zu Hause gegen den Karlsruher SC spielen. Aktuell kaum denkbar, dass dieser Termin funktioniert. Die 96-Profis sind bis zum 26. März in Quarantäne. „Unheimlich schwierig für die Spieler“ findet das der Sportliche Leiter Gerhard Zuber. Dennoch denkt nicht nur 96 über ein Modell nach, wie die Wiederaufnahme des Spielbetriebs möglich sein könnte.

Ausnahmegenehmigungen nötig

Zunächst brauchen die Profi-Mannschaften Ausnahmegenehmigungen zum Trainieren. Einige Klubs, nicht nur in Hannover, haben eine Strategie entwickelt, um das Trainingsverbot als Ausnahme zu umgehen. Den Behörden müsste klargemacht werden, dass die Mannschaften unter sich bleiben.

Eine Profi-Quarantäne – nur diesmal exakt geplant mit entsprechend regelmäßigen Coronatests. Die Klubs müssten garantieren, dass es keinen oder wenig Kontakt zu Außenstehenden gibt. Wie das funktionieren kann? Mit abgeriegelten Trainingslagern.

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Die Mannschaften würden dann aus ihren Quartieren mit dem Teambus ins Stadion zum Geisterspiel gefahren und direkt wieder in die Quartiere gebracht. Für so eine Lösung müssten die Behörden zustimmen. Fans im Stadion würde es nicht geben, aber immerhin TV-Übertragungen. Der Profifußball hätte wieder ein Produkt.

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Öffentliche Bedenken wegen der Ausnahmeregelung für Profifußballer befürchtet Zuber nicht. „Die Leute sehnen sich nach Fußball“, glaubt er. Er schaue sich gerade die zweite türkische Liga an, am Abend die erste türkische Liga.

„Wir können uns dort die Entwicklung anschauen und Fakten sammeln, ob es Ansteckungen gibt“, sagt er und nennt die russische Eishockey-Liga, den russischen sowie den türkischen Fußball als Vorbild, wie es in Deutschland klappen könnte mit dem Neustart.

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