15. April 2022 / 18:44 Uhr

Am Samstag ist er Gegner: Düsseldorfs Edgar Prib über Leid und Liebe bei Hannover 96

Am Samstag ist er Gegner: Düsseldorfs Edgar Prib über Leid und Liebe bei Hannover 96

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Linksfuß: Edgar Prib (links) im Trikot der Fortuna.
Linksfuß: Edgar Prib (links) im Trikot der Fortuna. © imago images/Revierfoto
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Edgar Prib kommt am Samstag wieder nach Hannover. Im Trikot des Gegners Fortuna Düsseldorf trifft er alte Freunde bei Hannover 96 wieder. Seine Beziehung zur Stadt und zum Klub war stets verbunden mit Leid und Liebe.  

Vor wenigen Wochen war er mal wieder in Hannover. Warum auch nicht? Edgar Prib (32) lebte sieben Jahr am Maschsee. Nun kam er, um den aktuellen Ersatztorwart Martin Hansen zu treffen. „Da waren wir kurz angeln.“ Prib hat viele Hobbys: das Klavierspielen, das Angeln. Seinen Job macht er im Mittelfeld auf dem Fußballplatz. Und es wird sein Job sein, 96 am Samstagmittag in der HDI-Arena wehzutun.

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„Es ist wie nach Hause kommen“, sagt Prib auf der Homepage von Hannover 96. „Natürlich habe ich ein anderes Trikot an, aber ich habe ja trotzdem noch einige Verbindungen nach Hannover.“ Die Geschichte zwischen Prib und Hannover ist eine zwischen Leid und Liebe. Mirko Slomka hatte ihn geholt, da war die beste Zeit bei 96 vorbei. Prib erlebte Abstiege, Derbysiege und Niederlagenserien.

Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

„Die Mannschaft kann mit mir nicht gewinnen“

„Weiß du, was ich glaube?“ sagte er einmal während einer Durststrecke: „Ich glaube, die Mannschaft kann mit mir nicht gewinnen.“ Eine These voller Selbstzweifel. Ein halbes Jahr lang gewann 96 tatsächlich zwischen Dezember 2015 und Mai 2016 kein Spiel, wenn Prib dabei war. Aber auch diese Zweifel verschwanden wieder. Er bekam andere Probleme. Prib riss sich zweimal das Kreuzband, an derselben Stelle. Er dachte sogar ans Aufhören, kam aber zurück. Der Ex-Kapitän wurde schließlich 2020 von Kocak ausgemustert.  

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Das warf ihn nicht mehr zurück: Er ließ sich abfinden und fand in Düsseldorf eine neue Heimat. Prib ist privat sehr gut befreundet mit Ron-Robert Zieler und Hendrik Weydandt. Mit Weydandt verbindet ihn das Klavierspiel, das Spielen zarter Melodien von Ludovico Einaudi, der die Filmmusik zu „Ziemlich beste Freunde“ schrieb. 

Kocak gibt den Fehler zu 

Aber wie hat er sich sportlich entwickelt, seit dem er 96 unter Trainer Kenan Kocak im Sommer 2020 verließ? Ein Fehler war es, ihn gehen zu lassen. Gab selbst Kocak später zu. 

Unter Daniel Thioune ist Prib ein ständiger Kandidat für die Startelf. Prib wird in Hannover erneut beginnen, weil Kapitän Adam Bodzek verletzt fehlt. Er ist aber nicht immer gesetzt wie der Ex-96er Andre Hoffmann. „Mit Andre werden wir auf jeden Fall einen ehemaligen Hannoveraner auf dem Platz haben“, sagte Trainer Daniel Thioune. Die geringsten Chancen hat Felix Klaus, ebenfalls früher in Hannover in der Offensive unterwegs.

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„Wenn man Niedersachse ist wie ich ...“

Die engsten Drähte nach Hannover hat Prib. „Ein paar Kumpels“ von früher werden in die Arena kommen, berichtet er. Bei Fortuna gibt es aber nicht nur Spieler, die alte Bekannte aus der Region treffen. Auch Trainer Thioune kennt sich aus. „Wenn man Niedersachse ist wie ich, dann hat man seine Berührungspunkte mit Hannover“, sagte Thioune, „auch aufgrund der Nähe von Osnabrück dorthin. In Niedersachsen findet vieles in Hannover statt, was den Leistungsbereich im Fußball angeht.“ Und sonst gibt es auch viele zu erleben, da kann er Prib fragen. Der weiß Bescheid.