06. November 2021 / 16:01 Uhr

Kommentar: Ein fußballerischer Plan ist bei Hannover 96 nicht zu erkennen

Kommentar: Ein fußballerischer Plan ist bei Hannover 96 nicht zu erkennen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sicherte Hannover 96 in Düsseldorf zumindest einen Punkt: der eingewechselte Florent Muslija (links).
Sicherte Hannover 96 in Düsseldorf zumindest einen Punkt: der eingewechselte Florent Muslija (links). © dpa
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Gegen Fortuna Düsseldorf reichte es für Hannover 96 durch ein spätes Tor von Florent Muslija immerhin zu einem 1:1. Trotzdem: Die Roten verpatzten die erste Hälfte völlig und spielten ohne Mut. Ein Plan, wie man fußballerisch aus dem Tabellenkeller kommt, ist nicht zu erkennen, meint SPORTBUZZER-Redakteur Dirk Tietenberg.

Der Abgrund war nah. Aus Angst vor dem Sturz Richtung Abstiegskampf verkrampfte 96 völlig. Die Angst ist spürbar, fast eine Stunde lang lähmte sich die Mannschaft damit selbst und es war nur der nervösen Fortuna und dem Aufbäumen weniger Spieler zu verdanken, dass ein 1:1 heraussprang.

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Jobgarantie vor dem Spiel

Trainer Jan Zimmermann hatte vor der Partie das Vertrauen und die Jobgarantie von Manager Marcus Mann bekommen. Aber den Druck nahm es weder vom Trainer noch von der Mannschaft. Immerhin eines lässt sich sagen. 96 kämpfte gegen die eigene Angst an und schaffte mit dem Mute der Verzweiflung das 1:1.

Bilder zum Spiel der 2. Bundesliga zwischen Fortuna Düsseldorf und Hannover 96

Der Düsseldorfer Marcel Sobottka (rechts) und der Hannoveraner Dominik Kaiser kämpfen um den Ball. Zur Galerie
Der Düsseldorfer Marcel Sobottka (rechts) und der Hannoveraner Dominik Kaiser kämpfen um den Ball. ©

Trainingslager gegen die Angst

96 sollte die zwei Wochen nun als mentales Trainingslager nutzen, um die Furcht aus den Beinen und den Köpfen zu bekommen. Kämpfen kann diese Mannschaft tatsächlich. Das hat sie in Düsseldorf gezeigt. Ein Plan, wie 96 fußballerisch aus dem Keller kommt, ist indes nicht zu erkennen. Fest steht: Spielt 96 so weiter wie in der ersten Hälfte in Düsseldorf, wird das Glück nicht immer folgen.

Angst ist selten ein guter Berater. Tatsächlich gibt es Dinge, die schlimmer sind als ein schwaches Fußballspiel. Die Verletzung des früheren Hannover-Verteidigers Andre Hoffmann überlagerte auch die Partie.

Bangen um Hoffmann

Dass den Spielern der Schrecken nach dem Zusammenprall in die Glieder fuhr, ist mehr als nachvollziehbar. Umso erstaunlicher, dass beide Teams es schafften, in der zweiten Hälfte den Mut aufzubringen, fair und recht fix weiterzuspielen. Nach den ersten Untersuchungen in der Klinik soll der Sportunfall keine schlimmen Folgen haben.