28. Mai 2020 / 08:19 Uhr

Erstes 96-Geisterspiel: Erst gespenstische Stille, dann Hupkonzert

Erstes 96-Geisterspiel: Erst gespenstische Stille, dann Hupkonzert

Christoph Hage
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gespenstische Stille im weiten Rund: Der Eingang gleicht einem Krankenhaus, auf dem Robert-Enke-Platz nimmt in der ersten Hälfte ein Polizeiwagen Stellung auf.
Gespenstische Stille im weiten Rund: Der Eingang gleicht einem Krankenhaus, auf dem Robert-Enke-Platz nimmt in der ersten Hälfte ein Polizeiwagen Stellung auf. © Florian Petrow
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Wer mit Fanansammlungen rund das Stadion gerechnet hat, hat sich verrechnet. Beim ersten Geisterspiel von Hannover 96 in der 2. Bundesliga gegen den Karlsruher SC (1:1) blieb es rund um die HDI-Arena ruhig.

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Um 17.01 Uhr fahren die beiden Mannschaftsbusse von Hannover 96 vor, 21 Minuten später folgt der Tross des Karlsruher SC, 20 Minuten vor dem Anpfiff des Zweitliga-Spiels Dieter Schatzschneider am Steuer eines schwarzen Audis. Auf dem Beifahrersitz: Martin Kind.

Und ansonsten? Weißt rund um die HDI-Arena nur der gut gefüllte Biergarten „Nordkurve“ darauf hin, dass 200 Meter weiter gerade ein Fußballspiel über die Bühne geht. Geisteratmosphäre im Stadion, gespenstische Stille rundherum.

Die Bilder zum Spiel von Hannover 96 gegen den Karlsruher SC

Mit gestrecktem Bein! Edgar Prib turnt Schiedsrichter Thorben Siewer seine Sicht eines Zweikampfes vor. Zur Galerie
Mit gestrecktem Bein! Edgar Prib turnt Schiedsrichter Thorben Siewer seine Sicht eines Zweikampfes vor. ©

Das Tor, durch das die vier Busse im gebührenden Abstand gefahren sind, gleicht bis zur Pause einem Krankenhauseingang. Hinter jedem Zugang der Arena sind mindestens zwei Ordner postiert, zwei weitere patrouillieren um das Stadion herum, zwei Ordnungskräfte nehmen vor dem Haupteingang Stellung auf.

Zwei Polizisten schauen sich zweimal im nahe gelegen Biergarten um und beobachten die Szenerie in der ersten Hälfte ansonsten vom geparkten Auto auf dem Robert-Enke-Platz aus. Umso länger das Spiel dauert, desto häufiger kreist Polizei um den Fußballtempel. Zu tun bekommen sie aber nichts.

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Wegen des ausverkauften Sido-Konzerts auf dem Schützenplatz entsteht für wenige Minuten ein Stau auf der Robert-Enke-Straße. Das Hupkonzert bestimmt die Geräuschkulisse und ist auch am heimischen Fernseher gut zu hören.

Und nach dem Spiel? Gehen alle nach Hause oder trinken noch ein Bier. Auch die 96-Fans wissen eben, was sich gehört.