05. August 2020 / 13:42 Uhr

Bei 96 läuft GZSZ II: Und am Ende steht Genki Haraguchi im Tor

Bei 96 läuft GZSZ II: Und am Ende steht Genki Haraguchi im Tor

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Steht bei Hannover 96 am Ende Genki Haraguchi statt Ron-Robert Zieler im Tor?
Steht bei Hannover 96 am Ende Genki Haraguchi statt Ron-Robert Zieler im Tor? © imago images/Nordphoto/eu-images/Petrow
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Der Platzwart analysiert: Hannover 96 handelt nach dem Motto "Besser’n Esser im Tor als’n Trinker davor". Hat sich Weltmeister Ron-Robert  Zieler mit seinem Bekenntnis zu Stadt und Verein verdächtig gemacht?

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Hannover 96 lässt seine Fans nicht hängen. Für die Corona-Pause im Frühjahr gibt’s im Sommer einen Nachschlag, man schlagzeilt einfach durch bis zum Start der Saison, an dessen Ende selbstverständlich die Rückkehr in die Bundesliga und die Enthüllung der Kenan-Kocak-Statue neben dem Ralf-Rangnick-Schrein und dem breiten Reiterdenkmal im Aufstiegskeller des Kokenhofs in Großburgwedel steht.

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Nach der GZSZ-Soap in der abgelaufenen Saison („Guter Zuber, schlechter Zuber“) schlagen die Entscheider nun ein neues Kapitel auf. Kind und Kocak und Kegel arbeiten fieberhaft an einer neuen Identität des Vereins. Das Konsolidierungskonzept hat noch keinen konkreten Namen, vermutlich irgendwas mit K, aber es zeigt erste konkrete Konturen: Leistungsträger verkaufen, Hannover-Bekenner, Fanlieb­linge und alle Feldspieler über 30 wegschicken.

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Im Gegenzug einen über 30 holen, damit die anderen über 30 sehen, dass man mit über 30 noch einen Verein finden kann. Das Spielsystem läuft auf ein neues 3-1-1-1-X hinaus, drei Torhüter, alle über 30, davor die Achse Hübers-Haraguchi-Henne, der Rest wechselnde Ergänzungsspieler, fünf davon direkt in der Startelf. Die Bank: so viele, wie bis dahin zugekauft werden konnten. Auf der Tribüne: einer. Mit der Laufnummer eins.

So hätte Zieler doch nie einen Vierjahresvertrag bei 96 bekommen

Es ist ein würdiger Nachfolger des Zuber-Zirkus‘, dieses GZSZ II („Guter Zieler, schlechter Zieler“) mit besonderer Berücksichtigung der saisonübergreifenden Torwartrotation. Motto: Besser’n Esser im Tor als’n Trinker davor. Ron-Robert Zieler ist natürlich selbst schuld. Hat sich mit seinem Bekenntnis zu Stadt und Verein verdächtig gemacht. Steckt sein Neugeborenes als erstes in 96-Klamotten und erzieht es von Geburt an braunschweigfrei. Baut ein Haus vor den Toren der Stadt, Dach schwarz, Wände weiß, Fenster grün. Der Garten: Muttererde, Kies, Rasen. Dazu das Statement, dauerhaft in Hannover bleiben zu wollen.

Wer sagt denn so was? Außer durchreisenden Schlawinern und Jonathas. Da schrillen doch sofort alle Alarmglocken auf der Geschäftsstelle. Hätte Zieler gleich so einen unglaubwürdigen Blödsinn erzählt, er hätte nie einen hoch dotierten Vierjahresvertrag bekommen.

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Am Ende steht Genki Haraguchi im Tor

Manche belagerte Städte haben früher Bären auf Burgtürme gestellt und sie gutes Brot fressen lassen, um zu zeigen, wie gut es ihnen geht. Hannover 96 setzt einen Weltmeister auf die Tribüne, und alle fragen: Geht’s euch noch gut? Man hätte Zieler nie zurückholen dürfen, hat Martin Kind jetzt in aller Feinfühligkeit gesagt. Michael Esser soll daraufhin seinen Koffer nicht weiter ausgepackt haben. Was außer Kocak noch keiner weiß: Am Ende steht statt Esser, Hansen oder Ratajczak Genki Haraguchi im Tor. Qualifikation: Er wird in dieser Saison noch 30. Kurz bevor das 4K-Kind-Kocak-Konsolidierungs-Konzept mit dem Aufstieg endet.

Bis dahin muss der Kader noch aufgefüllt werden. Spieler mit Z stehen automatisch ganz oben auf der Liste. Luca Zidane wäre frei. Weltmeistersohn. Vertragslos. Keeper. Aber mit 22 zu jung fürs 96-Tor. Ansonsten: Sal Zizzo. Vor zehn Jahren bei 96, jetzt Atlanta. Verlorener Sohn und so. Zuber, übernehmen Sie!