08. November 2021 / 07:23 Uhr

"Weiß, was ich kann": Muslija nährt erneut 96-Hoffnung auf seinen Durchbruch

"Weiß, was ich kann": Muslija nährt erneut 96-Hoffnung auf seinen Durchbruch

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Florent Muslija (Zweiter von links) lässt sich für seinen sehenswerten Ausgleichstreffer in Düsseldorf feiern.
Florent Muslija (Zweiter von links) lässt sich für seinen sehenswerten Ausgleichstreffer in Düsseldorf feiern. © IMAGO/Horstmüller
Anzeige

Zu erwarten gewesen ist es nicht, aber Florent Muslija hat 96 mit einem sehenswerten Treffer einen Punkt in Düsseldorf gerettet. "Ich weiß, was ich kann", sagt der 23-Jährige, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft. Erneut nährt er die Hoffnung, dass es doch noch was mit seinem Durchbruch wird.

Er hat es wieder getan. Jan Zimmermann wechselte Florent Muslija ein, obwohl das in dieser Saison noch nie zum Erfolg geführt hatte. Diesmal aber fand der Trainer die richtigen Worte am Spielfeldrand. „Ich habe einfach nur gesagt, es zählt für mich nur, dass er ein Tor schießt“, berichtete der der Trainer von Hannover 96 nach dem 1:1 in Düsseldorf. „Das hätte ich vielleicht mal ein paar Wochen früher machen sollen.“

Es war schon wieder fast zu spät, als Muslija doch noch zuschlug. In der zweiten Minute der Nachspielzeit setzte er zu seinem typischen Muslija-Move an. „Das ist meine Spezialität“, bestätigte der 23-Jährige. Von der linken Seite bewegt er sich ins Zentrum und zieht mit seinem rechten Fuß ab. Oft genug versucht, insofern ausrechenbar. Doch die Düsseldorfer Verteidiger hatten das nicht auf dem Schirm, attackierten ihn nicht. Und so drehte er den Ball wunderbar ins obere Toreck zum kaum mehr erhofften Ausgleich – ein Traumtor und Genuss.

Mehr über Hannover 96

In den sogenannten Match Facts auf der offiziellen Bundesliga-Webseite heißt es zu dem Treffer: „Tor mit der geringsten Torwahrscheinlichkeit: 1:1, Muslija, 2 Prozent.“ Es war also nicht unbedingt zu erwarten, dass der Kosovare trifft. Ihn scheint das allerdings nicht besonders zu berühren. „Ich weiß, was ich kann, ich bin sehr selbstbewusst.“ Er versuche jede Chance zu nutzen, gleich ob in der Startelf oder von der Bank. Man müsse an seine Stärke glauben.

Anzeige

Das muss er umso mehr, je weniger davon in dieser Saison zu sehen war. Seit drei Jahren spielt Muslija bei 96. Den Durchbruch hat er noch nicht geschafft. Er gilt als Trainingsweltmeister, als der vielleicht beste Fußballer, der die guten Leistungen aus der Woche am Spieltag nicht auf den Platz bringt. Wer auch immer 96-Trainer war – Muslija bekam seine Chancen, die er jedoch selten nutzte.

Vertrag von Muslija läuft am Saisonende aus

Der Vertrag läuft am Saisonende aus – Verlängerungswahrscheinlichkeit: gering. In 79 Einsätzen für 96 hat er zehn Tore erzielt, sogar nur einen Assist auf dem Konto. Das ist für einen Offensivspieler desaströs.

Auf dem persönlichen Konto kann er sich gutschreiben, mit seinem ersten Saisontor seiner Mannschaft einen Punkt gerettet zu haben. Was mal wieder – zum wievielten Mal eigentlich? – die Hoffnungen bei 96 auf den Durchbruch nährt. Dazu wird es allerdings nötig sein, mehr als nur die eine Spezialität anzubieten.