11. Mai 2020 / 10:25 Uhr

"Keine Symptome, keine Indizien, nichts": Vermeintlicher 96-Auftaktgegner gibt Rätsel auf

"Keine Symptome, keine Indizien, nichts": Vermeintlicher 96-Auftaktgegner gibt Rätsel auf

Jonas Szemkus und Jochen Leimert
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach der Absage des Spiels bei Hannover 96 herrscht bei Dynamo Dresden Rätselraten, wie es zu den positiven Corona-Tests kommen konnte.
Nach der Absage des Spiels bei Hannover 96 herrscht bei Dynamo Dresden Rätselraten, wie es zu den positiven Corona-Tests kommen konnte. © imago images/Sven Simon
Anzeige

Eigentlich hätte Hannover 96 am Sonntag gegen Dynamo Dresden loslegen sollen. Doch nach positiven Corona-Tests bei den Sachsen fällt das Spiel aus, bei den Gelb-Schwarzen herrscht großes Rätselraten, wie es zu diesen Ergebnissen - unter anderem bei Simon Makienok - kommen konnte. 

Anzeige
Anzeige

Am Trainingsgelände in Dresdens Großem Garten herrscht große Ruhe, auch im Stadion ist es still bei Dynamo. Wieder. Der Klub ist für zwei Wochen in Quarantäne – und hält auch sonst nach außen dicht.

Makienok postet sein Ergebnis bei Instagram

Dynamo hat zwei positive Profis, das Gesundheitsamt häusliche Quarantäne angeordnet – für alle Spieler, Trainer und Betreuer. Welche Profis positiv getestet wurden, wollte der Verein für sich behalten. Der Däne Simon Makienok (29) postete aber bei Instagram, dass er infiziert sei. Er schrieb: „Nachdem ich fünfmal getestet wurde, seit wir wieder mit dem Training begonnen haben und jedes Ergebnis negativ war, bekam ich plötzlich einen Test zurück, der besagte, dass ich auf Covid-19 positiv getestet wurde. Keine Symptome, keine Indizien, nichts.“

Offiziell gibt Dynamo nur so viel gibt bekannt: Die betroffenen Pro­fis seien „in den vergangenen Tagen medizinisch unauffällig“ und „weiterhin symptomfrei“.

Mehr über Hannover 96

Das Gesundheitsamt rätselt derweil. „Auch nach Gesprächen mit den Spielern ist nicht nachvollziehbar, wo die Überschneidung sein könnte“, erläutert Stadtsprecher Kai Schulz. Das ist ein Hauptgrund, warum gleich die gesamte Mannschaft in Quarantäne geschickt wurde. Die Mitarbeiter des Ge­sund­heits­am­tes hätten sich die Entscheidung „nicht leicht gemacht. Sie haben das am Sonnabend sehr intensiv mit den Medizinern und Verantwortlichen von Dynamo besprochen“, sagt Schulz.

Alle zählen zur Kontaktgruppe 1

Auch die Wiederaufnahme des Teamtrainings spielte eine gewichtige Rolle für die Team-Quarantäne. „Dessen Ablauf haben sich die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes genau erklären lassen und sind zu dem Schluss gekommen, dass man alle Spieler und Betreuer zur Kontaktgruppe 1 rechnen kann und auch sie unter Quarantäne gestellt werden müssen“, erläutert Schulz. Wie die Konkurrenz hatte die Mannschaft von Coach Markus Kau­czins­ki seit Donnerstag wieder mit Zweikämpfen trainiert.

„Wir haben in den zurückliegenden Wochen sowohl personell als auch logistisch einen enormen Aufwand be­trie­ben, um alle vorgeschriebenen medizinischen und hygienischen Maßnahmen strikt umzusetzen“, lässt Ge­schäfts­füh­rer Ralf Minge noch wissen. Was durchklingt: Selbst das habe nicht ge­reicht, um neue Ansteckungen zu verhindern.

Das sind die restlichen Spiele von Hannover 96 in der Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga nach der Corona-Zwangspause:

28. Spieltag (Mittwoch, 27. Mai, 18.30 Uhr): Karlsruher SC (H) Zur Galerie
28. Spieltag (Mittwoch, 27. Mai, 18.30 Uhr): Karlsruher SC (H) ©

Der Rückschlag in den Neustart-Plänen der DFL könnte den Sachsen sportlich aber sogar Vorteile bringen. Der Tabellenletzte hat vier Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Wenn die Saison abgebrochen wird oder es wegen der Pandemie keine Absteiger gibt, wären die Dresdener Abstiegssorgen weg.

Schon vor den neuerlichen Corona-Fällen hatte sich der Klub für einen Saisonabbruch ausgesprochen. Die Start-Entscheidung der Liga hatte Minge nur zähneknirschend akzeptiert. „Wir werden uns mit dieser Entscheidung anfreunden müssen, denn es gibt derzeit keine mehrheitsfähige Alternative zu Geisterspielen unter den Klubvertretern“, sagte der Geschäftsführer.

Aber: „Was in den kommenden Wochen auf uns wartet, wird nicht annähernd die Faszination des Fußballs entfalten können.“ Jetzt gibt es vorerst gar keinen Fußball bei Dynamo.