21. Juni 2020 / 19:58 Uhr

96-Debüt mit fadem Beigeschmack: Michael Ratajczak hat das gegen Aue "ordentlich gemacht"

96-Debüt mit fadem Beigeschmack: Michael Ratajczak hat das gegen Aue "ordentlich gemacht"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Torwart Michael Ratajczak feierte sein Debüt für Hannover 96 gegen Erzgebirge Aue.
Torwart Michael Ratajczak feierte sein Debüt für Hannover 96 gegen Erzgebirge Aue. © Lars Kaletta
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Viel bekam er nicht zu tun und bei den Gegentoren hatte Michael Ratajczak keine Chance. Der Torwart gab bei der 1:2-Niederlage gegen Aue sein Debüt für Hannover 96. Die Partie hatte sich der 38-jährige Teamplayer natürlich anders vorgestellt.

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Eigentlich hatte es ein „Bonbon“ sein sollen für Michael Ratajczak (38). Doch es wurde einer mit einem etwas faden Beigeschmack. „Das habe ich mir natürlich anders vorgestellt“, gab der Ersatztorwart zu, der in Aue als Belohnung im 96-Kasten stand. „Ein sehr undankbares Spiel für einen Torwart.“ Trainer Kenan Kocak hatte seinen Ersatzkeeper mit dem Startelfplatz belohnen wollen – für die mannschaftsdienliche, positive Art. In Absprache mit Stammkraft Ron-Robert Zieler, versteht sich.

Vor dem Anpfiff strahlen Ratajczak und seine gelben Torwarthandschuh noch um die Wette. 90 Minuten und zwei Gegentore später waren es dann etwas gemischte Gefühle, die der 38-Jährige spürte. Zufriedenheit auf der einen Seite, weil er das erste Mal seit mehr als einem Jahr bei einem Pflichtspiel auf dem Platz stand. Aber gleichzeitig verlor 96 eben auch 1:2 nach einer ziemlich schwachen Leistung – und die Kollegen in der Abwehr hatten ihn leider etwas im Stich gelassen.

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Die Auer Spieler feiern ihren Treffer. ©

"Er hat das ordentlich gemacht"

Ratajczak war in der Winterpause als Ersatz für Zieler-Ersatz Martin Hansen gekommen. Der hatte sich nach nur drei Tagen bei 96 schwer am Syndesmoseband verletzt. Ratajczak wurde neuer, erfahrener Ersatzmann. Einer, auf den sich Kocak und Co. verlassen können. Nur kurz vor dem Corona-Restart musste das Team mal kurz auf ihn verzichten. Ratajczak verließ die Hotel-Quarantäne vorzeitig, bekam Sonderurlaub wegen eines Trauerfalls in der Familie. Der Keeper, dessen Vertrag noch bis Sommer 2021 gilt, ist ein echter Teamplayer, der auch in der Mannschaft beliebt ist.

Ein Sieggeschenk konnten die Kollegen ihm in Aue trotzdem nicht machen. Leider. „Es war schon so, dass ich mich sehr auf das Spiel gefreut habe“, berichtete Ratajczak und gab auch ehrlich zu: „Es ist natürlich jetzt nach dem Spiel bitter, dass wir verloren haben – und wie wir verloren haben.“ Aue schoss nur dreieinhalb Mal aufs Tor, zweimal ging der Ball rein. Den Routinier traf keine Schuld, bei beiden Toren war er ziemlich machtlos. „Rata hat wenig zu tun gehabt, wir wissen das natürlich einzuordnen“, betonte Kocak. „Er hat das ordentlich gemacht“.

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Am letzten Spieltag beim Geisterkick gegen Bochum sitzt der Ersatzkeeper dann aber wieder auf der Bank. Ins Tor darf der zweite Zieler-Vertreter Martin Hansen. Vielleicht hat der etwas mehr Glück mit seinem „Bonbon“-Spiel. Die Rückendeckung von Ratajczak ist ihm auf alle Fälle sicher. „Wir haben uns in den vergangenen Wochen den Arsch aufgerissen. Nächsten Sonntag zu Hause geht es einfach darum, das Spiel zu gewinnen“, sagt der Routinier. Ein echter Teamplayer eben.