17. Juni 2020 / 20:28 Uhr

Ein Tor, zwei Vorlagen: Weydandt führt Hannover 96 zum Sieg gegen St. Pauli

Ein Tor, zwei Vorlagen: Weydandt führt Hannover 96 zum Sieg gegen St. Pauli

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hendrik Weydandt (im Bild) überzeugte gegen St. Pauli mit zwei Vorlagen und einem Tor.
Hendrik Weydandt (im Bild) überzeugte gegen St. Pauli mit zwei Vorlagen und einem Tor. © Pool
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Hannover 96 zeigte gegen den FC St. Pauli eine starke Leistung und gewann verdient mit 4:0. Die Tore erzielten Marvin Ducksch, Hendrik Weydandt, Genki Haraguchi und Cedric Teuchert. Durch den Erfolg kletterte das Team von Kenan Kocak auf Platz sechs. 

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Statt Fans sorgt die Musikanlage dieser Tage für Stimmung vor den Geisterspielen. Dass kurz vorm Anpfiff noch mal „Eye of the tiger“ aus den riesigen Stadionlautsprechern gespielt wurde, nahmen die 96-Profis sich zu Herzen. Das 4:0 gegen St. Pauli glich einer Kraftdemonstration. „Das war souveränes Auftreten von der ersten Sekunde an“, lobte auch Kenan Kocak. „Ich bin sehr, sehr froh.“

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"Momentan macht es einfach Spaß mit dieser Mannschaft."

Kein Wunder! Das war bissig, wie 96 loslegte, auch wenn die Profis in den ersten vier Minuten zwei gute Chancen noch liegen ließen. Doch schon in der sechsten Minute gab’s die Führung durch Marvin Ducksch. St. Paulis Verteidiger Leo Östigard war 20 Metern vorm eigenen Tor eigentlich unbedrängt gewesen, aber weggerutscht. Hendrik Weydandt schaltete schnell, nahm den Ball mit und legte noch mal quer. Ducksch schob locker mit rechts ein.

Auch danach drückte Hannover, nicht zuletzt durch Rückkehrer Waldemar Anton. Der brachte defensiv Stabilität nach seiner Ein-Spiel-Babypause, ließ sich offensiv vom Premieren-Kinderglück beflügeln. Gleich mehrfach flankte er punktgenau in die Spitze. Auch der Rest der Truppe machte es dominant. Verteidiger Jannes Horn zufrieden: „Momentan macht es einfach Spaß mit dieser Mannschaft.“

Bilder zum Spiel der 2. Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem FC St. Pauli:

Hannovers Edgar Prib (li.) im Zweikampf mit St. Paulis Rico Benatelli.  Zur Galerie
Hannovers Edgar Prib (li.) im Zweikampf mit St. Paulis Rico Benatelli.  ©

St. Pauli mit einer ganz schwachen Vorstellung

Die Gäste aus Hamburg hatten wenig Grund zur Freude, wirkte eher beeindruckt vom tierischen Druck, den 96 machte. Das nächste Tor (17.) erzielte Weydandt selbst, köpfte ziemlich unbedrängt aus fünf Metern ein. Die Gegner? Guckten nur zu. Und Henne? Der jubelte mit den Armen angelegt wie Hühnerflügel. Tierisch gut! „Den Torjubel haben mir meine Mannschaftskollegen empfohlen“, verriet er. Die punktgenaue Flanke war von Rechtsverteidiger Julian Korb gekommen, der sich seit Wochen mit sehr ordentlichen Leistungen tatsächlich noch mal für einen Anschlussvertrag in Hannover bewirbt. Auch Kocak lobte „die gute Entwicklung“ des Rechtsverteidigers.


Bei St. Pauli bewarb sich kein Profi für irgendwas. Vorne wie hinten fehlte den Hamburgern der letzte Kick. „Hannover war schneller in allem“, urteilte Trainer Jos Luhukay. Die beste Chance war noch ein Distanzschuss von Finn Ole Becker (24.) nach einem Konter. Aber der Abschluss ging meterweit über das 96-Tor. Luhukay blieb bei allem ungerührt und augenscheinlich unbeteiligt auf dem Stuhl sitzen, den er sich nach vorne in seiner Coaching-Zone gestellt hatte.

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Glück im Unglück für Maina

Einziger Schockmoment für 96: Linton Maina musste angeschlagen raus. Nach gut einer halben Stunde bekam er einen Schlag auf den Oberschenkel ab, humpelte danach mehr als er lief. In der Halbzeitpause blieb er in der Kabine. Glück im Unglück: wohl nur ein Pferdekuss. „Ich denke, dass wir ihn bis zum Aue-Spiel wieder hinkriegen“, vermutete Kocak.

Dafür kam Genki Haraguchi rein. Und der Japaner fügte sich bestens ein. Das 3:0 (61.) schoss er aus 20 Metern Entfernung krachend selbst – Unterkante der Latte, rein. Das 4:0 (80.) bereitete er mit guter Umsicht für Cedric Teuchert vor. Der eingewechselte John Guidetti hatte den Ball weitergeleitet, Haraguchi sich in den Sechzehner gedribbelt und quergelegt. „Die Truppe harmoniert gut“, lobte Kocak. Teuchert musste nur noch einschieben. Hannover 96 – das war diesmal einfach tierisch gut.