27. Februar 2022 / 17:45 Uhr

„Eine ähnliche Situation“: 96-Verteidiger Dehm weiß, wie Pokalsensationen möglich sind

„Eine ähnliche Situation“: 96-Verteidiger Dehm weiß, wie Pokalsensationen möglich sind

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Jannik Dehm nimmt mit 96 die nächste Pokalsensation in seiner Karriere ins Visier.
Jannik Dehm nimmt mit 96 die nächste Pokalsensation in seiner Karriere ins Visier. © IMAGO
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Mit Holstein Kiel hat er vor einem Jahr die großen Bayern aus dem DFB-Pokal geworfen. Jetzt will Jannik Dehm mit 96 eine solche Sensation gegen RB Leipzig schaffen. „Es ist eine ähnliche Situation“, sagt der Verteidiger. „Von uns erwartet keiner was. Das ist die Chance, die wir nutzen können.“

Es ist mal gerade ein Jahr her, und Jannik Dehm wird das auch nie mehr vergessen. „Ich habe das in Kiel selbst erlebt, was im Pokal passieren kann.“ Der 96-Verteidiger half mit beim sensationellen Zweitrundenerfolg am 13. Januar 2021 von Holstein Kiel gegen die Bayern. 8:7 nach Elfmeterschießen, der Zweitligist kegelte den Titelverteidiger raus. Besonders gefeiert wurden Ioannis Gelios, der den Elfmeter von Marc Roca hielt – und Fin Bartels, der den letzten Elfmeter verwandelte.

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Dehm stand von der ersten bis zur letzten Sekunde auf dem Platz. Er weiß damit aus eigener Anschauung – Sensationen sind immer möglich. „Das macht den Pokal aus“, sagt er vor dem Viertelfinale am Mittwoch (18.30 Uhr) gegen RB Leipzig. Wie konnte es also passieren, dass Kiel die Bayern schlägt?

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„Ganz wichtig ist, dass die Mannschaft daran glaubt, das war in Kiel auch so“, sagt Dehm. „Keiner hat erwartet, dass wir die Bayern aus dem Pokal werfen. Aber man hat in der Mannschaft gespürt – warum nicht? Warum sollen wir es nicht versuchen.“ Dehm hatte es als Rechtsverteidiger mit dem Nationalspieler Leroy Sané zu tun. Er hat die Aufgabe gut gelöst, das zeigt auch die Note im kicker – eine 3,0 bescheinigte ihm das Fachblatt.

Die Bayern führten 1:0 und dann 2:1. Der Ausgleich gelang Hauke Wahl in der fünften Minute der Nachspielzeit unmittelbar vorm Abpfiff. „Mit dem Spielverlauf, mit dem Spielglück, das einem auch in die Karten spielen muss, haben wir gemerkt, da ist etwas möglich“, sagt Dehm. Und so „haben wir es bis ins Elfmeterschießen geschafft. Und da ist immer alles möglich.“

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Dehm will mit Fans Pokalatmosphäre schaffen

Der 96-Gegner Leipzig hat zwar nicht die Klasse der Bayern, bleibt aber dennoch klarer Favorit. „Alle wissen, dass Leipzig ein guter Erstligist ist, und es für uns nicht einfach wird. Aber umso spannender ist die Aufgabe“ für Dehm. „Mit den Fans können wir eine Pokalatmosphäre schaffen.“

Der Ex-Kieler hofft auf einen vergleichbaren Verlauf wie im Bayern-Spiel. „Es ist eine ähnliche Situation wie hier auch“, sagt Dehm. „Von uns erwartet keiner was. Das ist die Chance, die wir nutzen können.“ Dazu gehört auch immer ein Favorit, der das Weiterkommen ins Halbfinale schon verbucht haben könnte. „Leipzig kommt hierher und wird sich auf der sicheren Seite fühlen“, hofft der Abwehrspieler. „Wir sind ja nur der Zweitligist, bei dem es – in Anführungszeichen – nicht so gut läuft. Die werden den Anspruch haben zu gewinnen. Und wir werden das auch versuchen.“

Im Mai 1992 schaffte Hannover 96 Einmaliges: Als Zweitligist gewannen die Niedersachsen das Pokalfinale in Berlin gegen den hohen Favoriten Borussia Mönchengladbach. Hier die besten Fotos:

23. Mai 1992: Die Anzeigentafel im Berliner Olympiastadion bringt es Weiß auf Blau: Hannover 96 ist Pokalsieger. Vorausgegangen war ein spannendes Finale gegen Borussia Mönchengladbach - in dem ein 96-Spieler zum Helden wurde. Zur Galerie
23. Mai 1992: Die Anzeigentafel im Berliner Olympiastadion bringt es Weiß auf Blau: Hannover 96 ist Pokalsieger. Vorausgegangen war ein spannendes Finale gegen Borussia Mönchengladbach - in dem ein 96-Spieler zum Helden wurde. ©

Fraglich nur noch, ob Dehm auch am Mittwoch auf dem Platz stehen wird. Sein Ex-Kollege Fabian Reese aus Kiel hat den 25-Jährigen am Freitag alt aussehen lassen. Mit Sei Muroya wäre der eigentliche Stammspieler auf der rechten Seite wieder einsatzbereit. Nach der Knöchelverletzung hatte der Japaner zwei Kurzeinsätze auf St. Pauli und gegen Kiel. Aber lässt man einen, der schon die Bayern ärgerte, auf der Bank?

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