28. November 2020 / 11:04 Uhr

"Sinnbildlich für Schwankungen": 96-Profi Haraguchi rennt seiner Form hinterher

"Sinnbildlich für Schwankungen": 96-Profi Haraguchi rennt seiner Form hinterher

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zeigte gegen Würzburg eine enttäuschende Leistung: 96-Profi Genki Haraguchi. 
Zeigte gegen Würzburg eine enttäuschende Leistung: 96-Profi Genki Haraguchi.  © imago images/Beautiful Sports
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Aktuell ist Genki Haraguchi auf der Suche nach seiner Form. Hannover 96 fehlen die zündenden Ideen des Japaners, der "momentan vielleicht sinnbildlich für die Schwankungen" ist. Trotzdem ist Trainer Kenan Kocak von seinen Qualitäten überzeugt und glaubt, dass "der Genki die Kurve bekommen wird". 

Japan-Star Genki Haraguchi gilt als einer der talentiertesten Spieler der 2. Liga – eigentlich. Doch in der aktuellen Phase, in der 96 als größte Konstante fehlende Konstanz aufweist, läuft auch der WM-Torschütze seiner Form hinterher. Wieder einmal. Haraguchi ist damit ein Sinnbild der Schwankungen bei 96. Aber immerhin ist Kenan Kocak überzeugt: „Der Genki wird die Kurve bekommen und die Kontinuität wieder reinbekommen.“

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Der 96-Coach muss ein bisschen überlegen, bevor er auf die Frage antwortet, wie er Haraguchi wieder zu alter Form führen will. „Das stimmt schon: Er ist ein Spieler, der momentan vielleicht sinnbildlich ist für die Schwankungen, die existieren“, bestätigt Kocak. Er weiß, wovon er redet, hat sich bereits bei seinem 96-Start vor einem Jahr als Haraguchi-Flüsterer ausgezeichnet. Kocak fand die richtige Ansprache, Haraguchi dankte es mit den Leistungen. Der Spielmacher zeigte Spieltag für Spieltag, was sich die 96-Entscheider beim Transfer des japanischen Nationalspielers erhofft hatten. Plötzlich war Haraguchi torgefährlich – und auch kon­stant einer, der vorangeht.

Genki Haraguchi: Stationen seiner Karriere in Bildern

Genki Haraguchi startete seine Karriere bei den Urawa Red Diamonds, wo er 2008 aus der Jugend zu den Profis aufstieg. Hier ein Bild aus dem Jahr 2010. Zur Galerie
Genki Haraguchi startete seine Karriere bei den Urawa Red Diamonds, wo er 2008 aus der Jugend zu den Profis aufstieg. Hier ein Bild aus dem Jahr 2010. ©

Auch in Würzburg wurstelte sich Haraguchi nur durch

„Als ich hier angefangen habe, war Genki Haraguchi in der Tat auch vom Selbstvertrauen sehr weit unten. Ich kann mich genau an das erste Gespräch mit ihm erinnern, als er in die Trainerkabine reinkam“, verrät Kocak. „Wir haben an der Taktiktafel gemeinsam eine neue Sprache entwickelt. Das war eine Mischung aus Japanisch, Deutsch, Englisch – Japaneutsch oder so!“ Aber die beiden verstanden sich, fanden eine gute Basis. Und Kocak machte Haraguchi die Erwartungen klar: „Er ist für uns ein sehr wertvoller und wichtiger Spieler. Er kann den Unterschied ausmachen.“

Doch seit Wochen steckt der Japaner im Tief. Auch beim peinlichen 1:2 in Würzburg wurstelte er sich nur durch. Der Japaner rennt sich oft fest, lässt dann den Kopf hängen. „Er muss wie der Rest der Truppe wissen, dass wir nichts geschenkt bekommen. Wir müssen uns mit allem, was wir haben, wehren. Innerhalb des Platzes muss man Solidarität zeigen und für die Mitspieler Wege mitmachen“, fordert Kocak und macht es ganz deutlich: „Auch er muss wissen, dass die Mannschaft das Allerallerwichtigste ist. Keine einzelne Person, egal wie er heißt, Nationalspieler hin oder her – es steht niemand über 96. Das muss jeder Spieler wissen und alles geben für den Verein. Das ist unser Job, dafür werden wir bezahlt.“

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Ist der Stammplatz bald in Gefahr?

Wenn Haraguchi sich nicht bald aufrafft, wird er mit seinem Startelfplatz bezahlen und aus der Stammformation fallen. Noch, so scheint es, spielt er bei Kocak sozusagen auf Bewährung: „Ich bin kein Trainer, der Aktionismus betreibt und einen Spieler jetzt draußen lässt, um ihm einen Denkzettel zu verpassen“, sagt Kocak. Doch eines ist mal klar – Talent hin oder her: „Zu Qualität gehört Mentalität“, sagt Kocak. Die muss Haraguchi jetzt endlich mal wieder beweisen.

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