30. März 2020 / 14:58 Uhr

Frist fast abgelaufen: Neun 96-Profis müssen zum Arbeitsamt

Frist fast abgelaufen: Neun 96-Profis müssen zum Arbeitsamt

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gerhard Zuber verhandelt derzeit mit einigen 96-Profis. Trotzdem müssen sich diese beim Arbeitsamt melden.
Gerhard Zuber verhandelt derzeit mit einigen 96-Profis. Trotzdem müssen sich diese beim Arbeitsamt melden. © Florian Petrow / imago images/Future Image
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Das Thema Verträge steht bei Hannover 96 während der Corona-Pandemie weit oben auf der Agenda, verlängert hat jedoch noch niemand. Im Sommer könnten ganze neun Spieler ablösefrei gehen. Diese müssen sich jetzt beim Arbeitsamt melden.

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Es geht ums Geld. Diesmal geht es nicht um einen freiwilligen Verzicht, sondern um eine Frist. Mit einer gut gemeinten Warnung informierte die Spielergewerkschaft VDV die Mitglieder darüber: Spieler, deren Arbeitsverträge am 30. Juni 2020 auslaufen, müssen sich bis spätestens zum 31. März arbeitssuchend melden. Sonst droht eine Geldsperre.

Grundsätzlich spricht 96 noch einmal mit allen Spielern, deren Verträge am 30. Juni auslaufen. „Es wird alles überprüft“, sagt der Sportliche Leiter Gerhard Zuber. Aber die Frist bis Dienstag gilt nach Bestimmung des Sozialgesetzbuchs dennoch. Für wen? Jannes Horn, Cedric Teuchert und John Guidetti sind geliehen, alle drei haben Anschlussverträge. Für sie besteht die Frist nicht. Anders bei: Marlon Sündermann, Marco Stefandl (beide spielen bei der U23), Matthias Ostrzolek, Miiko Albornoz, Julian Korb, Sebastian Jung, Marc Stendera, Sebastian Soto und Hendrik Weydandt.

Mit diesen Spielern von Hannover 96 würdet ihr verlängern:

Eindeutiger geht es kaum: Satte 96,2 Prozent wollen, dass der Vertrag von <b>Hendrik Weydandt</b> verlängert wird.  Zur Galerie
Eindeutiger geht es kaum: Satte 96,2 Prozent wollen, dass der Vertrag von Hendrik Weydandt verlängert wird.  ©

Verhandlungen mit Weydandt und Jung

„Achtung bei auslaufenden Verträgen“, heißt es bei der Spielergewerkschaft. Die Spieler müssen sich „bei der für ihren Wohnort zuständigen Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden.“ Das funktioniert zurzeit nicht persönlich (sonst vorgeschrieben), aber per E-Mail oder Anruf. Wird die Frist versäumt, „müssen sie mit einer einwöchigen Sperre des Arbeitslosengeldes rechnen“. Das Arbeitslosengeld pro Monat liegt laut Bemessungsgrenze der Agentur für Arbeit bei etwa 2500 Euro – je nach Steuerklasse und Familienstand. Die Geldsperre kann sich aber verlängern, je später die Arbeitssuchenden sich nach Ablauf der Frist bei der Agentur für Arbeit melden.

Weydandt muss sich keine Sorgen machen, 96 verhandelt mit ihm. Sebastian Jung soll ebenfalls bleiben. Hinter Sündermann und Stefandl stehen Fragezeichen, sie spielen sportlich keine Hauptrollen. Sebastian Soto ebenfalls nicht, aber er wird aufgrund seiner Jugend unterkommen. Bei Stendera, Ostrzolek, Albornoz oder Korb sieht es anders aus.

Zwölf Verträge laufen aus: Mit diesen Spielern von Hannover 96 würdet ihr nicht verlängern:

Viele Jahre war <b>Miiko Albornoz</b> eine feste Größe bei Hannover 96. Ihr meint nun, dass diese Zeit vorbei ist. 71,9 Prozent wollen, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert wird.  Zur Galerie
Viele Jahre war Miiko Albornoz eine feste Größe bei Hannover 96. Ihr meint nun, dass diese Zeit vorbei ist. 71,9 Prozent wollen, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag nicht verlängert wird.  ©
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Deutlich weniger Gehalt für das Abwehr-Trio

Gehaltsmäßig gehören diese Spieler in die höhere 96-Kategorie. Stendera ist ein Sonderfall, weil er erst im Herbst anfing, gute Spiele zeigte, unter Trainer Kenan Kocak aber nicht mehr gesetzt war. Ostrzolek, Albornoz und Korb gehören schon seit längerer Zeit nicht mehr zum Stamm. Zwei linke Füße und ein früherer Champions-League-Star – das Trio erfüllte die Erwartungen nicht, aber die Corona-Krise hat die Ausgangslage in einer Hinsicht verbessert.

Zuber nennt keine Namen, kündigt aber an: „Wir werden darüber sprechen, wie eine Verlängerung und das Gehalt zu vereinbaren wäre.“ Neue Verträge sind möglich, allerdings mit deutlich weniger Gehalt. Ein Trend, der sich nach der Corona-Krise wohl durchsetzen wird.