03. Februar 2022 / 08:00 Uhr

Ab in die Abwehr! Aushilfsverteidiger Ondoua bietet bei 96 Chance für Ernst

Ab in die Abwehr! Aushilfsverteidiger Ondoua bietet bei 96 Chance für Ernst

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sie werden in Heidenheim wahrscheinlich Seite an Seite verteidigen: Gaël Ondoua und Marcel Franke (im Hintergrund).
Sie werden in Heidenheim wahrscheinlich Seite an Seite verteidigen: Gaël Ondoua und Marcel Franke (im Hintergrund). © IMAGO
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Sehr wahrscheinlich, dass Luka Krajnc in Heidenheim nicht verteidigen kann. Für ihn rückt bei 96 aller Voraussicht nach Gaël Ondoua in die Innenverteidigung, was wiederum Sebastian Ernst mal wieder eine ersehnte Chance in der Startelf bietet.

Fantasie besitzt Christoph Dabrowski genug. Muss er. Denn sein verlässliches Bollwerk bröckelt. In diesem Jahr kassierte 96 mit Julian Börner in der Innenverteidigung noch kein Gegentor, nicht einmal im Pokal gegen Gladbach (3:0). Zweimal spielte Börner mit Marcel Franke, einmal mit Luka Krajnc. In Heidenheim fehlt Börner gelbgesperrt, Krajnc ist an der Wade verletzt. Eine Woche hat der Verteidiger nicht trainieren können. Verpasst Krajnc heute das letzte Mannschaftstraining vor dem Spiel, ergibt „es keinen Sinn, dass er mitfährt“, sagt Dabrowski.

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Also muss der Trainer in Heidenheim tricksen. Marc Lamti (21) kommt eher nicht infrage – der tunesische Verteidiger entpuppte sich im Hinspiel gegen Rostock (0:3) als Risikoherd. Tim Walbrecht (20) spielte bei den 96-Profis noch nie, stand auch erst dreimal im Kader, zuletzt beim 0:0 gegen Dresden. Dabrowski erklärte: „Ich habe kein Problem damit, ihn ins kalte Wasser zu werfen“. Sonst hätte Walbrecht gegen Dresden nicht im Kader gestanden. Der Einsatz habe sich aber nicht ergeben.

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Gaël Ondoua hat seinen Rettungsschwimmer bei 96 bereits als defensiver Sechser bestanden. Er ist Linksfuß wie Börner und Krajnc – vom Fuß her passt die Position. Aber wie sieht es im Kopf aus? Hat Ondoua überhaupt Erfahrung als Innenverteidiger? Hat er. Der 26-Jährige half bei Servette Genf in der vergangenen Saison zweimal hinten aus – gegen den FC Zürich und den großen FC Basel. Große Taten sind nach einem Sieg und einer Niederlage nicht übermittelt, aber auch keine groben Schnitzer.

Bei 96 sortierte sich Ondoua gegen Ingolstadt bei Ballbesitz zwischen die Abwehrspieler ein, um den Spielaufbau besser zu kontrollieren. Diese Umstellung war ein Schlüssel gewesen für den Sieg in Ingolstadt. Mike Frantz hatte gegen Bremen zuletzt als Innenverteidiger ausgeholfen, ein Experiment, das nach dem 1:4 und einem Fehler zum 1:2 nicht wirklich gelang.

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Spielaufbau spricht für Ondoua

Ondouas Nachteil ist seine Neigung, Freistöße zu verursachen. Keiner foult bei 96 so viel wie er. Der Ausfall von Börner bietet nicht nur Vorteile. Gerade in der Luft gegen den intensivsten Zweikämpfer und besten Kopfballspieler müsste Franke dem Kollegen Ondoua helfen: Heidenheims Tim Kleindienst ist in den Kampfdisziplinen Ligaspitze.

Vorteile hat Ondoua allerdings im Spielaufbau. Außerdem macht er Platz für einen, dessen Stärken bisher unter Dabrowski kaum zur Geltung kamen. Sebastian Ernst darf sich auf seinen zweiten Startelfeinsatz unter dem neuen Trainer freuen. Einen hatte er gegen Bremen, das war eher nix. Sein Potenzial spielte Ernst bislang nicht richtig aus. Die nötige Umstellung ist auch eine Chance für Ernst. Am Mittwoch klammerte sich Dabrowski noch an die letzte Chance, es doch mit dem gelernten Verteidiger Krajnc zu versuchen. „Er ist in einem topfitten Zustand“, sagt er – mit Ausnahme seiner Wade. Im Geheimtraining trainierte Krajnc allein mit dem Ath­le­tik­coach.

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