30. Juli 2020 / 07:19 Uhr

"Hannover bleibt meine Basis": 96-Eigengewächs Anton im Abschieds-Interview

"Hannover bleibt meine Basis": 96-Eigengewächs Anton im Abschieds-Interview

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Waldemar Anton wechselt nach Stuttgart, wird aber immer wieder an viele schöne Momente in einer langen Zeit bei Hannover 96 zurückdenken. 
Waldemar Anton wechselt nach Stuttgart, wird aber immer wieder an viele schöne Momente in einer langen Zeit bei Hannover 96 zurückdenken.  © imago images/Sven Simon/Madsack-Archiv
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Waldemar Anton ist zwar noch jung, aber ein echtes Urgestein für Hannover 96. Sein halbes Leben hat der 24-Jährige für die Roten spielt - zwölf Jahre lang seit 2008. Nun wechselt er nach Stuttgart. Für den SPORTBUZZER hat sich der Mühlenberger Jung Zeit für ein exklusives Abschiedsgespräch genommen.

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Zwölf Jahre im Klub – eine lange Zeit. Was war Ihr schönster 96-Moment?

Ich hatte sehr viele schöne Momente in Hannover. Sie alle aufzuzählen – dafür würde der Platz hier nicht reichen. (lacht) Aber ganz besonders in Erinnerung sind mir zwei Erlebnisse: zum einen natürlich der Aufstieg 2017. Gefühlt war ganz Hannover in Sandhausen dabei und hat danach mit uns gefeiert. Ich bekomme heute noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Und dann natürlich mein Profidebüt im Februar 2016. Einmal mit dem 96-Trikot in der Bundesliga auflaufen – davon hatte ich als Kind immer geträumt. Kurioserweise war das damals in Stuttgart.

... und der schwerste Moment?

Das waren natürlich die beiden Abstiege. Das hat unglaublich wehgetan. Ich komme aus Hannover, ich weiß, was der Klub den Menschen hier bedeutet.

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Was wird Ihnen an Hannover am meisten fehlen?

In erster Linie die Menschen. Meine Familie, meine Freunde. Hannover ist meine Heimat, das wird auch immer so bleiben. Deshalb habe ich auch gesagt: Das ist kein Abschied, sondern ein „Auf Wiedersehen“. Hannover ist und bleibt meine Basis. Hier lebt meine Familie, hierher werde ich immer wieder zurückkehren. Ich freue mich umgekehrt aber auch sehr darauf, in Stuttgart nun etwas Neues kennenzulernen.

... und welcher Mitspieler?

Da könnte ich fast die gesamte Truppe aufzählen. (lacht) Natürlich meine Kumpel Linton Maina und Flo Muslija. Aber auch die erfahrenen Spieler wie Eddy Prib, Felipe, Marvin Bakalorz oder Ron-Robert Zie­ler. Sie haben mir in all den Jahren unheimlich geholfen und hatten immer ein offenes Ohr für mich. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.

Netzreaktionen zum Wechsel von Waldemar Anton:

Im Netz haben sich viele 96-Fans zum Wechsel von Waldemar Anton geäußert. Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. Zur Galerie
Im Netz haben sich viele 96-Fans zum Wechsel von Waldemar Anton geäußert. Die Meinungen gehen dabei weit auseinander. ©

Wie wird das, nicht mehr mit der Rückennummer 31 aufzulaufen?

Ich hatte bei 96 nie eine andere Nummer. In Stuttgart habe ich nun die 2. Aber das macht mir nichts aus. In solchen Dingen bin ich recht unsentimental, es gibt Wichtigeres.

Wie wichtig war es Ihnen bei der Entscheidung, sich auch noch mal woanders als bei 96 zu beweisen?

In erster Linie war es eine sportliche Entscheidung. Der VfB ist wie Hannover ein toller Traditionsklub, der nun in der Bundesliga spielt. Das hat mich gereizt. Aber ich glaube schon auch, dass es einen weiterbringen kann, wenn man neue Erfahrungen sammelt. Nicht nur sportlich, sondern auch als Mensch.

Die Zeit von Waldemar Anton bei Hannover 96 in Bildern

Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. Zur Galerie
Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. ©

Und was möchten Sie den Leuten in Hannover und den 96-Fans zum Abschied noch sagen?

Vielen Dank für alles! Ich habe es immer als Privileg empfunden, das 96-Trikot tragen zu dürfen. Das war ein Kindheitstraum, der in Erfüllung ging. Ich werde immer sehr dankbar für die Chance sein, die ich hier erhalten habe. Ich komme von hier, durfte bei 96 Profi werden und mich in Ruhe entwickeln. Das ist nicht selbstverständlich. Das weiß ich sehr zu schätzen.