16. April 2019 / 12:06 Uhr

Hannover 96: Die Langzeitverletzten kommen viel zu spät zurück

Hannover 96: Die Langzeitverletzten kommen viel zu spät zurück

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ihlas Bebou (links) und Niclas Füllkrug beim Lauftraining.
Ihlas Bebou (links) und Niclas Füllkrug beim Lauftraining. © imago/Joachim Sielski
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Das 96-Lazarett ist voll. Insgesamt elf Spieler sind nicht einsatzbereit. Dabei sollten gerade die Leistungsträger Ihlas Bebou und Niclas Füllkrug schon längst wieder auf dem Platz stehen. Trainer Thomas Doll hat sich deutlich verrechnet.

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Die Punkte verschenkt, die Rettung verpasst, den Abstieg besiegelt. Das ist die böse Bilanz des 96-Trainers Thomas Doll, der am 27. Januar gekommen war, um Hannover 96 vom vorletzten Platz nach oben zu führen. Nun ist er abgeschlagener Letzter. Die Gründe sind immer auch beim Trainer zu suchen, aber nicht nur. Doll hatte betont, dass er mit diesem Zustand der Mannschaft nicht gerechnet habe. Er hat sich sogar verrechnet, und zwar bei den Verletzten. „Ich hatte schon gehofft, dass einige früher zurückkommen“, gab er nach dem 0:1 gegen Gladbach zu. „Das war nicht so.“

Häufiger angeschlagen gewesen als auf dem Feld gestanden? Vorzeitiges Karriereende? Mehr Götter in Weiß gesehen als Männer in Schwarz? Wer erinnert sich noch an diese hannoverschen Dauerpatienten?

Valerien Ismaël: So richtig gut geklappt hat das nicht zwischen Hannover 96 und dem Spieler Valerien Ismaël. In der ersten Halbserie absolvierte der Franzose, der vom FC Bayern zu den Roten gekommen war, noch 14 Partien für seinen neuen Club. Im darauffolgenden Jahr waren es nur noch deren vier. Ein Knochenödem am Knie war letztlich Schuld daran, dass Hannover 96 Ismaëls letzter Profiverein seiner Karriere war. Im Januar 2009 hörte er auf. Und blieb als Sportkoordinator und Trainer der Reserve auch nach seiner Karriere zunächst bei 96. Zur Galerie
Valerien Ismaël: So richtig gut geklappt hat das nicht zwischen Hannover 96 und dem Spieler Valerien Ismaël. In der ersten Halbserie absolvierte der Franzose, der vom FC Bayern zu den Roten gekommen war, noch 14 Partien für seinen neuen Club. Im darauffolgenden Jahr waren es nur noch deren vier. Ein Knochenödem am Knie war letztlich Schuld daran, dass Hannover 96 Ismaëls letzter Profiverein seiner Karriere war. Im Januar 2009 hörte er auf. Und blieb als Sportkoordinator und Trainer der Reserve auch nach seiner Karriere zunächst bei 96. ©
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Eine komplette Mannschaft verletzt

Tatsächlich kamen unter Doll sogar noch mehr Verletzte hinzu: Jonathas (Muskelfaserriss), Miiko Albornoz (Außenbandriss), Bobby Wood (Beckenverletzung), Josip Elez (Adduktorenpro­bleme), Kevin Akpoguma (Schulter-OP) – um vier Profis zu nennen, die immer noch fehlen. Gemeint hatte Doll die Verletzten Leistungsträger wie Ihlas Bebou (Sehnenanriss) oder Niclas Füllkrug (nach Knie-OP).

Bebou und Füllkrug sind nah dran am Mannschaftstraining, aber besonders Bebou, dessen Zähne unter anderem für die Verletzung mitverantwortlich sein sollen, kommt für die Rettungsmission viel zu spät. Verteidiger Timo Hübers steht nach dem Kreuzbandriss ebenfalls kurz vor der Rückkehr. Edgar Prib (Kreuzbandriss) macht Teile des Mannschaftstrainings mit. In der Liste des Schreckens stehen mittlerweile elf Spieler, eine komplette Mannschaft, die meisten sind Offensivspieler.

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Sarenren Bazee will wieder angreifen

So wie Noah Sarenren Bazee. Die 96-Rakete (drei Saisonspiele) kehrte am Montag nach dem Syndesmosebandriss aus seiner Reha in München zurück. Er gehört zu den Verschollenen, die lange Zeit gar nicht in Hannover waren – wie Wood (München) und wie Elez, der ebenfalls am Montag aus der Reha in Kroatien zurückkehrte. Albornoz ließ sich in Schweden wieder platztauglich machen. Sarenren Bazee kündigte an, wieder angreifen zu wollen. Damit kann er aber wohl nur den Angriff in der 2. Liga meinen.

Für 96 ist die Erkenntnis bitter: Im Kader steckt viel sportliche Munition wie Geschwindigkeit (Sarenren Bazee, Bebou), Zweikampfstärke (Akpoguma, Hübers) oder Torgefahr (Füllkrug, Jonathas). Aber 96 kann diese Waffen in der Bundesliga nicht nutzen. Derart unbewaffnet wurde die Mannschaft unter Doll abgeschossen bei 7:25 Toren in zehn Spielen. Ob und wann die nächste Waffe ladebereit sein wird, ist offen. Nicht ausgeschlossen, dass es in dieser Saison keine mehr schafft.

Diese Spieler könnten Hannover 96 auch in der 2. Bundesliga helfen

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