01. Mai 2020 / 16:45 Uhr

Cheftrainer Baar, Sportliche Leiter Gänsicke und Anger: 96-Frauen treiben Planungen voran

Cheftrainer Baar, Sportliche Leiter Gänsicke und Anger: 96-Frauen treiben Planungen voran

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Frauen von Hannover 96 stellen sich neu auf: Sebastian Baar (eingeklinkt) wird alleiniger Cheftrainer, Lars Gänsicke (rechts) Sportlicher Leiter.
Die Frauen von Hannover 96 stellen sich neu auf: Sebastian Baar (eingeklinkt) wird alleiniger Cheftrainer, Lars Gänsicke (rechts) Sportlicher Leiter. © Florian Petrow/Hannover 96/Debbie Jayne Kinsey
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Sie haben einen Plan, die 2. Bundesliga ist ein Puzzlestück davon - und dafür schaffen sie in Zeiten, in denen der Ball nicht rollt, die Voraussetzungen. Lars Gänsicke, Jens Anger, Sebastian Baar und Dennis Luu finden sich ab sofort in neuen Rollen bei den 96-Frauen wieder. Drei Talente aus der U17 rücken auf.

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Mit Wehmut denken auch die Frauen von Hannover 96 an bessere Zeiten zurück. An den 8. März beispielsweise, als sie mit dem 2:0 beim Hamburger SV ihren zweiten Sieg im zweiten Pflichtspiel des Jahres gefeiert haben. Damit zementierte die Mannschaft, die vor 54 Tagen noch von Lars Gänsicke und Sebastian Baar trainiert wurde, ihren zweiten Platz in der Regionalliga Nord.

Wann das Aushängeschild des hannoverschen Frauenfußballs auf den Platz zurückkehren wird, steht in den Sternen. Sollte es allerdings soweit sein, wird es ein anderes Gesicht haben, das an der Seitenlinie und im Umfeld den Ton angibt.

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Gänsicke wechselt zusammen mit Jens Anger in die Sportliche Leitung der Frauenfußball-Abteilung. Der 37-jährige Gänsicke ist in seinem fünften Jahr bei den Roten, nach dem Abschied seines langjährigen Weggefährten Marcel Geisenhainer im Februar betreute er zusammen mit Baar die Regionalliga-Frauen. Diesen Posten gibt er nun ab.

"96 ist ein schlafender Riese"

Anger, technischer Angestellter bei einem Flugzeugwartungsunternehmen in Langenhagen, wohnt in Holle (Hildesheim) und ist nicht zuletzt durch seine 17-jährige Tochter Sina, 2019 deutsche Meisterin mit der U17 des VfL Wolfsburg, seit Jahren mit dem Frauenfußball verbunden. "96 ist ein schlafender Riese im Frauenfußball und es ist ein spannendes Projekt, diesen Riesen weiter aufzuwecken", sagt er.

Auf dem Papier, und nur dort, ist Anger Gänsickes Stellvertreter, zumal dieser kommissarisch die stellvertretende Abteilungsleitung übernimmt. Dieser Posten war nach dem Abschied Geisenhainers vakant. "Aber wir werden eng zusammenarbeiten", betont Gänsicke. Er habe ein "extrem gutes Gefühl", den richtigen Zeitpunkt erwischt zu haben, seinen Trainerposten aufzugeben. "Es ist ja nicht so, dass ich aus der Welt bin. Die Spielerinnen können mich immer und jederzeit ansprechen."

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Harte Landung: Sarstedts Torschütze zum 3:1, Christian Schäfer, prallt hart auf den Boden.  ©

Seine Arbeit umfasst nun aber ein anderes Feld. Er will Baar entlasten, sodass der 25-Jährige sich ausschließlich auf seinen Trainerjob konzentrieren kann. "Grundsätzlich geht es darum, in allen vier Mannschaften der Abteilung so aufgestellt zu sein, dass wir uns bestmöglich entwickeln, selbst ausbilden können", sagt Gänsicke.

Diese vier Mannschaften, das sind die U15, U17, U20 und das Frauenteam. "Wir wollen uns so aufstellen, wenn wir noch einmal in die Situationen kommen sollten, uns über die Relegation für die 2. Liga qualifizieren zu können, dass wir uns dann bewusst dafür entscheiden können." Dafür hätte der Verein nun zwölf Monate Zeit, "allen ist klar, was wir machen müssen", so Gänsicke.

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Baar musste schon ein wenig überlegen, als ihm der Posten des Cheftrainers angeboten worden ist, aber nicht zuletzt die zurückliegenden Monate mit dem Frauenteam hätten ihm "extrem viel Freude gemacht. Ich fühle mich geehrt, dass einem Trainer in so jungen Jahren so ein Job angeboten wird", sagt der 25-Jährige.

"Sie haben sich diesen Sprung verdient"

Seine erste Aufgabe: Die Gespräche mit den Spielerinnen des aktuellen Kaders, sie sollen bis Mitte Mai über Skype oder persönlich geführt werden. Jede Spielerin hat bereits einen Termin. Fest steht, dass mit Bente Bode, Jolie Just und Aileen Barth drei Talente des Jahrgangs 2003 aus der eigenen U17 (einzige noch ungeschlagene Mannschaft in der Niedersachsenliga) aufrücken werden. "Sie haben sich hervorgetan und sich diesen Sprung verdient", sagt Baar, der zuletzt U17 und Frauen parallel betreute.

Dennis Luu wird die Leitung der Öffentlichkeits- und Pressearbeit aller vier Mannschaften übernehmen und parallel zudem weiterhin der 96-Akademie und der eSports-Abteilung zur Verfügung stehen.