25. März 2020 / 15:16 Uhr

Keine Ausnahme in Sicht: Nach der Quarantäne droht den 96-Profis Trainingsverbot

Keine Ausnahme in Sicht: Nach der Quarantäne droht den 96-Profis Trainingsverbot

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es sieht nicht danach aus, als dürften Marvin Ducksch (links) und Marc Stendera zeitnah wieder gemeinsam trainieren. Und zwischendurch plaudern.
Es sieht nicht danach aus, als dürften Marvin Ducksch (links) und Marc Stendera zeitnah wieder gemeinsam trainieren. Und zwischendurch plaudern. © Florian Petrow
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Es sieht ganz danach aus, als würde die Zeit in der Quarantäne für die Profis von Hannover 96 am Mittwochabend enden. Und dann? Eine Genehmigung für einen geregelten Trainingsbetrieb - ob im NLZ oder sonstwo - ist aktuell nicht in Sicht. Das Hoffen auf die Rückkehr zur Normalität geht weiter.

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Die 14-Tage-Quarantäne der Spieler endet am Mittwochabend. Theoretisch. Die positiven Corona-Fälle Timo Hübers und Jannes Horn wurden und werden zweimal getestet, die anderen Spieler einmal. Liegen die Ergebnisse vor, dürfen sich die Spieler von Hannover 96 Donnerstagmorgen ihre Brötchen beim Bäcker selbst kaufen – wenn die Testresultate vorliegen. Trotz der gewonnenen Freiheit werden die Sorgen nicht geringer. Dabei ist für die 96-Profis das Thema Gehaltskürzung noch ein eher kleineres Problem.

Droht kompletter Ausfall des Gehalts

Die Frage, die sich alle stellen: Geht es überhaupt weiter? Den Profis in der 1. und 2. Bundesliga droht sogar der komplette Ausfall des Gehalts, erklärte am Dienstag der im Fußball bekannte Arbeitsrechtler Christian Seitz dem Kölner „Express“. „Droht einem Klub akut die Pleite, weil keine Spiele stattfinden, müsste er die Gehälter jedenfalls nicht vollständig zahlen“, sagte Seitz. Die Verträge indes müssten die Profis auch dann einhalten, wenn das Gehalt gestrichen wird.

Dieses Szenario werden nun auch die Spieler kennen. Der Sportliche Leiter Gerhard Zuber sprach bereits mit dem Mannschaftsrat. „Das muss die Mannschaft entscheiden“, sagt Zuber. Umso wichtiger auch für die Profis, dass die Saison zu Ende gespielt wird.

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Die Stimmung kippt täglich in die eine oder andere Richtung, nicht nur wegen des Geldes. Das Training der Wolfsburger Profis in kleinen Gruppen am Montag machte noch Mut. Hannover 96 darf – Stand Dienstagabend – gar nicht trainieren. Etwas geknickt nahm 96 die Botschaft der NRW-Staatskanzlei auf, dass für die nächsten vier Wochen „der geregelte Trainingsbetrieb in der Fußball-Bundesliga nicht unter zwingende berufliche Gründe fällt, die eine Ausnahme darstellen würden“.

Auch für Niedersachsen gibt es bisher keine Ausnahme. Die DFL empfahl am Dienstag nach der Präsidiumssitzung, den Spielbetrieb bis zum 30. April auszusetzen. Die Sommerpause soll in den Frühling vorverlegt werden. Intern hofft 96 auf genau diese Entwicklung.

Rückblick: Hannover 96 nach dem 25. Spieltag der letzten zehn Jahre

Jeder 96-Fan hat die Abstiegssaison 2019/20 zwangsweise noch in Erinnerung. Nach dem 25. Spieltag deutete sich der Abstieg bereits deutlich an. Nur 14 Punkte sammelte 96 bis zu diesem Zeitpunkt. Die schwachen Leistungen sprachen für sich. Bezeichnend war das Spiel des 25. Spieltags gegen Bayer Leverkusen, welches die Roten mit 2:3 verloren. Die kuriose Szene, als Genki Haraguchi den Ball in Richtung leeres Tor schob, dürfte jetzt noch für Lacher sorgen. Der Ball blieb aufgrund des heftigen Schneefalls kurz vor der Linie liegen. Zur Galerie
Jeder 96-Fan hat die Abstiegssaison 2019/20 zwangsweise noch in Erinnerung. Nach dem 25. Spieltag deutete sich der Abstieg bereits deutlich an. Nur 14 Punkte sammelte 96 bis zu diesem Zeitpunkt. Die schwachen Leistungen sprachen für sich. Bezeichnend war das Spiel des 25. Spieltags gegen Bayer Leverkusen, welches die Roten mit 2:3 verloren. Die kuriose Szene, als Genki Haraguchi den Ball in Richtung leeres Tor schob, dürfte jetzt noch für Lacher sorgen. Der Ball blieb aufgrund des heftigen Schneefalls kurz vor der Linie liegen. ©

Was zunächst klingt wie ein Shutdown der Saison, kann eine andere Tür öffnen. Die Liga gewinnt Zeit, kann für den Sommer den Rest der Saison planen, wenn die Infektionskurve in der Corona-Krise abflachen sollte.

Sorgen noch größer als Aussicht auf Normalität

Die Idee mit dem EM-Modus findet immer mehr Freunde. Klubs tauschen sich darüber aus, welche festen Standorte (Beispiel: sechs Orte mit je sechs Teams) Sinn ergeben.

Als interne Lösungen plant 96 für den Sommer, sollte gespielt werden, die Unterbringung im Court­yard-Hotel am Maschsee oder im Kokenhof in Großburgwedel. Dabei ergeben sich große planerische Vorteile, weil zwei der 96-Gesellschafter, Gregor Baum und Geschäftsführer Martin Kind, Hotelbetreiber sind. Aber noch sind die Sorgen größer als die Aussicht, nach der Quarantäne in die Normalität zurückzukehren.