23. Oktober 2020 / 13:46 Uhr

Gesundheitsamt gibt grünes Licht: Hannover 96 darf gegen Düsseldorf vor Zuschauern spielen

Gesundheitsamt gibt grünes Licht: Hannover 96 darf gegen Düsseldorf vor Zuschauern spielen

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wie gegen Braunschweig: Hannover 96 darf auch gegen Fortuna Düsseldorf vor bis zu 9800 Fans spielen.
Wie gegen Braunschweig: Hannover 96 darf auch gegen Fortuna Düsseldorf vor bis zu 9800 Fans spielen. © imago images/Sven Simon
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Das Spiel zwischen Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf darf wie geplant vor bis zu 9800 Zuschauern stattfinden. Das Gesundheitsamt der Region Hannover gab am Freitagmittag grünes Licht. Ausschlaggebend sei das "überzeugende Sicherheits- und Hygienekonzept". 

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Mit Fans ist es am schönsten im Stadion, das sehen eigentlich alle 96-Profis so. Aber in Corona-Zeiten ist das alles nicht so einfach: In Hamburg durften zuletzt 1000 Zuschauer rein, beim VfB Stuttgart null – ein Fan-Flickenteppich wegen unterschiedlicher Regeln un­ter­schied­li­cher Bundesländer. In Hannover läuft es ebenfalls ein bisschen anders: 96 darf am Samstag (13 Uhr) vor bis zu 9800 Fans spielen, am Freitag gab es das endgültige Okay vom Gesundheitsamt.

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Auf seine Vorbereitung und die Planung, sagt Kenan Kocak, habe die Fanentscheidung ohnehin keinen Einfluss gehabt. „Darüber mache ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken“, sagt der 96-Trainer. „Ich wünsche nur den Menschen, die es betrifft, natürlich gute Besserung! Es ist nach wie vor ein Pandemiekampf.“

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Verwunderung im Düsseldorfer Umfeld

Klare Worte – insofern mag die Entscheidung der Region Hannover dann doch eine kleine Überraschung gewesen sein. Denn während Hannover in Sachen Inzidenzwert mit großen Schritten auf den Status als Corona-Risikogebiet zusteuert, werden am Samstag mehrere Tausend Fans im Stadion mitjubeln. Rund 8500 Karten waren am Freitagnachmittag verkauft. Aus dem Düsseldorfer Umfeld wurden da bereits die ersten Stimmen laut, die den 96-Fan-Plan fast ein wenig surreal finden. Im Corona-Hotspot Nordrhein-Westfalen sind sie naturgemäß eher vorsichtig unterwegs und Fans im Stadion nicht mehr erlaubt.

"Gab keinen Anlass, die Genehmigung zu widerrufen"

Das Gesundheitsamt der Region Hannover beurteilt die Lage anders, es habe nach „erneuter Überprüfung aufgrund der verschärften Infektionslage keinen Anlass“ gesehen, „die Genehmigung zu widerrufen“, erläutert Regionssprecher Christoph Borschel auf SPORTBUZZER-Nachfrage. Das Hygienekonzept von 96 habe sich „bereits beim vergangenen Heimspiel bewährt“. Dass nun gerade das Braunschweig-Spiel als Musterbeispiel herangezogen wird, wirkt dabei doch etwas befremdlich.

Im Stadion werden Abstände eingehalten - aber davor und danach?

Zwar wurden im Stadion selbst die Abstände tatsächlich nahezu immer vorbildlich gewahrt – aber nach dem Derbysieg gab’s an der Arena Partystimmung und entsprechende Szenen am Zaun. Das wird sich ohne Derbyemotionen zwar in dieser Form nicht wiederholen, doch zumindest bei der An- und Abreise zum Stadion oder an der Bierbude vor der Arena drohen erneut andere, wenig coronakonforme Zustände. Auf die hat 96 keinen direkten Einfluss, aber sie sind mittelbare Folge der Partie mit Zuschauern.

Auch wenn Hannover in diesen Tagen offiziell zum Risikogebiet erklärt wird, weil die Corona-Zahlen weiter steigen, darf 96 bis auf Weiteres mit bis zu 9800 Fans planen. Gemäß Niedersachsens Corona-Regeln werden Besucherzahlen für Events zwar automatisch begrenzt, aber bei einem stimmigen Hygienekonzept bleiben Ausnahmen möglich. Und das Konzept stimmt ja bei 96, argumentiert das Gesundheitsamt. Regionssprecher Borschel: „Durch die eingeschränkten Besucherzahlen, die durchgehende Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und die weiteren Hygienemaßnahmen ist das Infektionsrisiko weitgehend minimiert.“ Das Infektionsgeschehen werde aber weiterhin „fortlaufend analysiert und bewertet“.

Sprecher des Innenministeriums fordert Einheitlichkeit

Es wirkt ziemlich willkürlich, wie viele Fans derzeit zu Bundesliga-Spielen dürfen, weil sich die Regeln von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Am Freitag mahnte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erneut an, doch „zu einem einheitlichen Verfahren“ zu kommen. Nach SPORTBUZZER-Infos hat die DFL bisher keinen neuen Gesprächstermin mit allen Vereinen festgelegt, um sich über eine einheitliche Lösung zu unterhalten.