28. Juni 2020 / 14:48 Uhr

Vermasselt Ex-96-Profi Elias Huth Eintracht Braunschweig den Aufstieg?

Vermasselt Ex-96-Profi Elias Huth Eintracht Braunschweig den Aufstieg?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Zwickaus Elias Huth traf gegen Aufstiegskandidat Braunschweig doppelt.
Zwickaus Elias Huth traf gegen Aufstiegskandidat Braunschweig doppelt. © dpa
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Ob da die alte Verbundenheit Extramotivation gegeben hat? Bestens möglich! Beim 3:2-Sieg des FSV Zwickau gegen Eintracht Braunschweig traf das einstige 96-Talent Elias Huth doppelt für den FSV - und verhagelte Braunschweig womöglich den Aufstiegstraum in die 2. Liga. Zwickau erkämpfte dadurch selbst ein Endspiel im Abstiegskampf.

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„Du denkst, du hast schon alles erlebt - und dann kommt so etwas“, stammelte Zwickaus Trainer Joe Enochs mit feuchten Augen nach dem 3:2 seines FSV Zwickau gegen Eintracht Braunschweig. „Schade, dass keine Zuschauer im Stadion waren, so etwas muss man live erlebt haben. Wir waren mausetot.“

Huth-Doppelpack und Kopfball des Lebens

Durch Tore von Martin Kobylanski (45.+1) und Yari Otto (90.) hatte Braunschweig den Sieg eigentlich sicher. Zwickau war durch Huth (76.) nur der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen. Doch dann kam die Nachspielzeit.

Erst stocherte der Ex-96er (90.+1) den Ball über die Linie, dann machte Morris Schröter (90.+4) das Kopfball-Tor seines Lebens. Damit kann der FSV den Klassenerhalt weiterhin aus eigener Kraft schaffen. Am Mittwoch (19 Uhr) kommt es zum „Endspiel“ (Enochs) gegen den Chemnitzer FC.

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Huth ist vom 1. FC Kaiserslautern nach Zwickau verliehen, in 29 Drittliga-Spielen hat er 13-mal getroffen in dieser Saison. Obendrauf kommen vier Torvorlagen. 96 hätte ihn in diesem Sommer per Rückkaufklausel zurückholen können in die alte Heimat, verzichtete aber. Eine halbe Million Euro hätte Hannover das gekostet - offenbar zu viel für Huth.

Huth schießt 96 zum DFB-Pokalsieg

Dessen Stern war in Hannover vor vier Jahren aufgegangen, zumindest ein bisschen. Am 21. Mai 2016 schoss er die U19 von 96 zum DFB-Pokalsieg gegen Hertha BSC. Beim 4:2 traf Huth einmal, bereitete ein Tor vor und landete nach einem Zweikampf mit einem lebensgefährlichen Lungenanriss im Krankenhaus.

Sein Trainer damals: Daniel Stendel. Der belohnte Huth später mit einem Profieinsatz über eine Minute gegen Heidenheim (3:2). Huth kam für Martin Harnik. „Huth, Huth, Huth“ – die Fans riefen seinen Namen wie früher bei dem Namensvetter Robert. Aber Huth traf für 96 nur noch in der Regionalliga (11-mal).

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Der Hesse Huth war in Hannover integriert, arbeitete sogar an der Geschäftsstelle und machte sich Hoffnungen auf eine Profikarriere. Er galt als charakterlich einwandfrei, torgefährlich und angriffslustig in Zweikämpfen. Ein Mentalitätsspieler der Sorte, die der aktuelle 96-Trainer Kenan Kocak gern sieht.

Bei 96 werden die Fans Huth vorerst nicht sehen - mit seinen Toren gegen Braunschweig dürfte er sich aber wieder in einige Hannover Herzen geschossen haben.