02. Oktober 2020 / 20:09 Uhr

Auf den Spuren von Niclas Füllkrug: Wer wird dieses Mal zum Derby-Helden?

Auf den Spuren von Niclas Füllkrug: Wer wird dieses Mal zum Derby-Helden?

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Niclas Füllkrug zeigt nach seinem damaligen entscheidenden Tor Muskeln.
Niclas Füllkrug zeigt nach seinem damaligen entscheidenden Tor Muskeln. © Maike Lobback [Team zur Nieden]
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Wie die Zeit verfliegt: Es ist schon wieder fast drei ein halb Jahre her, dass Niclas Füllkrug mit seinem Siegtreffer im Derby die gesamte HDI-Arena in Ekstase bringt. Vor der neuesten Auflage des Niedersachsen-Derby stellt sich die Frage: Wer kann in die Fußstapfen des heutigen Werder-Profis treten?

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Nach drei Jahren wieder ein Derby, da muss die Erinnerung ans letzte aufgefrischt werden. Die 32. Minute: Ecke Edgar Prib, Kopfball Niclas Füllkrug – 1:0, der Torschütze lässt seine Muskeln spielen. Und ab geht die Feier in der ausverkauften HDI-Arena.

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Am Samstag wird nur ein Bruchteil der Fans im Stadion sein beim ersten Corona-Derby der 96-Geschichte. Gesucht wird da­bei Füllkrugs Nachfolger: Wer zeigt diesmal seine Derby-Muckis? Ein guter Tipp wäre Hen­drik Weydandt, der 2017 in der Nordkurve stand, als Füllkrug traf. Auch Ti­mo Hübers kennt die besondere Beziehung der Vereine. „Weydandt und Hübers sind doch die Einzigen, die die Bedeutung aus ihrer Erfahrung kennengelernt haben“, meint der 96-Chef.

Die Bilder vom Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig vom 15.04.2017:

Tolle Choreo der 96-Fans Zur Galerie
Tolle Choreo der 96-Fans ©

Kind stellt Mentalitätsfrage bei den Neuzugängen

Martin Kind bezweifelt, dass „ein Patrick Twumasi, der aus Ghana kommt, oder ein Slowene wie Jaka Bijol, der in Russland gespielt hat, um das unsägliche Verhältnis weiß. Das muss man realistisch sehen.“ Wichtig sei, „dass die Mannschaft das Spiel ge­win­nen will“, unabhängig von der aufgeladenen At­mo­sphä­re. Glaubt man jedoch dem 96-Trainer, haben be­reits all die vielen neuen Spieler verstanden, wo­rum es geht. „Wenn einer das nicht weiß, dann ist er fehl am Platz“, sagt Kenan Ko­cak.

Ob das Derby allerdings noch die herausragende Rolle in der Region spielt, wäre in Zeiten schwindender Akzeptanz des Profifußballs zu hinterfragen. „Die Fußballwelt verändert sich“, sagt Kind. Das 96-Ziel bleibt aber unverändert für Kind: „Wir müssen aufsteigen, das ist das Maß. Der Aufstieg ist wichtiger als das Derby, aber es ist un­be­strit­ten, dass wir ge­gen Braunschweig unbedingt gewinnen wollen und werden.“

Mehr Wille als in Osnabrück ist gefragt

Dazu wird es jedoch nötig sein, dass die Spieler mit mehr Biss und Willen zu Werke gehen als zuletzt. Die 96-Mannschaft lief fünf Kilometer weniger als die Osnabrücker. Kocak nahm seine Spieler zwar öffentlich in Schutz, aber die Zweifel an der absoluten Lauf- und Kampfbereitschaft waren augenfällig. Die sogenannten Ba­sics sollte im Derby jeder Spieler auf den Platz bringen. „Darüber kann man nicht diskutieren“, meint Kind, „das kann jeder bringen.“ Und die Fans erwarten das auch.

Nachsichtiger sollten sie allerdings sein, wenn noch nicht alle Teile harmonisch ineinandergreifen. Auch in der vergangenen Saison hatte Kocak dazu Zeit gebraucht: „Dann waren wir in der Maschinerie drin, dann ist sie gerollt.“ So weit ist es noch nicht, aber zu viele Aussetzer sollte es im Derby nicht geben.

Um in der Abwehr künftig besser zu stehen, soll bis zum Montag noch ein Innenverteidiger geholt werden. „Ich habe alles freigegeben“, bestätigt Kind, „ich empfehle auch, noch einen Spieler zu verpflichten.“ Kind hat dabei „auch eine Summe ge­nannt“, Kocak und Sportchef Gerhard Zuber müssen sich auf einen Spieler verständigen. Der Topkandidat Simon Falette aus Frankfurt ist dabei noch im Hinterkopf, intensiver beschäftigt sich 96 aber mit einem anderen Spieler. Das Derby wird er allerdings verpassen.