19. Januar 2022 / 09:23 Uhr

Dabrowski und Mann kennen sich aus mit Überraschungen: 96 lässt Fohlen von Leine

Dabrowski und Mann kennen sich aus mit Überraschungen: 96 lässt Fohlen von Leine

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Damals und heute: Linton Maina macht es „aktuell mit einer Leichtigkeit“, lobt sein Trainer Christoph Dabrowski. Der gewann einst als Profi mit Bremen den DFB-Pokal, heute will er mit 96 überraschen.
Damals und heute: Linton Maina macht es „aktuell mit einer Leichtigkeit“, lobt sein Trainer Christoph Dabrowski. Der gewann einst als Profi mit Bremen den DFB-Pokal, heute will er mit 96 überraschen. © Imago/Florian Petrow
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"Ich wünsche jedem, dass er das Glück hat, das einmal erleben zu dürfen", sagt Christoph Dabrowski. Der Trainer von Hannover 96 und Manager Marcus Mann kennen sich aus mit Überraschungen im DFB-Pokal. Wie dies heute gegen Borussia Mönchengladbach gelingen könnte, verraten sie hier.

96-Trainer Christoph Dabrowski „kann aus eigener Erfahrung davon erzählen“ wie das mit Pokalüberraschungen klappt, „der Pokal schreibt seine eigenen Ge­schich­ten“. Die 96-Story soll heute (18.30 Uhr, HDI-Arena) ge­gen Bundesligist Borussia Mönchengladbach weitergehen – und Da­brows­ki gibt sich entspannt optimistisch: „Wir sehen Möglichkeiten, Gladbach vor Herausforderungen zu stellen und eine Überraschung zu schaffen.“

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Dabrowski kennt sich aus mit Überraschungen. Als Profi in Bremen stand der 43-Jäh­ri­ge zweimal im Finale. Einmal gewann er den Cup, im Juni 1999 als Außenseiter im Elfmeterschießen gegen die Startruppe vom FC Bayern München: „Es ist ein fantastisches Erlebnis. Ich wünsche jedem, dass er das Glück hat, das einmal erleben zu dürfen.“ So weit kann 96 zwar nicht planen, natürlich, aber Dabrowski würde gern eine weitere Überraschungsstory miterleben, diesmal mit 96 gegen die Startruppe aus Gladbach.

So waren die Profis von Hannover 96 bei Hansa Rostock in Form

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Ron-Robert Zieler: Der Torwart erfüllt die Erwartungen komplett. Nach acht verpassten Ligaspielen ist die Nummer eins zurück und auch der erhoffte Rückhalt. Note: 3 ©

Auch Marcus Mann kennt sich mit Überraschungen aus. Der 96-Sportchef er­reich­te vor anderthalb Jahren mit dem damaligen Re­gio­nal­li­gis­ten (!) Saarbrücken das Halbfinale und warf auf dem Weg dorthin unter anderem den 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf aus dem Wettbewerb.

„Es ist definitiv so, dass der Größere immer mehr zu verlieren hat. Das ist Gladbach. Wir können ei­gent­lich drauflosspielen, das ist immer einfacher“, sagt der Manager. Dafür muss 96 eiskalt sein: „Manchmal hängt es an einer Situation. Die musst du dann erfolgreich be­en­den. Du musst ef­fek­tiv sein und ein bisschen Glück ha­ben.“ Ge­gen den Bundesligisten braucht 96 „einen gu­ten Tag“ und Gladbach „ei­nen weniger guten“.

"Gladbach hat extreme Schwankungen"

Bei 96 hat sich in den vergangenen Wochen immerhin einiges zum Guten entwickelt, der Abstand zu den Kellerplätzen der 2. Liga ist gewachsen. Eine Liga darüber läuft es für Gladbach nicht rund, die Fohlen sind in der Bundesliga „nur“ Tabellenzwölfter und hinter den eigenen Ansprüchen.

Formvorteil für 96? Dabrowski will es nicht überbewerten, „aber wir verfolgen natürlich Dinge, die dort passieren. Das Gladbacher Spiel und der Saisonverlauf haben extreme Schwankungen.“ Das habe aber keinen Einfluss auf den Matchplan: „Wir müssen mu­tig sein. Und wenn eine Chance da ist, die Gladbach uns vielleicht gibt, müssen wir sie nutzen. Dann haben wir die Chance, die Sensation zu schaffen.“


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Setzt 96 dafür auf die alte „Fohlen“-Taktik? Hinten mauern, nach vorne schnelle, präzise Konter. So schockte Gladbach in früheren Jahren auch scheinbar übermächtige Gegner. Hannover hat das passende Trio für schnelles Umschaltspiel – mit Maximilian Beier (19), Wintereinkauf Cedric Teuchert (25) und dem erstarkten Linton Maina (22).

"... entstehen ein Vertrauen und ein Gefühl füreinander"

Vor allem Maina ist un­ter dem neuen Coach zuletzt aufgeblüht, er schoss drei Tore in den vier Spielen unter Dabrowski – auch das Siegtor in Rostock. Der Trainer kennt ihn schon seit der Ju­gend­zeit. „Ich habe nicht allzu viel gemacht“, sagt Da­brows­ki, „aber wenn man so einen Jungen und seinen Weg so lange begleitet, entstehen ein Vertrauen und ein Gefühl füreinander. Dann muss man in gewissen Situationen gar nicht viele Worte verlieren.“

Dabrowski zeigt Maina Vertrauen, das bringt dem Flügelflitzer „die nötige Sicherheit“, findet der Trainer: „Er hat den Lauf auf einer Seite und macht das aktuell mit einer Leichtigkeit.“ Die wird nötig sein, wenn es mit einer Pokalüberraschung klappen soll.