22. Januar 2022 / 11:33 Uhr

"Kontrollierte Euphorie": Dabrowski will Pokal-Schwung mit in Stresstest gegen Dresden nehmen

"Kontrollierte Euphorie": Dabrowski will Pokal-Schwung mit in Stresstest gegen Dresden nehmen

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Will mit seinem Team gegen Dresden den nächsten Schritt machen: 96-Trainer Christoph Dabrowski.
Will mit seinem Team gegen Dresden den nächsten Schritt machen: 96-Trainer Christoph Dabrowski. © Florian Petrow
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Nach dem sensationellen Sieg im DFB-Pokal-Achtelfinale fragt man sich: Läuft’s jetzt auch in der Liga für Hannover 96? Trainer Christoph Dabrowski will die Euphorie in den Zweitligaalltag mitnehmen, warnt aber vor der Aggressivität Dynamo Dresdens.

Der sensationelle Pokalsieg hallt Tage später noch nach. Und Christoph Dabrowski will die Euphorie vom Sensations-3:0 gegen Gladbach mit in die Liga nehmen – aber „kontrollierte Euphorie“, betont der in sich ruhende 96-Trainer. Schon am Sonntag (13.30 Uhr, HDI-Arena) geht es gegen Dynamo Dresden „im Ligaalltag weiter und wir brauchen unbedingt Punkte“, sagt Dabrowski. „Die Dresdner stellen uns vor andere Aufgaben. Sie sind sehr aktiv, aggressiv, lauffreudig und versuchen, sehr viel Stress zu verursachen. Wir müssen mit der nötigen Frische im Kopf ins Spiel gehen.“

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Was sein Team neben der Euphorie aus den Pokalrunden mitnehmen sollte, ist die Torgefahr. Da hat Hannover in der Liga deutliches Verbesserungspotenzial. Während im Pokal zehn Tore in drei Spielen (und kein Gegentor) zu Buche stehen, war in der Liga lange der Wurm drin. 19 Spieltage sind gespielt und nur 15 Treffer auf dem Torkonto. Immerhin trifft 96 regelmäßig, seit Dabrowski Cheftrainer ist. „Das ist der Prozess an dem wir arbeiten, unser Spiel Stück für Stück zu entwickeln – gerade auch das Offensivspiel“, bestätigt der 43-Jährige. „Der nächste Schritt wird sein, die Zielstrebigkeit und den Mut im Offensivspiel in Tore umzumünzen. Daran werden wir hart arbeiten.“ Es gehe darum, gegen Dresden „den nächsten Schritt zu machen“, sagt der neue 96-Torflüsterer.

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Beier wieder über außen oder rotiert Dabrowski?

Ein möglicher Protagonist spielte sich gegen Gladbach erneut in den Fokus: Maximilian Beier gelang ein Doppelpack, bereits sein zweiter der Saison im DFB-Pokal. „Er hat ein fantastisches Pokalspiel abgeliefert“, findet auch Dabrowski. In der Liga schoss Beier bisher allerdings nur ein einziges Tor. Kein Wunder also, dass die 96-Chefs Lob mit Wunsch verbinden: „Der Junge hat Potenzial. Ich bin überzeugt, dass er das, was wir am Mittwoch gesehen haben, über kurz oder lang auf die Liga übertragen wird“, sagt Dabrowski. Und 96-Manager Marcus Mann, der Beier seit der Jugendzeit aus Hoffenheim kennt, findet es „wirklich schön zu sehen, dass Maxi trifft. Die nächste Aufgabe für ihn wird sein, sich auch in der Liga zu beweisen.“

Gut möglich, dass Beier wie gegen Gladbach wieder über die Außen kommt – mit dem im Pokal ebenfalls starken Hendrik Weydandt in der Sturmspitze. Oder rotiert Dabrowski doch wie nach dem 1:0-Sieg gegen Rostock vor einer Woche? Bei der Aufstellung braucht der Trainer diesmal ganz besonderes Fingerspitzengefühl. Die Dreifachbelastung in der Englischen Woche spräche schließlich für mehr Rotation, die Euphorie aus dem Gladbach-Spiel für die gleiche Startelf. Wie viele Wechsel wären da gesund? „Das ist eine sehr gute Frage“, bestätigt Dabrowski. „Gerade in einer Englischen Woche spiele ich viele Optionen schon mal im Kopf durch. Am Ende habe ich die schwierige Entscheidung, was das Beste für die Mannschaft ist.“ Am Freitagnachmittag hatte er sich „noch nicht festgelegt, wer der Mannschaft von Anfang an helfen wird“. Am wichtigsten sei ohnehin, „dass jeder Spieler sieht, dass er immer wieder Einsatzzeit bekommt. Die gesamte Gruppe ist extrem wichtig für uns – und dass jeder auf dem Gaspedal bleibt.“

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Die Entwicklung dahin stimmt, das ist sichtbar, Dabrowski spürt es in der täglichen Arbeit: „Seitdem ich angefangen habe, bin ich sehr zufrieden mit der Körpersprache. Die Mannschaft will leidenschaftlich und emotional sein.“ Gegen Dresden muss sie das wieder auf den Platz bringen.

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