17. Dezember 2021 / 07:54 Uhr

„Läuft auf ihn hinaus“: Nach dem Werder-Spiel wird Dabrowski endlich 96-Trainer

„Läuft auf ihn hinaus“: Nach dem Werder-Spiel wird Dabrowski endlich 96-Trainer

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Trainer Christoph Dabrowski (links) wird wohl noch am Sonntag eine Vertragsverlängerung bekommen. 96-Boss Martin Kind deutet das im Gespräch mit dem SPORTBUZZER an.
Trainer Christoph Dabrowski (links) wird wohl noch am Sonntag eine Vertragsverlängerung bekommen. 96-Boss Martin Kind deutet das im Gespräch mit dem SPORTBUZZER an. © IMAGO/Eibner/dpa (Montage)
Anzeige

"Ich habe noch nie erlebt, dass sich eine Mannschaft so für einen Trainer positioniert hat wie bei Christoph Dabrowski." Hannover-Boss Martin Kind deutet im Gespräch mit dem SPORTBUZZER eine Beförderung des eigentlichen Reserve-Trainers an. Nach dem Spiel gegen Werder Bremen könnte es soweit sein.

Er kann sich auf eine breite Unterstützung verlassen – und das bei den entscheidenden Leuten. „Ich habe noch nie erlebt, dass sich eine Mannschaft so für einen Trainer positioniert hat wie bei Christoph Dabrowski“, sagt Martin Kind im Gespräch mit dem SPORTBUZZER. Und der 96-Chef hat 20 Trainer und ein Vielfaches an Spielern kommen und gehen sehen.

Anzeige

Dieses Engagement der Profis für Dabrowski heißt für Kind „im Umkehrschluss, dass die Mannschaft besonders motiviert ist“. Das war auch in den beiden Partien zu sehen, in denen der U23-Trainer das Zweitligateam betreuen durfte. Das glückliche, aber leidenschaftlich erkämpfte 1:0 gegen den HSV – und das 2:1 gegen Ingolstadt, „auch nicht das dankbarste Spiel“ für Dabrowski. „Aber die Jungs haben das bisher überragend gemacht.“ Der 43-Jährige spürt bei den Spielern „gegenseitigen Respekt auf Augenhöhe“.

Die aktuellen Marktwerte der Spieler von Hannover 96 laut transfermarkt.de (Stand: 15. Dezember 2021)

Martin Hansen: <b>300.000 (unverändert)</b> Zur Galerie
Martin Hansen: 300.000 (unverändert) ©

Zwei von drei Spielen, die der Coach zur Bewährung bekommen hat, mit der optimalen Punktausbeute beendet. Damit hat er 96 vom Tabellenkeller ins Erdgeschoss befördert – da bleiben keine Fragen mehr offen. Die Entscheidung ist zwar noch nicht verkündet, aber sie steht fest. Es macht auch kaum Sinn, die Spannung künstlich aufrechtzuerhalten.

Anzeige

"Werden das nach dem Spiel zügig verkünden"

Kind kündigte am Donnerstag denn auch an, „ich werde mich mit Sportchef Marcus Mann noch vor dem Spiel gegen Werder in der Trainerfrage abstimmen“. Das Ergebnis des Gesprächs ist erwartbar: „Es läuft auf Dabrowski hinaus“, sagt Kind. „Es sei denn, die Mannschaft bricht gegen Werder auseinander.“ Das aber „wird nicht passieren“, ist sich Kind sicher. „Wir werden das dann nach dem Spiel auch zügig verkünden.“ Mann wird das gleich nach dem Abpfiff in der Kabine erledigen.

Der Sportchef will zwar offiziell „das Fass nicht aufmachen“ vor dem Sonntagsspiel. Aber auch ihm ist klar – es führt kein Weg an Dabrowski vorbei. Mann hatte ja bereits die Kür der externen Kandidaten zugunsten Dabrowskis gestoppt. Kind und Mann hatten zwei Bewerber ausgesucht. Sie trafen sich mit Daniel Thi­oune (zuletzt Hamburger SV) und Uwe Rösler (zuletzt Fortuna Düsseldorf). Mit Rösler ging es sogar schon ins Detail, auch wenn Kind sagt, „der Vertrag war nicht endverhandelt“.

Mann hatte aber erkannt, dass Dabrowski bei der Mannschaft in den wenigen Trainingstagen die richtigen Knöpfe gedrückt hatte. Schon vor dem HSV-Spiel brachte er Kind dazu, dass der 43-Jährige bis zum Jahresende bleiben darf. Das war mutig, hat sich aber als richtig herausgestellt.

Mehr zu Hannover 96

„Nach zwei Spielen kann man noch nicht sagen, wie ein Weg verläuft“, sagt Dabrowski über seine neue Trainerkarriere. Aber er ist selbstbewusst genug hinzuzufügen: „Ich bin überzeugt von meinen Qualitäten und auch davon, dass ich noch ein paar Aufgaben erledigen kann.“

Er wird den Aufstieg zum Cheftrainer nicht ablehnen. Familiär „besteht das grüne Licht seit Jahren“. Er bekommt jetzt die Chance, auf die er jahrelang gewartet hat. Vermutlich vorerst mit einem Vertrag bis zum Saisonende, „mit ein paar Optionen“, die sich Kind vorstellen kann – etwa für eine weitere Saison bis 2023.