26. Oktober 2020 / 12:01 Uhr

96 bringt Trainer in Not: Wie oft darf Uwe Rösler in Düsseldorf noch verlieren?

96 bringt Trainer in Not: Wie oft darf Uwe Rösler in Düsseldorf noch verlieren?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Beim letzten 96-Gegner wird über den Trainer diskutiert - Uwe Rösler wackelt bei Fortuna Düsseldorf.
Beim letzten 96-Gegner wird über den Trainer diskutiert - Uwe Rösler wackelt bei Fortuna Düsseldorf. © imago images/Sven Simon
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Fortuna Düsseldorf droht nach dem Abstieg aus der Bundesliga auch eine Klasse tiefer der Kampf um den Klassenerhalt. Hannover 96 war beim 3:0 eine Klasse besser als die Gäste. Coach Uwe Rösler bekommt offensichtlich die Kurve nicht. Bereits einen anderen Trainer hatten die Roten mit zu Fall gebracht.

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Gar nicht so lange her: Durch das 3:2 im DFB-Pokal in Würzburg hatte Hannover 96 das Trainer-Aus von Michael Schiele eingeläutet. Zwei Spiele vor Schieles Entlassung dämmerte den Fachleuten im Umfeld der Kickers schon: Lange würde sich Berater Felix Magath die Entwicklung nicht anschauen. Magath entschied als starker und erfahrener Mann mit über Schieles Entlassung mit nach einem Saison-Fehlstart des Aufsteigers zwei Wochen nach der Pleite gegen die Roten.

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Auch Fortuna Düsseldorf hat einen erfahrenen und starken Mann an der Spitze: Klaus Allofs. Allofs war noch nicht im Amt, als Fortuna-Manager Uwe Klein dem Trainer Rösler nach dem Bundesliga-Abstieg das Vertrauen aussprach. Ohne die Corona-Krise hätte der Abstieg ziemlich wahrscheinlich das Aus für den Trainer bedeutet.

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Irritierend kam Röslers Aussage nach der Pleite in Hannover rüber, sein Team habe sich bis zur gelb-roten Karte gegen Matthias Zimmermann (52. Minute) "auf Augenhöhe" mit 96 befunden. Dabei hatte Düsseldort bis dahin keine einzige Torchance - und keinen Torschuss. Das blieb übrigens bis zum Abpfiff so. Dagegen legte sich 96 den überforderten und ängstlichen Gegner zurecht, führte nur nicht früher wegen Mängel bei der Chancenverwertung.

Nach den Treffern von Florent Muslija und Marvin Ducksch ergab sich Fortuna völlig, Torwart Florian Kastenmeier fälschte eine einfache Rückgabe sogar ins eigene Tor ab. Totale Verunsicherung, wirkungslose Auswechslungen, eine Startelf ohne Mut - am 0:3 hatte auch Rösler seinen Anteil. 

Es geht aber auch andersherum

Allofs, der die Düsseldorfer vor kurzem als Aufstiegskandidat stark redete, sprach nach der Partie von "Kontinuität", obwohl Düsseldorf kontinuierlich schlechter wird, von Woche zu Woche. Zur Trainerfrage sagte er: "Bei uns gibt es diese Diskussion nicht, an diesem Punkt sind wir lange noch nicht. Wir müssen Ruhe reinkriegen." Ohne Siege wird es allerdings noch unruhiger. Und davon hat Rösler in 20 Spielen als Fortuna-Trainer erst drei geholt.

96 bringt Trainer anderer Teams übrigens nicht nur in Schwierigkeiten, sondern kann sie durch eigene schwache Leistungen auch stärken. In Paderborn stand Steffen Baumgart bereits unter Beobachtung, aber nach dem 1:0 der Paderborner gegen Hannover kehrte beim anderen Absteiger tatsächlich erstmal Ruhe ein.