19. Februar 2022 / 08:58 Uhr

Duell der Musterschüler: 96-Coach Dabrowski trifft auf Jugendfreund Timo Schultz

Duell der Musterschüler: 96-Coach Dabrowski trifft auf Jugendfreund Timo Schultz

Dirk Tietenberg und Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Wiedersehen in der 2. Liga: Timo Schultz und Christoph Dabrowski.
Wiedersehen in der 2. Liga: Timo Schultz und Christoph Dabrowski. © imago images/Langer/Zink
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Trainerkollegen und Jugendfreunde: Christoph Dabrowski und Timo Schultz kennen sich aus dem Werder-Internat. Am Sonntag (13.30 Uhr) treffen sie als Trainer von Hannover 96 und St. Pauli wieder aufeinander. In einer Tabelle steht der 96-Trainer sogar besser da als der Aufstiegsfavorit vom Millerntor.

Sie haben gemeinsam die Schulbank gedrückt. Christoph Dabrowski und Timo „Schulle“ Schultz kennen sich aus dem Werder-Internat. „A-Jugend, Werder Bremen. Wir haben einen sehr guten Draht“, sagt der 96-Trainer. „Wir kamen 1995 zu Werder, ich aus Berlin, er aus Ostfriesland. Wir sind ein paar Jahre den Weg gemeinsam gegangen.“ Dann trennten sich die Wege, Thomas Schaaf beförderte Musterschüler Dabrowski zu den Profis, Schultz packte es nicht, er ging nach Lübeck. 27 Jahre später sind die Internatsschüler verabredet, am Sonntag, am Millerntor (13.30 Uhr).

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„Interessant, dass man sich auf solch einer Ebene wiedertrifft“, findet Dabrowski. Sein Co-Trainer Garip Capin traf vor sechs Jahren mal auf den „Pauli-Schulle“ in der U17, 2:2 ging das Duell aus, bei 96 spielte damals schon Linton Maina mit. Beide sind nun gelobte Fußballlehrer im Zweitliga-Internat für schwer Trainierbare. „Er hat mir gratuliert zur Aufgabe – und hin und wieder tauschen wir uns bei Spielern aus“, erklärt Dabrowski. „Schulle ist ein Supertyp, ein ehrlicher Junge.“ Mittlerweile gilt Schultz als Musterschüler unter den Trainern.

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Dabrowski traut St. Pauli Aufstieg zu

Schultz muss inzwischen mit St. Pauli aufsteigen. „Warum nicht, wenn sie konstant bleiben?“, sagt Dabrowski. „Es ist die Frage, ob sie dem Druck standhalten.“ Dabrowski steht selbst unter Druck. Er darf mit 96 nicht absteigen, viele, aber nicht alle trauen den beiden ihre Aufgaben zu. Dabei ist Hannovers Trainer erst seit sieben Spielen im Amt.

Man mag es beim Blick auf die aktuelle Tabelle kaum glauben, aber in der „Dabro-Tabelle“ liegt der 96-Trainer vor Schultz. Elf Punkte holte Dabrowski seit dem 16. Spieltag, St. Pauli nur neun.

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96 droht der Absturz auf Platz 16

St. Pauli gegen Hannover am Sonntag vor 10 000 Fans, das wird eine frische Reifeprüfung für die befreundeten Trainerkollegen. „Wir haben Lust, St. Pauli ein Bein zu stellen“, sagt Dabrowski. Schickt er den Freund in die Knie, dann sind die Hamburger nicht aufstiegsreif. Fällt Dabrowski, droht der Absturz auf Platz 16 – abhängig von den Resultaten der Rivalen aus Rostock, Düsseldorf und Sandhausen.

"So stelle ich mir Fußball vor"

Schultz stellte dem Kollegen gestern ein gutes Zeugnis aus: „Sie sind unter dem neuen Trainer effektiver geworden. Sie haben eine extrem sichere Abwehr“, sagte Schultz zu den bisherigen Resultaten des Dabrowski-Fußballs. Dass 96 in den vergangenen zwei Spielen zwei Eigentore köpfte, verschwieg Schultz. Hannovers Trainer sprach gestern offen über den Stil, den seine Mannschaft pflegen sollte. Muster war das 2:2 gegen Darmstadt: „So stelle ich mir den Fußball vor. Mit großer Energie und Leidenschaft.“ Standards gegen 96 und Eigentore waren eher negative Begleiterscheinungen: „Wir brauchen eine hohe Bereitschaft, die Dinge vorher zu klären, das wird Thema sein.“

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96 muss Sturmwaffe Burgstaller in den Griff kriegen

Drittens: „Wir haben Mittel, sie von unserem Tor wegzuverteidigen und Offensivaktionen zu starten.“ Und viertens: „Wir haben einen gute Plan zurechtgeschmiedet mit unseren Waffen da vorne.“ 96 muss sich auch darum kümmern, die stärkste Sturmwaffe Guido Burgstaller aus dem Strafraum zu vertreiben.

Der Sturm spielt im Norden sowieso eine große Rolle und der Rasen im Millerntorstadion schwer bespielbar. „Es gibt keinen Grund, an der Taktik etwas zu verändern, weil ein bisschen Wind im Stadion ist“, sagt Dabrowski. „Wir nehmen es, wie es ist“, erklärt Schultz. „Wenn der Schiri anpfeift, dann gibt’s Vollgas, dann versuchen wir stürmisch zu spielen.“

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