13. September 2018 / 08:11 Uhr

Horst Heldt sauer: Deswegen könnten 96-Fans im September auf Braunschweiger treffen

Horst Heldt sauer: Deswegen könnten 96-Fans im September auf Braunschweiger treffen

Tobias Manzke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Manager Horst Heldt kann die gleichzeitige Ansetzung der Spiele von 96 und Drittligist Braunschweig an einem Sonnabend nicht verstehen.
96-Manager Horst Heldt kann die gleichzeitige Ansetzung der Spiele von 96 und Drittligist Braunschweig an einem Sonnabend nicht verstehen. © Uwe Anspach/dpa
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96-Manager Horst Heldt ist sauer. Am 22. September könnten Anhänger von Hannover 96 auf Fans von Eintracht Braunschweig treffen. Haben sich der DFB und die DFL bei der Spielplan-Erstellung nicht abgesprochen?

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Sie haben sportlich schon länger nichts miteinander zu tun, Hannover 96 und Eintracht Braunschweig. Das Team von Trainer André Breitenreiter hat zwei starke Partien in der Bundesliga hingelegt, muss sich am Sonnabend mit Leipzig messen. Die Eintracht dümpelt nach dem Zweitligaabstieg im Sommer in der dritten Liga rum, ist dort aktuell Tabellenletzter. Demnächst werden sich aber die beiden verfeindeten Fanlager wieder ganz nahe kommen. Der Spielplan macht es möglich.

Keine Absprache zwischen DFL und DFB?

Am übernächsten Wochenende (22. September) spielt 96 am Sonnabend um 15.30 Uhr in Nürnberg, die Eintracht tritt am selben Tag um 14 Uhr in Würzburg an. Beide Städte sind nur eine Bahnstunde voneinander getrennt, die Anfahrt zum jeweiligen Spielort ist für die Anhänger ähnlich. Die Ansetzungen bringen Horst Heldt auf die Palme.

„Ich kann das nicht nachvollziehen. Es wirkt so, das sage ich aber bewusst mit einem Fragezeichen, als ob sich die DFL und der DFB nicht abgesprochen hätten“, polterte der Manager auf Nachfrage, was er von den beiden Spielen an einem Tag hält.

Zum Hintergrund: Der Spielplan für die 1. und 2. Bundesliga wird von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erstellt, er erscheint zuerst. Den Plan für die 3. Liga erstellt der Deutsche Fußball-Bund (DFB).

Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig: Die Geschichte des Derbys in Bildern.

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Wenn man Hannoveraner und Braunschweiger nach den Derbys ihrer Fußballvereine fragt, dann lautet die Antwort meist: "Es gibt nur eines!" Gemeint ist das Niedersachsen-Derby, Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig. Treffen diese Vereine aufeinander, dann brennt es auf und neben dem Platz. Wir werfen einen Blick auf die bewegte Geschichte dieses großen Fußballderbys. © Udo Heuer
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Fanbeautragte tauschen sich aus

Das Risiko, dass beide Fanlager bei der An- oder Abreise in den Süden aufeinandertreffen, ist groß – für den 96-Manager zu groß und unnötig. „Natürlich findet das Spiel nicht zur derselben Zeit statt, aber an diesem Tag fahren Fans aus beiden Lagern in dieselbe Richtung und auch wieder zurück. Es kann an den Bahnhöfen oder wo auch immer Situationen geben, in denen sie aufeinandertreffen“, so Heldt.

Auch deshalb herrscht jetzt Alarm. Die Fanbeauftragten der beiden Vereine sind bereits im engen Austausch, auch mit der Polizei werden Gespräche geführt. Eigentlich werden vor Spielen nur von den jeweilig beteiligten Vereinen – in diesem Fall also Nürnberg und Hannover – Gespräche mit der Polizei geführt. Jetzt ist aber alles anders. Denn die Spiele, in denen 96 und Braunschweig direkt aufeinander getroffen sind, galten in der Vergangenheit immer als Hochsicherheitsspiele. 

Und die Akte der Vorfälle zwischen den 96-Fans und den Braunschweigern ist dick. Böllerwürfe und Pyrozündeleien, versuchte Blockstürme sowie Theater bei der Anreise zu den jeweiligen Stadien sind dabei noch Kleinigkeiten. Im November 2016 ist eine angebliche geplante Massenschlägerei auf einem Baumarktparkplatz in Hildesheim nur durch die Polizei verhindert worden.

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96-Manager ​Heldt in Sorge

Die Sorgen vor dem übernächsten Wochenende sind also durchaus berechtigt. „Natürlich können sich Fans immer irgendwo treffen, und es ist überhaupt nicht gesagt, dass etwas passiert, aber mit so einer Spielansetzung ein zusätzliches Risiko einzugehen, das verstehe ich nicht“, machte Heldt seinem Unmut Luft.

Dass aber tatsächlich kurzfristig ein Spiel verlegt wird, ist eher unwahrscheinlich. DFL und DFB werden ihre Wettbewerbe nicht durcheinanderbringen. Schlauer wäre es ohnehin gewesen, das gleich zu bedenken. „Ein Spielplan ist sicher ein komplexes Thema, aber wenn dann so eine Partie schon zusammenfällt an einem Spieltag, dann muss es doch nicht noch am selben Tag sein. Freitag oder Sonntag wäre völlig in Ordnung gewesen“, so Heldt.

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