12. August 2021 / 07:51 Uhr

Keine Frage des Geldes: 96-Boss Kind irritiert über Bremer Ducksch-Vorstoß

Keine Frage des Geldes: 96-Boss Kind irritiert über Bremer Ducksch-Vorstoß

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marvin Ducksch nach Bremen? Es könne nicht sein, dass Werder versucht, ein Problem im Sturm zu lösen, und 96 dadurch eines bekommt, moniert Boss Martin Kind.
Marvin Ducksch nach Bremen? Es könne nicht sein, dass Werder versucht, ein Problem im Sturm zu lösen, und 96 dadurch eines bekommt, moniert Boss Martin Kind. © IMAGO/Lobeca/Florian Petrow
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96 hat dem Bremer Ansinnen, Marvin Ducksch zu holen, eine klare Absage erteilt. Es sei auch keine Frage des Geldes. "Wir haben keine Transfererlöse im Haushalt eingeplant", sagt Martin Kind. Es könne auch nicht sein, dass Werder versucht, ein Problem im Sturm zu lösen, und Hannover dadurch eines bekommt. 

Nach dem Training am Mittwochvormittag liefen die Spieler von Hannover 96 noch ein paar Runden – nur einer nicht: Marvin Ducksch stand mitten auf dem Platz mit Jan Zimmermann, der Coach hatte Redebedarf angemeldet. Lange sprachen sie miteinander. Wie (fast) immer bleibt der Inhalt solcher Gespräche intern und geheim. Aber man liegt sicher nicht falsch, wenn es dabei um das Interesse von Werder Bremen an dem Stürmer ging.

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Die Bremer haben bei Ducksch mal vorgefühlt, brauchen sich aber nicht weiter zu bemühen. „Wir werden ihn nicht abgeben“, sprach Sportdirektor Marcus Mann am Nachmittag ein Machtwort. Das gilt auch in Absprache mit 96-Chef Martin Kind. Und zwar unwiderruflich.

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Mann versteht, „dass es Stürmer gibt, die Begehrlichkeiten wecken“. Doch es wäre ein kaum wieder gutzumachendes sportliches Eigentor von 96, ausgerechnet den einzig treffsicheren Stürmer zu verkaufen.

Ducksch hat noch einen Vertrag bis Juni 2022. Der Versuch, diesen zu verlängern, ist nicht besonders weit gediehen. Um den 27-Jährigen nicht ablösefrei ziehen lassen zu müssen, wäre nach den Gesetzen des Geschäfts ein Verkauf im jetzigen Transferfenster bis Ende August der finanziell beste Ausweg.

"Wir haben keine Transfererlöse im Haushalt eingeplant"

Doch daran denkt 96 glaubhaft nicht. „Wir haben keine Transfererlöse im Haushalt eingeplant“, stellt Kind klar. „Es gibt dazu auch keine Bestrebungen.“ Die gerüchteweise geforderte Ablöse von 1,5 Millionen Euro habe es von 96 nicht gegeben – und wird es nicht geben. Es sei auch keine Frage des Geldes, sondern des sportlichen Erfolgs für 96.

Der Vorstoß der Bremer verärgert vielmehr die 96-Verantwortlichen. Er schafft Unruhe um den wichtigsten Angreifer vor dem Spiel am Samstag in Dresden. Es könne auch nicht sein, dass Werder versucht, ein Problem im Sturm zu lösen, und 96 dadurch eines bekommt. „Wir haben uns intern klar darauf festgelegt, dass wir keinerlei Interesse haben, Ducksch abzugeben“, erklärte Sportchef Mann. Das sei auch „dem Spieler gegenüber so kommuniziert worden“. Im Übrigen sei „unsere Reaktion ja auch keine große Überraschung“.


Marvin Ducksch: seine Karriere in Bildern.

Der heute 25-jährige Marvin Ducksch begann seine Fußballkarriere mit vier Jahren beim BSV Fortuna Dortmund 58 und wurde von seinem Vater trainiert. 2002 wechselte er in die Jugend von Borussia Dortmund, welche er anschließend vollständig durchlief. Zur Galerie
Der heute 25-jährige Marvin Ducksch begann seine Fußballkarriere mit vier Jahren beim BSV Fortuna Dortmund 58 und wurde von seinem Vater trainiert. 2002 wechselte er in die Jugend von Borussia Dortmund, welche er anschließend vollständig durchlief. ©

Der Sportchef hat auch „nicht das Gefühl, dass Duckschi deshalb durchhängt“. Sein ehemaliger Kieler Trainer Markus Anfang arbeitet jetzt in Bremen, Ducksch spielte unter An­fang bei Holstein seine erfolgreichste Saison.

Das Thema Ducksch-Verkauf ist erledigt, der Zukauf eines Stürmers und eines Mittelfeldspielers aber nicht. „Wir halten die Augen offen“, sagt Mann. Der 37-Jährige vermutet, erst „ge­gen Ende der Transferfrist in drei Wochen wird richtig Bewegung in den Markt reinkommen“.