06. Januar 2021 / 17:40 Uhr

Gegen den Ex besonders motiviert? Der "Coach to go" könnte ein Thema für 96 werden

Gegen den Ex besonders motiviert? Der "Coach to go" könnte ein Thema für 96 werden

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Für die Spiele gegen Karlsruhe, Nürnberg und St. Pauli könnte sich der Platzwart bekannte Gesichter auf der Bank von Hannover 96 gut vorstellen...
Für die Spiele gegen Karlsruhe, Nürnberg und St. Pauli könnte sich der Platzwart bekannte Gesichter auf der Bank von Hannover 96 gut vorstellen... © imago images
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4:0 - was für ein Start ins Jahr 2021 von Hannover 96! Offenbar stimmt es wirklich, was man am Dieter-Schatzschneider-Institut für angewandte Fußballphilosophie lernt: Trainer sind gegen den Ex-Klub besonders motiviert. Der Platzwart bringt für die Roten daher den "Coach to go" ins Spiel.

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Ja, ist denn immer noch Weihnachten? 96-Fans reiben sich verwundert die kleinen Äugelein, denn das Sandhäuschen war da. Erstes Spiel im neuen Jahr, normalerweise die Zeit, wo in Hannover die letzte Hoffnungen begraben werden. 2019 mit Breitenreiter gegen Bremen oder auch 2016 unter einem gewissen Thomas Schaaf, also mit Bremen, gegen Darmstadt. Ganz anders dieses Jahr. 4:0 gegen die Sandmänner vom Hardtwald. Sandhausen! Achtelfinalist im DFB-Pokal 2016/17. Achtelfinalist!

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Hannover ist nach dem 4:0 Tabellenführer des Spieljahrs 2021 in den deutschen Profiligen. Vor Bayern München und 34 anderen, sogar vor Regensburg und Schalke. Dazu Sturmpower wie noch nie. Zwei Doppelpacker auf dem Stoppelacker. Twumasi trägt das 96-Trikot jetzt nicht nur unterm Weihnachtsbaum, sondern ausnahmsweise sogar auf dem Platz und ist die beste Nummer 7 seit Edgar Prib und Erik Jendrisek. Sein Jubelmove nach dem Premierentor – Liegestütz auf Halbgefrorenem – lässt erahnen, wie Kenan Kocak sich im Training ausgelassene Freude und Torjubel vorstellt.

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Dazu Marvin Ducksch, bei dem endlich der Knoten geplatzt ist, auch wenn man es auf dem Kopf noch nicht sieht. Zwei Tore, eine Vorbereitung, bester Mann auf dem Platz – man fragt sich, wo 96 ohne Marvin Ducksch stehen würde. Böse Zungen behaupten: fünf Plätze weiter oben. Aber so lange er mit den Fingern in den Ohren spielt, kann es ihm egal sein.

Kenan Kocak sagte nach dem Spiel: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Start ins neue Jahr“, und er sah dabei so zufrieden aus wie jemand, der weiß, dass der einzige Winterzugang der ältere Zimmergenosse von Hugo Almeida sein wird. Dabei machte seine Mannschaft das beste Spiel der Saison, gegen seinen Ex-Verein. Das kann Zufall sein, aber vielleicht steckt dahinter auch System.

Slomka wäre wiederverwendbar

Wie man am Dieter-Schatzschneider-Institut für angewandte Fußballphilosophie lernt, sind Trainer in der Vorbereitung besonders motiviert, wenn es gegen den Ex-Klub geht. Einfach mal ausprobieren, und fürs Spiel gegen St. Pauli bei „Coach to go“ einen Trainer mit Hannover- und Pauli-Vergangenheit mieten, zum Beispiel Ewald Lienen oder Michael Frontzeck oder Andreas Bergmann, zur Not ginge auch Willi Reimann.

Für Nürnberg könnte man Dieter Hecking reaktivieren und gegen Karlsruhe sitzt dann Mirko Slomka auf der Bank. Der wäre bei Erfolg wiederverwendbar und könnte da sitzenbleiben, bis die Hamburger und Schalke 04 an den Maschsee kommen.

Eine Galerie zum Schmunzeln und für Nostalgiker: Das sind die größten Kuriositäten aus der Geschichte von Hannover 96!

Der Schnee stoppt den Ball vor der Linie, Gelb-Rot binnen weniger Sekunden aufgrund des Torjubels, ein Trainer ohne Lizenz oder ein verbotenes Reißverschluss-Trikot? Das alles gab es wohl nur bei Hannover 96. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Roten für Lacher, Kopfschütteln oder Kuriositäten gesorgt. Wir haben die besten Momente herausgesucht und zusammengestellt.  Zur Galerie
Der Schnee stoppt den Ball vor der Linie, Gelb-Rot binnen weniger Sekunden aufgrund des Torjubels, ein Trainer ohne Lizenz oder ein verbotenes Reißverschluss-Trikot? Das alles gab es wohl nur bei Hannover 96. Im Laufe der Jahrzehnte haben die Roten für Lacher, Kopfschütteln oder Kuriositäten gesorgt. Wir haben die besten Momente herausgesucht und zusammengestellt.  ©

Apropos Schalke. Dort ist gerade Julian Korb als Rechtsverteidiger im Gespräch, weil das Team exakt wie viele gelernte Rechtsverteidiger hat? Genau: null. Kann schon mal passieren. 14. Spieltag, vier Punkte, seit einem Jahr nicht mehr gewonnen, und dann merkst du, warum.

Du hast keinen Rechtsverteidiger! Vergessen! Passiert jeder Thekenmannschaft immer wieder, dass der Kerl für hinten rechts sonntags nicht aus der Kiste kommt. Tipp: rechts Korb, links Ostrzolek. Die passen perfekt ins Profil: beide Hannover 96, beide mit einem halben Jahr Trainingsrückstand. Und beide wissen, wie Abstieg geht. Das ist rare Ware auf Schalke.

Wer gilt hier als unterschätzt?

Hannover 96 hat hinten rechts Sei Muroya. Und so lange Sky-Reporter Jörg Dahlmann ihn für Genki Haraguchi hält, gilt der Mann als offiziell unterschätzt. Also Muroya, nicht Dahlmann. Dahlmann ist Schalker, aber wir wollen ihm nichts unterstellen.

Nächster Gegner Darmstadt. Das Duell heißt Hannover 96 gegen Serdar Dursun. Dursun trägt Dutt wie Ducksch. Dududu. Sulejmani auch. Und Hult. Beide hätten fast getroffen. Muroja und Twumasi arbeiten am Knotenlook. Dududutwumusuhu. Der Erfolg hat einen zweiten Buchstaben. Jetzt weiß Wuydandt, wo der Hummer hängt.