19. April 2021 / 07:22 Uhr

96-Duo bringt frischen Wind: Ducksch trifft, Schatzschneider lobt Weydandt

96-Duo bringt frischen Wind: Ducksch trifft, Schatzschneider lobt Weydandt

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hand in Hand: Hendrik Weydandt (rechts) legte per Kopf für Marvin Ducksch auf.
Hand in Hand: Hendrik Weydandt (rechts) legte per Kopf für Marvin Ducksch auf. © imago images/Beautiful Sports
Anzeige

Zunächst durfte Hendrik Weydandt als einziger 96-Stürmer in Bochum starten. Später wechselte Trainer Kenan Kocak seinen Top-Torschützen Marvin Ducksch ein. Mit ihm wurde es gefährlicher vor dem Tor der Bochumer.

Anzeige

Das Auffälligste an Marvin Ducksch war am Sonntag in Bochum erst mal, dass man seine neue Frisur lange nicht sehen konnte. Der Stürmer saß vor den Blicken gut geschützt unterm Dach auf der Bank. Er stand erst zum vierten Mal in der Saison nicht in der Startelf. Trainer Kenan Kocak hatte sich zunächst für den Ein-Mann-Sturm Hendrik Weydandt entschieden.

Anzeige

Die schnittige Haarpracht von Ducksch war vermutlich auch eher nicht spielentscheidend. Aber geschadet hat sie auch nicht bei seinem Kopfballtor. Nur 122 Sekunden nach seiner Einwechslung gelang ihm der Anschlusstreffer zum 2:3.

Die Einzelkritik zum 96-Auswärtsspiel beim VfL Bochum:

<b>Michael Esser - Note 3,6:</b> Zur Galerie
Michael Esser - Note 3,6: ©

Lob für Weydandt

Auffällig von der Tribüne war dabei Dieter Schatzschneider, der den Ducksch-Treffer für ein lautes Lob an Weydandt nutzte. „Sehr gut, Henne“, rief der immer noch beste Torjäger der 2. Liga. Weydandt hatte Ducksch den Ball auf den Kopf geschaufelt.

Sein Tor konnte jedoch weder Ducksch noch Kocak zufriedenstellen. Am Stürmer verkörpert sich nämlich Glanz und Elend der 96-Mannschaft. Bei schon zwölf Saisontoren und acht Vorlagen ist der 27-Jährige der beste Scorer und torgefährlichste 96-Spieler. Aber er ist auch derjenige, der die meisten Großchancen vergibt. Seine Quote ist gut, aber sie könnte viel besser sein.

Wenn Kocak Sonntag wieder feststellte, „wir haben viele Chancen kläglich vergeben“, dann ist auch Ducksch gemeint. Einmal zögerte er zu lange mit dem Abschluss, sodass sein Schuss noch abgeblockt werden konnte. Und als ihn Weydandt wieder perfekt bediente, konnte Ducksch den Service freistehend nicht nutzen. Seinen gut gemeinten Versuch, den Ball am Torwart vorbei ins Eck zu schlenzen, verhinderte Manuel Riemann.

„Es ist sehr schwer für mich, die richtigen Worte zu finden“, sagte Ducksch nachher. Er rang sich zu einer Phrase durch: „Wenn eine Mannschaft einen Lauf hat, dann gehen solche Dinger rein.“

Mehr zu Hannover 96

Ducksch rätselt und bleibt positiv

96 hat zwar auch einen Lauf, aber einen negativen. Seit acht Spielen ist die Mannschaft nun schon sieglos. „Wir holen heute überragend einen 1:3-Rückstand auf, aber Fußball ist manchmal so“, rätselt der Stürmer. „Jeder Einzelne, egal, ob auf oder neben dem Platz, hat alles gegeben.“ Gemeint ist vielleicht auch der Trainer, der in der Kritik steht und nach Ducksch-Einschätzung die Mannschaft gut einstellt habe.

Vielleicht wollte der Stürmer aber auch mal nur richtig positiv sein, nachdem bekannt geworden war, dass er den jungen Kollegen Moussa Doumbouya nach dem 1:2 gegen Würzburg in der Kabine angefaucht hatte.

Er sei „heute trotzdem sehr stolz auf die Mannschaft“, sagte Ducksch noch. Ob er auf sich selbst auch stolz war, sagte er nicht.