20. März 2020 / 15:40 Uhr

Hannover 96: Familie unterstützt Daniel Eidtner bei der Quarantäne

Hannover 96: Familie unterstützt Daniel Eidtner bei der Quarantäne

Lars Sittig
Märkische Allgemeine Zeitung
Maik (I.) und Daniel Eidtner bei einem Fußballturnier, bei dem sie gemeinsam kickten.
Maik (I.) und Daniel Eidtner bei einem Fußballturnier, bei dem sie gemeinsam kickten. © privat
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Kreis Dahme/Fläming: Der Ex-Profi Maik Eidtner steht derzeit privat und beruflich vor großen Herausforderungen – alle Familienmitglieder sind wohlauf.

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Die Nachricht, die Maik Eidtner aus Niedersachsen vor einigen Tagen erhalten hatte, stellte die Welt noch ein bisschen mehr auf den Kopf, als sie es ohnehin schon war. „Mein Sohn Daniel ist gerade bei uns zu Besuch“, sagt der Ex-Profi, „und weil es bei seinem Club Hannover 96 einen Vereinskameraden gab, der mit dem Coronavirus infiziert worden war, ist er unter Quarantäne gestellt worden. Wir unterstützen ihn dabei. Er ist zum Glück wohlauf.“ Der gesellschaftliche Alltag ist in Zeiten der Corona-Krise ohnehin komplett aus den Fugen geraten, aber bei Familie Eidtner ist derzeit noch weniger so wie zuvor.

Immerhin: Maik, Frau Elena und Tochter Marie dürfen zur Versorgung die eigenen vier Wände in Ludwigsfelde verlassen, weil Sohn Daniel, der bei der Reserve des Zweitligisten Hannover 96 in der Regionalliga Nord kickt, keine Krankheits-Sympthome aufwies und die Quarantäne lediglich als Vorsichtsmaßnahme angeordnet worden war. „Ich habe beim Gesundheitsamt angerufen, dort wurde mir das Okay gegeben. Sie melden sich auch, wenn Daniel wieder die Wohnung verlassen darf“, sagt Maik Eidtner. Neben dem Familienprogramm absolviert Elena Eidtner mit ihrer siebenjährigen Tochter täglich zu Hause den Schulunterricht.

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Daniel Eidtner sagt: „Von Donnerstag an muss ich 14 Tage zuhause bleiben. Es ist eigentlich gar nicht schwer für mich, aber manchmal nur etwas langweilig. Aber da muss ich jetzt durch, weil es von meinem Verein Hannover so gefordert wurde.“ Schwer sei bloß, so der 19-Jährige, „dass ich 14 Tage kein Fußball Training habe und dass die Spiele alle ausfallen. Natürlich ist es schön, Zeit mit der Familie zu verbringen. Aber ich würde auch sehr gerne auf dem Fußballplatz stehen.“ Viele Veränderungen derzeit für Daniel und seinen Vater, der als Offensivspieler im nordostdeutschen Fußball anderthalb Jahrzehnte zu den festen Größen gehörte und sich auch beruflich gerade vollkommen neu orientiert: „Ich habe zehn Jahre lang eine Sportsbar betrieben, aber nun arbeite ich bei einem Autozulieferbetrieb in Ludwigsfelde“, berichtet der 46-jährige Maik Eidtner.

Weichenstellungen auf dem Lebensweg nach der Karriere, die den Stürmer nach den Jugend-Stationen Motor Ludwigsfelde und FV Teltow bis in die damals noch drittklassige Regionalliga Nordost geführt hatte. Beim BSV Brandenburg, dem Spandauer SV, dem FC Erzgebirge Aue, Sachsen Leipzig und dem FC Eisenhüttenstadt absolvierte er 137 Partien in der dritthöchsten deutschen Spielklasse (32 Treffer), dazu kamen 118 Spiele in der NOFV-Oberliga Nord (29) für den Ludwigsfelder FC und den FSV Luckenwalde. Eidtner, der zuletzt beim SV Siethen in der Landesklasse spielte, gehörte auch zum LFC-Ensemble, das 2003 im Waldstadion den damaligen deutschen Topclub Werder Bremen in der 1. Runde des DFB-Pokals empfing (1:9).

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Die Brandenburger Bilder der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Bilder der Woche" der Saison 2019/20. ©
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Die persönlichen sportlichen Highlights? „Zum Beispiel, dass wir mit dem Spandauer SV jahrelang die Großen in der Regionalliga wie Dynamo Dresden oder den FC Energie Cottbus geärgert haben. Wir haben mit wenig Mitteln und mit einer tollen Mannschaft immer die Klasse gehalten. Auch der Gewinn des Landespokals mit dem Ludwigsfelder FC war ein Höhepunkt. Aber wirklich stolz bin ich auf meine Familie.“ Was hätte Vater Maik rückblickend in seiner Laufbahn anders gemacht? „Ich hätte professioneller sein sollen, so wie mein Sohn“, sagt er. Sohn Daniel war im vergangenen Sommer aus der Nachwuchsabteilung des 1. FC Union Berlin zur Hannoveraner Reserve gewechselt und hatte sich vor der Corona-Krise im Viertligateam des Traditionsclubs in der niedersächsischen Landeshauptstadt etabliert. Selber Fußball spielen fällt für den Familienvater im Moment aus.

„Das geht leider erst mal nicht – wegen meines Knies und Sohnes, der ja am Wochenende spielt. Wir reisen zu jedem Spiel. Das letzte Mal am Ball war ich vor zwei Jahren beim Union-Fanclub-Turnier. Das haben wir mit meinem Sohn und seinen Freunden gewonnen.“

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