16. April 2020 / 15:09 Uhr

"Ja bist du denn verrückt": So tickt der 96-Neue Martin Hansen

"Ja bist du denn verrückt": So tickt der 96-Neue Martin Hansen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Keeper Martin Hansen packt wieder zu.
Keeper Martin Hansen packt wieder zu. © Florian Petrow
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Im Winter kam Torwart Martin Hansen als neue Nummer zwei hinter Ron-Robert Zieler zu Hannover 96. Kurz darauf verletzte er sich. Jetzt ist er wieder fit für Einsätze – zur Not im Angriff in der Nachspielzeit ...

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Martin Hansen (29) kehrt nach einem Syndesmosebandriss ins Training bei Hannover 96 zurück. Wer war nochmal Hansen? Der Däne kam im Winter als Ersatz für Michael Esser, als Nummer zwei hinter Ron-Robert Zieler.

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Diesen Posten hat nach Hansens Verletzung Michael Ratajczak übernommen. Eine verrückte Torwart-Konstellation, ähnlich verrückt wie die Karriere von Hacken-Hansen.

96-Keeper Hansen mit einem Jahrhunderttor für Den Haag

"Ja bist du denn verrückt?" Mit diesen Worten begleitete der Kommentar das 2:2 von Den Haag im niederländischen Ligaspiel gegen Eindhoven.

In der Nachspielzeit warf Torwart Hansen seine rechte Hacke in eine Freistoßflanke und erzielte ein Traumtor. Der Keeper erzählt: „Es war, als wäre ich in einer komplett anderen Welt gewesen. Ich wusste nicht, was ich tun soll, wo ich hinrennen soll und wie ich jubeln soll, das kam alles instinktiv. Das war ein witziger Moment.“

96 holte den Hackenzauberer im vergangenen Winter, weil Esser nach Hoffenheim wechselte. Nach wenigen Trainingstagen wurde es weniger witzig für Hansen, er verletzte sich schwer am Syndesmoseband.

Erfahrung aus 16 verschiedenen Wettberwerben

Jetzt ist er zurück im Torwarttraining. Wie tickt der Däne eigentlich? Hansen ist als impulsiver Torwart bekannt, eher aufbrausend und leidenschaftlich – dem früheren Kapitän Philipp Tschauner nicht unähnlich. In punkto Erfahrung spielt Hansen in einer eigenen Liga – er sammelte in 16 verschiedenen Wettbewerben seine Erfahrungen. Die Karriere begann richtig, als er als Teenager von Bröndby zum FC Liverpool wechselte.

Dabei verfolgte Hansen einen ähnlichen Karriereplan wie die aktuelle 96-Nummer-eins Ron-Robert Zieler. Hansen (Liverpool) und Zieler (Manchester United) spielten in England sogar mal gegeneinander. Im Jugend-FA-Cup standen sich die beiden Kollegen gegenüber, Hansen holte 2007 den Pokal.

Von Rynio bis Esser: Die Stammtorhüter von Hannover 96 seit 1979

Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) Zur Galerie
Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) ©

In seiner Karriere bereiste er England, die Niederlande, Dänemark, Norwegen, die Schweiz und Deutschland.

Hansen war Torhüter in Ingolstadt, stieg dort ab, wechselte später zum FC Basel, dann nach Norwegen zu Strömsgodset, wo auch der frühere 96-Sechser Henning Hauger und frühere Braunschweiger Trainer Hendrik Pedersen untergekommen waren. Hansen kam als Retter zu Strömsgodset, das schon abgestiegen schien, aber den Klassenerhalt mit dem Dänen im Tor schaffte.

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Diese Spieler sind nicht wirklich in die Historie von Hannover 96 eingegangen. Zur Galerie
Diese Spieler sind nicht wirklich in die Historie von Hannover 96 eingegangen. ©

Bei Hannover 96 entsteht nun durch die Rückkehr von Hansen eine neue Konstellation. Sein Vertrag läuft bis 2021, genau wir der von Michael Ratajzcak, der gestern 38 Jahre alt wurde.

Ratajzcak verdient wesentlich weniger als Hansen, hatte sich aber durch seine Erfahrung das Vertrauen als Nummer zwei bei 96 verdient. Zum Einsatz kam er aber nicht. Ratajczak wird nun für Hansen auf der Bank Platz machen müssen und seine Karriere bei 96 als Nummer drei beenden. Über eine Stelle im 96-Nachwuchsleistungszentrum wurde mit Ratajczak schon gesprochen.

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Der Vertrag von Marlon Sündermann, bisher Nummer drei, läuft indes aus. Vertraglich ist 96 bei den Torhütern auf Jahre sicher aufgestellt. Zielers Vertrag läuft bis 2023, 2021 kehrt der geliehene Leo Weinkauf (23) vom MSV Duisburg zurück.

Bis dahin hat Hansen Zeit, einen weiteren Liga-Einsatz in der 2. Bundesliga zu sammeln – sollte er als Nummer zwei gebraucht werden – zur Not im Angriff, in der Nachspielzeit.