19. März 2021 / 07:12 Uhr

Genki Haraguchi womöglich falsch positiv getestet: Endet 96-Quarantäne vorzeitig?

Genki Haraguchi womöglich falsch positiv getestet: Endet 96-Quarantäne vorzeitig?

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Erster Test leicht positiv, der zweite negativ: Womöglich hat es einen Corona-Fehlalarm bei Genki Haraguchi gegeben.
Erster Test leicht positiv, der zweite negativ: Womöglich hat es einen Corona-Fehlalarm bei Genki Haraguchi gegeben. © IMAGO/Zink
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Ist ein Fehlalarm bei Genki Haraguchi Grund für die Quarantäne bei 96? Der erste PCR-Test war nur leicht positiv, der zweite negativ. Der Japaner und seine Kollegen hoffen nun, dass sie immerhin wieder trainieren dürfen, wenn auch die für Freitag angesetzte dritte Testung negativ ausfällt.

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Sie wollen doch nur spielen – oder besser: Sie wollen doch nur arbeiten gehen bei Hannover 96. Die Verwirrung um den Corona-Fall im Verein wird immer größer – vielleicht entkommen Mannschaft und Trainer in den nächsten Tagen doch noch vorzeitig der häuslichen Quarantäne. Gute Grün­de gäbe es dafür. „Vielleicht gibt es ja einen neuen Denkansatz“, meint 96-Boss Martin Kind.

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Am Freitag fahren Spieler und Trainer erst mal wieder an der HDI-Arena vor – zum zweiten Drive-in-Test in dieser Woche. Bereits am Dienstag waren alle Spieler und Trainer erneut getestet worden. Das spannendste Er­geb­nis: Genki Haraguchi, der am Samstag als Einziger im ganzen 96-Team positiv ge­tes­tet worden war, ist demnach coronafrei. „Bei der ersten Diagnose vom Samstag ist Haraguchi nur leicht positiv gewesen“, berichtet Kind, „beim zweiten Mal am Dienstag ist er dann als negativ eingeordnet worden.“

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Das bestätigt auch das Gesundheitsamt der Region dem SPORTBUZZER. „Das Ergebnis der zweiten PCR-Testung war negativ“, erklärt Re­gions­spre­cher Christoph Bor­schel. „Es kann in Einzelfällen vorkommen, dass Testungen falsch positiv ausfallen“, das sei allerdings die Ausnahme, „vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass weitere Testungen stattfinden.“ Eine 100-prozentige Sicherheit biete kein Test, „deswegen finden aktuell sorgfältige Überprüfungen statt“, schildert Borschel.

"Die Mannschaft will doch nur arbeiten"

Was also, wenn ein falscher Test bei Haraguchi der Auslöser dafür war, die komplette Mannschaft in Quarantäne zu schicken? Ein Fehlalarm? „Das ist keine schöne Situation“, sagt Kind, „da ja auch alle für 14 Tage zu Hause bleiben müssten.“

Wenn das Ergebnis der Testserie vom Freitag vorliegt und kein 96-Spieler coronapositiv sein sollte, öffnet sich womöglich eine Tür in die Freiheit. „Die Mannschaft will doch nur arbeiten, die Spieler wollen doch nur trainieren“, erklärt Kind den Wunsch nach einer Arbeitserlaubnis für die 96-Profis. Aber der 76-Jährige weiß: „Wir haben keinen Rechtsanspruch darauf, wir können nur auf Verständnis hoffen und Wohlwollen erbitten.“

96 ist in dem Fall Bittsteller beim Gesundheitsamt der Region Hannover. „Sie sind formaljuristisch frei in ihrer Entscheidung und nehmen die Risikobewertung vor“, akzeptiert Kind „die Faktenlage, daran können wir nichts ändern“. 96-Justiziar Reinhold Vogelsang steht da­zu im Austausch mit den zuständigen Mitarbeitern.

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Sollte Haraguchi jedoch zum zweiten Mal negativ sein, müsste eine Überprüfung der häuslichen Quarantäne möglich sein. Kaum zu erklären wäre dann, warum die Profis nicht zumindest in ihrer Blase trainieren dürfen. Die Region hält sich mit Schlussfolgerungen aber zu­rück: „Ob eine Arbeitsquarantäne möglich ist, können wir nicht sagen.“

96 mit zwei Spielen in Rückstand

Bei 96 fürchten sie jedenfalls einen Wettbewerbsnachteil. Beim nächsten Geg­ner, dem HSV, ist nur für Simon Terodde Quarantäne angeordnet worden. Sollte die 96-Quarantäne aufrechterhalten werden, bliebe nur eine Trainingswoche bis zum Ostersonntag.

„Normalerweise musst du so lange trainieren, wie du raus warst“, sagt 96-Sportchef Gerhard Zu­ber, „aber ich glaube nicht, dass die Liga uns viel Zeit geben wird.“ Regensburg hatte nach der Quarantäne sogar nur vier Trainingstage bis zum Fürth-Spiel am Mittwoch und verlor 1:2.

96 ist ja bereits mit zwei Be­geg­nun­gen in Rückstand. Das Heimspiel gegen Würzburg vom vergangenen Sonntag und die für Freitag angesetzte Partie in Kiel müssen noch nachgeholt werden.